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Kaviar Gauche eröffnen Bridal-Flagshipstore auf der Königsallee

Von Barbara Russ

18. März 2016

Mode |INTERVIEW

Die Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl sind seit 2003 Geschäftspartnerinnen und leiten eines der erfolgreichsten deutschen Modelabels: Kaviar Gauche. Mit einer Guerilla-Modenschau in Paris machten die Esmod-Absolventinnen damals auf sich aufmerksam, bevor sie international Preise abräumten und ihre croissantförmigen Handtaschen in It-Bags ‚Made in Germany’ verwandelten. Heute eröffnen sie in Düsseldorf, auf der Königsallee 27, ihren ersten Bridal Concept Store.

Wir stehen hier in Eurem dritten Flagshipstore, nach München und Berlin. Was hat Euch nach Düsseldorf geführt?

Alexandra Fischer-Roehler: Düsseldorf ist als Modemekka bekannt und die Menschen sind hier wahnsinnig kultiviert und verstehen die Mode. Die Düsseldorfer lieben Kleidung und Luxus. Die Stadt verströmt ein tolles Lebensgefühl und nun haben wir endlich auch das passende Ladenlokal gefunden mit der Königsallee-Adresse, aber dennoch versteckt. Dies ist unser erster Bridal Concept Flagship Store und gerade im Bridal Couture Bereich ist es von Vorteil, nicht übermäßig sichtbar zu sein. Der Standort und das Ladenlokal sind daher perfekt für uns.

Habt ihr lange suchen müssen?

Alexandra Fischer-Roehler: Ja, wir haben etwa zwei Jahre lang gesucht und dann ging es auf einmal ganz schnell.

Ihr habt aber nicht mit Brautmoden angefangen. Wie kam es dazu?

Alexandra Fischer-Roehler: Ja, das stimmt. Bridal war nicht unsere ursprüngliche Intention. Wir haben vor 12 Jahren angefangen, mit unserem Label Mode zu machen. Damals war das Thema Brautmode auch noch nicht so wichtig wie heute. Wir erleben eine Renaissance der Hochzeiten.

Seht ihr in dieser Entwicklung hin zum Heiraten einen gesellschaftlichen Wandel?

Alexandra Fischer-Roehler: Ja, definitiv. Das hängt in unseren Augen mit gesellschaftlichen Umbrüchen und wirtschaftlichen Entwicklungen, wie der Weltwirtschaftskrise und der Bankenkrise, zusammen. Etwa 2008, 2009 begannen wir einen Rückgang im Verkauf gewisser Segmente zu bemerken und verzeichneten gleichzeitig eine verstärkte Nachfrage nach Hochzeits- und Anlassmode. Diese Entwicklung hin zu Bridal Couture geht Hand in Hand mit einem Wertewandel hin zu Familie, eine Wiederbelebung des familiären Rückhalts und der Rückzug aus dem Öffentlichen. Wir fanden das Thema aber auch gestalterisch fordernd und sind der Meinung, dass man sich als Label noch besser sein kann, wenn man sich fokussiert.

Was hat Euch in Eurer Karriere besonders geholfen?

Alexandra Fischer-Roehler: Praxiserfahrung war für uns immens wichtig. Seit wir 2010 den ersten Laden in Berlin eröffnet haben, verstehen wir unsere Kundin viel besser. Der direkte Kontakt zu den Kundinnen gibt einem ein tolles Feedback. Man denkt sich als Label in der Theorie eine Zielgruppe aus, die es vielleicht gar nicht gibt. In der Begegnung mit den echten Kundinnen kann man sein Konzept einem Realitätscheck unterziehen. Dann muss man flexibel sein und sich auf die Kunden einstellen. Zuvor haben wir viel nach Asien, insbesondere Japan, verkauft und mussten uns auf die Rückmeldung der Händler verlassen. Deshalb wussten wir nie, was wirklich in der nächsten Saison gefragt ist. Jetzt sind wir näher an den Kunden dran.

Sind weitere Stores geplant?

Alexandra Fischer-Roehler: Ja, absolut. Die Nähe zur Kundin, egal wo sie ist, ist extrem wichtig für unsere Mode. Gerade bei Brautmode, wo man ja doch mehrmals zur Anprobe muss, ist es unablässig physisch vor Ort zu sein. Wir haben also definitiv weitere Standorte in Planung, ganz konkret haben wir die Fühler nach Hamburg ausgestreckt. Auch ein Laden im Ausland steht auf unserer Wunschliste.