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Lidl geht mit Carbon-Laufschuh an den Start

Lidl hat mit seiner Eigenmarke Crivit einen Carbon-Laufschuh auf den Markt gebracht, der besonders durch seinen vergleichsweise günstigen Preis punktet.
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Crivit-Kampagne, Bild zur Visualisierung Credits: Lidl
Von Ole Spötter

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Laufen kann ein ganz schön teures Hobby sein, wenn man auf einen coolen Look und die neueste Technologie beim Schuhwerk Wert legt. Um die eigenen Bestzeiten zu erreichen, setzen nicht mehr nur Profis sondern auch viele Hobby-Sportler:innen auf Carbon-Laufschuhe, bei denen die Mittelsohle aus einer leichten Platte aus Kohlenstofffasern besteht.

Dieser technische Vorteil hat zumindest bei den großen Sportartikler:innen wie Adidas, Nike und Hoka seinen Preis. So kostet das Nike-Modell Alphafly 3 im Onlineshop der US-Marke über 300 Euro. Die Discounter-Sportmarke Crivit bietet nun einen Schuh für gerade einmal 69,99 Euro an.

Der ‘CarbonLite 1.0’ ist seit Ende Februar im Lidl-Onlineshop für Damen und Herren in jeweils zwei Farbgebungen erhältlich und verfügt über eine Carbonplatte, die die „Energierückgewinnung durch verbesserte Kraftübertragung“ fördern soll, sowie ein gestricktes Obermaterial, heißt es in der Produktbeschreibung. Bei den Herrenmodellen sind bereits mehrere Größen, die von 41 bis 46 reichen, ausverkauft.

Kein Schuh für Einsteiger:innen

In einem Test von Runner’s World hätten besonders das für diese Schuhe typische Abrollverhalten, das gut durchlüftete Obermaterial und die Passform überzeugt. Negativ sei dabei das Gewicht aufgefallen, das bei einer Männergröße 45 der Testschuhe bei über 306 Gramm (Bei Lidl angegeben: 250 Gramm) lag. Damit ordnete die Lauf-Plattform den Schuh als schnelleren Trainingsschuh und nicht wie andere Carbon-Modelle als Wettkampfschuh ein. Dennoch seien die Tester:innen von dem Discounter-Modell positiv von der „Performance“ überrascht gewesen.

Dabei müsse allerdings auch bedacht werden, dass der Schuh mit seinem Preis auf Laufeinsteiger:innen zugeschnitten ist, sich durch seine Technologie jedoch eher an ambitionierte Sportler:innen richtet, so Runner’s World. Verschiedene Laufexpert:innen wie Sebastian Bär kritisieren den Schuh auch dafür.

Der CEO des deutschen Schuhanbieters Joe Nimble warnte vergangene Woche in einem Post auf dem Karrierenetzwerk Linkedin vor Gefahren wie Überlastung durch die steife Carbon-Platte und die chronischen Folgen, wenn ein solches „Werkzeuge für dosierte Einsätze“ durch seine Massenverfügbarkeit zur Dauernutzung eingesetzt wird. Im breiten Hobbymarkt seien die Nebenwirkungen am größten. „Wer Carbonschuhe nachhaltig für die eigene Performance nutzen will, braucht klare Dosierung sowie gezieltes Fuß- und Großzehentraining.“

Lidl bewirbt den Schuh auf den Sozialen Netzwerken allerdings nicht so spezialisiert. So heißt es in einem humoristisch gemeinten Instagram-Post aus der vergangene Woche, dass man mit dem Schuh als „Erste:r im Backshop“ sei.

Der Discounter ist seit Mitte letzten Jahres dabei, Crivit neu auszurichten und international aufzustellen. Dafür hat Lidl im Februar Ex-Tennisstar Stefanie Graf als neue Markenbotschafterin verpflichtet.

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