Modenschau im Museum - Die Mode Suisse 17 im Landesmuseum

Normalerweise wird im Landesmuseum Zürich Schweizer Geschichte und Archäologie ausgestellt. Am Montagabend ging der Blick aber in Richtung Zukunft. Bei der 17. Ausgabe der Mode Suisse präsentierten Schweizer Modelabels ihre aktuellen Kollektionen.

Die Jungen Wilden

Die Shows wurden in drei Blöcke gegliedert, wobei die Newcomer der Schweizer Mode den Vortritt bekamen. Und es ging auch direkt abenteuerlich los. Das Damenlabel Nomadissem ließ sich für seine nachhaltige Kollektion von Abenteurerinnen und Entdeckerinnen inspiereren.

Modenschau im Museum - Die Mode Suisse 17 im Landesmuseum

Das nächste junge Schweizer Label fühlt sich in Berlin zuhause und designt alternative Menswear. Die Brand Klaesi Holdener um Designer Florian Holdener ließ sich für die Herbst/Winter Kollektion 2020 Kollektion von den Bildern des französischen Künstlers Franck Rausch inspirieren. Holdeners Brand steht für die Kombination aus japanischen Schuluniformen und traditioneller englischer Wachsoberbekleidung, die im Kontrast zu den verwendeten Hightech-Stoffen des Textilherstellers Schoeller stehen. Außerdem kollaborierte Klaesi Holdener mit dem Zürcher Brillenhersteller Sol Sol Ito. Die daraus resultierenden Sonnenbrillen upgraden die Show des Labels. Die erste Präsentation fand bereits während der Pariser Männer Modewoche im Januar statt, zu diesem Zeitpunkt allerdings ohne die Schweizer Accessoires.

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Das Genfer Label Aporeei ist der diesjährige Liebling der italenischen Brauerei Peroni Nastro Azzurro. Der Mode Suisse Sponsor sagt auf seiner Instagram-Seite: “Wir freuen uns, junge Designer mit starker Identität, wie Aporeei zu unterstützen. In der Kollektion des Labels, dass sich selbst als “spielerisch schräg” bezeichnet, trifft eine breite Farbpalette und Vintag-Materialien auf Asymmetrie und Cutouts.

Schwiizer Tailoring

Der zweite Teil des Abends wurde durch das Design-Duo After Work Studio (AWS) eingeleitet. Die kreativen Köpfe dahinter sind Karin Wüthrich und Matthias Fürst, die das Thema “Workwear” aus einer ganz anderen Sicht betrachtet haben: Wie kleidet man sich eigentlich im Homeoffice? Gerade jetzt zur Zeit der Corona-Panik arbeiten immer mehr Leute in ihren eigenen vier Wänden. Dabei machen die beiden einen Spagat zwischen Business- und Outdoor-Bekleidung, mit einer Note Gemütlichkeit, die durch die Muster entsteht. Also, eine gute Work-Life-Balance!

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Deutlich mehr Drill gab es bei Garnisons “Regiments”. Designer Luka Maurer hinterfragt mit seinen Entwürfen die hierarischen Strukturen und den Begriff “Kollektion”, umgesetzt in einer Linie aus modernem Tailoring und Transparenz.

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Schweizerisch-International

Vollkommen konträr dazu ist die Kollektion von Lida Noba. Das in Zürich und Teheran beheimatete Label erstrahlt in voller Farbenpracht - inspiriert von der Nasir-ol-Molk-Moschee in Shiraz, mit ihren farbenfrohen Fenstern und den Worten des persischen Dichters Hafez. Für Accessoires arbeitete Lida Noba mit dem iranischen Schmuckdesigner Roham Babaei Fard zusammen.

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Für den letzten Block des Abends geht es vom Iran in den Libanon. Die Kollektion "Energy of Shape" der Marke Mourjjan fiel vor allem durch den vielfältigen Besatz auf. Von knöchellange Goldkordeln und abstrakten Applikationen bis zu avantgardistischem Schmuck und großen Taschen, schien es vor allem um das Gebilde neben der eigentlichen Kollektion zu gehen. Dafür bekam Designer Roland Rahal Unterstützung von Accessoire-Designerin Vanto alias Veronica Antonucci.

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Kurz vor dem großen Finale zeigten die beiden Absolventinnen der Geneva Universität Head Claire Lefebvre und Tara Mabiala ihre Kollektionen. Lefebvre ließ sich vom Zoot-Suit der 30er inspirieren, der stilistisch durch seine weiten Schultern und eng zulaufenden Hosen bekannt ist, und interpretierte diesen neu. Mabiala vermischteihre schweizerisch-kongolesischen Wurzeln und kreierte eine voluminöse Kollektion mit kräftigen Farben.

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Zum Abschluss zeigte das Upcycling Couture Label Rafael Kouto eine vom aktuellen Zustand des anhaltenden Klimawandels und der politischen Veränderungen inspirierte Kollektion, die durch Erdtöne und farbige Akzente umgesetzt wurde. Die Herbst/Winter 2020 Kollektion entstand in Zusammenarbeit mit der italienischen Sportmarke Lotto Sport.

Die bevorstehende Mode Suisse bei Fashion Revolution Week 2020 findet vom 20. bis 26. April 2020 statt, die 18. Edition der Mode Suisse im August/September 2020.

Bild: Alexander Palacios

 

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