Licht und Stars: Die Highlights der Haute Couture Woche

Die Haute Couture Woche in Paris war geprägt von textilen Innovationen, Hommagen an die Natur und einer starken Präsenz einflussreicher Persönlichkeiten.
Mode
Backstage Manish Malhotra Haute Couture FW26. Credits: ©Launchmetrics/spotlight
Von AFP

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Die Pariser Haute Couture Woche, die am Donnerstag zu Ende geht, bot zahlreiche Highlights. Dazu zählten leuchtende Minikleider, vollständig wendbare Stücke und die Anwesenheit von Stars wie Bad Bunny oder Pedro Pascal. Hier sind fünf der bemerkenswertesten Momente.

Ein Kleid aus Licht

Die niederländische Designerin Iris Van Herpen präsentierte ein funkelndes Minikleid in Grüntönen, das mit feinen, leuchtenden Verästelungen besetzt war. Dieser überraschende Look mit dem Namen ‘Fractal Universe‘ enthielt weder LEDs noch andere Leuchtmittel. Stattdessen wurde er in einem Teilchenbeschleuniger ‘aufgeladen‘. In den Tagen vor der Show verwandelte dieser Prozess das Kleid in einen Energiespeicher mit Milliarden gefangener Elektronen, erklärte die Künstlerin.

Kleid ‘Fractal Universe‘, Iris Van Herpen Haute Couture FW26. Credits: ©Launchmetrics/spotlight

Vor der Show begann sich das Kleidungsstück zu entladen und die leuchtenden Verästelungen breiteten sich allmählich über seine Oberfläche aus.

„Seit Jahren reizt mich die Idee, ein Kleidungsstück zu schaffen, das nur aus Energie gewebt ist. Wir haben Haute Couture aus festen Stoffen, Flüssigkeiten, lebender Materie und sogar Gasen geformt. Dies ist das erste Mal, dass wir mit dem vierten Aggregatzustand, dem Plasma, arbeiten“, kommentierte sie in den sozialen Medien.

Pflanzliche Inspiration

Die beiden am meisten beachteten Modehäuser der Woche, Chanel und Dior, präsentierten Kollektionen, die stark von der Natur inspiriert waren. Ihre Silhouetten waren reich an pflanzlichen Details.

Chanel / Dior – Haute Couture FW26. Credits: ©Launchmetrics/spotlight

Bei Chanel bezog sich Matthieu Blazy in seinen Looks auf berühmte Märchen wie ‘Hans und die Bohnenranke‘. Darunter befanden sich ein mit gestickten Kletterpflanzen verziertes Kleid und ein mit schwarzen Schmetterlingen bedecktes Ensemble. Der Entwurf von Jonathan Anderson, Kreativdirektor bei Dior, umfasste ebenfalls natürliche Motive. Ein Beispiel waren gestickte Blumen auf einem grünen Plissee-Look.

„All diese pflanzlichen Anspielungen sind eng mit der Leidenschaft verbunden, die Christian Dior schon damals für Gärten hegte“, erklärte Pierre Groppo, Mode- und Lifestyle-Chefredakteur der französischen Vanity Fair, gegenüber der AFP.

Vice versa

„Warum sollte Kleidung starr bleiben? Wie kann man sie lebendiger machen? Und was wäre, wenn jede Kreation ihre eigene Metamorphose enthielte?“ Mit diesen Fragen hinterfragt Alexis Mabille weiterhin die Codes der Mode. Am Dienstag präsentierte der französische Designer seine Kollektion ‘Dual‘, die mit Wendungen und Umkehrungen spielt.

Alexis Mabille Haute Couture FW26. Credits: ©Launchmetrics/spotlight

Schwere Mäntel oder Etuikleider aus schwarzem Samt verwandelten sich augenblicklich in goldene oder silberne Roben. Manchmal genügte ein Zug an einem einfachen Faden, um von der einen zur anderen Seite, vom Schatten ins Licht zu wechseln. Alle Modelle waren wendbar.

Indische Tradition

Das offizielle Programm der Haute Couture Woche umfasste zwei indische Designer, Rahul Mishra und Manish Malhotra. Ihre Entwürfe sorgten für viel Gesprächsstoff. Rahul Mishra ließ sich für seine Kollektion von den Ajanta-Höhlen inspirieren. Das sind künstliche buddhistische Höhlen im Bundesstaat Maharashtra. Seine Kollektion zeichnete sich durch skulpturale, reich verzierte Silhouetten in Grautönen aus.

Backstage Manish Malhotra Haute Couture FW26. Credits: ©Launchmetrics/spotlight

Manish Malhotra zollte der Mutterschaft Tribut. Seine Kleider zeigten Relief-Figuren von Müttern und Kindern. „Diese Designer:innen bringen eine Vision von anderswo ein“, erklärt Pierre Groppo. „Sie haben jeweils ein Universum, das sehr von ihrer indischen Kultur geprägt ist.“

Bad Bunny, Pedro Pascal...

Normalerweise besuchen viele weibliche Stars die Haute-Couture-Schauen, von der Rapperin Cardi B bis zur Schauspielerin Cate Blanchett. Dieses Mal wurden jedoch auch große männliche Namen im Publikum gesichtet. So saß der Sänger Bad Bunny in der ersten Reihe der Show von Schiaparelli. Er trug einen pastellgelben Anzug und eine goldene Krawatte in Form eines Zopfes.

Bad Bunny bei der Schiaparelli Haute Couture Show FW26. Credits: ©Launchmetrics/spotlight

Bei der Chanel-Show wurde der Schauspieler Pedro Pascal in einem weißen Ensemble und einem Ringelpullover gesehen. Und bei Dior erschien Schauspieler Josh O'Connor in einem fließenden Anzug des Hauses, der einige Tage zuvor in Paris vorgestellt worden war.

„Die Haute Couture interessiert sich für Männer und blickt auf sie“, betont Pierre Groppo und verweist auf die bisher ungewöhnliche Anwesenheit dieser Persönlichkeiten. Es gibt vielleicht „den Willen, auch ein Publikum anzusprechen, das über die traditionellen Kund:innen hinausgeht“.

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