Modewochen: Was wir von der S/S 21-Saison erwarten dürfen

Weniger als eine Woche vor Beginn der Laufstegsaison für Frühjahr/Sommer 2021 in New York bietet FashionUnited einen Überblick über die Highlights der globalen Modewochen, die angekündigten und abgesagten Laufstegpräsentationen dieser durch Covid-19 "verlorenen Saison".

Im Laufe der letzten Monate haben sich Moderedakteure und Einkäufer an digitale Angebote gewöhnt, ob Modefilme, live gestreamte Laufstege und Präsentationen ohne Publikum, kreative Präsentationen oder digitale Lookbooks.

Wie es scheint, werden alle großen Modewochen in New York, London, Mailand und Paris das hybride Format der Kopenhagener Modewoche im August aufgreifen und neben digitalen Shows, Filmen und Vorträgen auch physische Präsentationen mit Social-Distancing-Maßnahmen mischen.

NYFW: 13. bis 17. September

Die New Yorker Modewoche hat grünes Licht erhalten, doch wird sie ganz anders aussehen als sonst. Eine Reihe hochkarätiger Designer hat diese Saison abgesagt, darunter Marc Jacobs, Ralph Lauren, Pyer Moss, Michael Kors, Oscar de la Renta, Proenza Schouler, Telfar, Brandon Maxwell, The Row, Vaquera, Christopher John Rogers, Batsheva und Prabal Gurung.

Der amerikanische Modeverband CFDA erklärte, dass die Covid-19-Pandemie "einen beispiellosen Einfluss auf die amerikanische Mode hatte, die Lieferkette verlangsamte und Geschäftsabbläufe und den stationären Einzelhandel vorübergehend stillegte".

Mit der Einführung der digitalen Plattform Runway360, einem Tool, das nicht nur für die Modewoche, sondern künftig auch als Ergänzung zu Veranstaltungen und Shows genutzt werden soll, bietet sie den Marken für Frühjahr/Sommer 2021 die "Flexibilität, ihre Kollektionen in unterschiedlichen Formaten und zu dem Zeitpunkt zu zeigen, der für sie geeignet ist".

Alles in allem gibt es einen Schauenplan, der mit Jason Wu beginnt (er zeigt eine Live-Modeschau mit Models auf dem Dach der Spring Studios). Weiter geht es mit einem virtuellen Modeevent der Harlem's Fashion Row, und zuletzt wird Tom Ford seine Kollektion präsentieren. Weitere angekündigte Designer beinhalten Alabama Chanin, Alice + Olivia, Anna Sui, Badgley Mischka, Bibhu Mohapatra, Carolina Herrera, Chromat, Claudia Li, Dennis Basso, Eckhaus Latta, Jonathan Simkhai, Marchesa und Marchesa Notte, Marina Moscone, Naeem Khan, Nicole Miller, Rebecca Minkoff, Veronica Beard und Zero + Maria Cornejo.

Zusätzlich gab der CFDA bekannt, dass zehn neue Namen in die Liste aufgenommen wurden: Aknvas, Anne Klein, Colleen Allen, Dur Doux, Duncan, Frederick Anderson, Frère, Imitation of Christ, Oak and Acorn, Venicew, Wiederhoeft und Wolk Morais.

Der New York Men's Day (NYMD) wird ebenfalls zum offiziellen Zeitplan des NYFW zurückkehren und 10 HAKA-Designer vorstellen, darunter die CFDA-Mitglieder David Hart und Timo Weiland.

Es wird aber auch einige Einschränkungen geben, um sicherzustellen, dass die NYFW die Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien des Staates New York "strikt einhält", was bedeutet, dass alle Veranstaltungen im Freien stattfinden und auf 50 Gäste begrenzt sind, wenn Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ohne Zuschauer stattfinden.

„Die Covid-19-Pandemie hat die globale Modeindustrie auf den Kopf gestellt und New York besonders hart getroffen", sagte Steven Kolb, Chief Executive Officer des CFDA, in einer Erklärung. „Die Modewoche ist eine kritische Zeit, in der Marken in der Lage sind, mit der Presse, den Einzelhändlern und den Verbrauchern in Kontakt zu treten, und ich bin stolz darauf, wie schnell der CFDA reagiert hat, um die Bedürfnisse der Industrie durch die Schaffung von Runway360 zu befriedigen.

Kolb fügte hinzu: „Angesichts noch nie dagewesener Herausforderungen und Unsicherheiten innerhalb unserer Branche hat sich die amerikanische Modewelt wieder einmal zusammengefunden, um sich gegenseitig zu unterstützen und ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis zu stellen."

Modewochen: Was wir von der S/S 21-Saison erwarten dürfen

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Molly Goddard von Ben Broomfield

LFW: 17. bis 22. September

Der British Fashion Council hat angekündigt, dass 80 Designer, darunter 40 Damenmode-, 15 Herrenmode-, 20 Herren- und Damenmode- sowie 5 Accessoire-Marken, im offiziellen Programm der Londoner Modewoche vertreten sein werden. Die meisten von ihnen planen nur digitale Events, wobei Designer wie Vivienne Westwood, Matty Bovan und Edward Crutchley sich für digitale Filmvorführungen entscheiden, während Raeburn und Nabil El-Nayal an Talks des British Fashion Council teilnehmen.

Doch 30 Designer und Marken, darunter Victoria Beckham, Eudon Choi, Molly Goddard, Bora Aksu, Mark Fast, Osman und Pronounce, planen eine Laufstegshow, eine Salonshow oder eine Präsentation. Während andere, wie Christopher Kane, Erdem, Roksanda, Simone Rocha, Temperley London, Halpern, Emilia Wickstead und Edeline Lee individuelle Termine anbieten werden, wird Bethany Williams eine Ausstellung veranstalten.

Die Londoner Modewoche beginnt mit Burberrys Livestream-Show, die, wie die Marke bestätigt hat, eine immersive Erfahrung sein wird. Sie soll eine Hommage an "Reinheit und Einfachheit" der britischen Natur darstellen, mit dem Ziel, einen neuen Raum für Gemeinschaft zu erforschen, um "sich wieder mit der Natur und untereinander zu connecten".

Bei seiner Ankündigung im Juni sagte Burberry in einer Erklärung: „Jetzt müssen wir mehr denn je umdenken, uns verändern. Wir haben uns schon immer zur Natur hingezogen gefühlt, und heute schauen wir auf die Reinheit und Einfachheit der Natur - wo unser Gründer Thomas Burberry unsere Grundlagen legte - und definieren unsere Mode durch neue Ausdrucksformen neu."

Am Ende der London Fashion Week stehen persönliche Termine bei Erdem und ein Modefilm von Richard Quinn auf dem digitalen Terminplan.

Eines Frage, die für die Branche im Raum steht: Wo sind all die aufstrebenden Talente? London ist im Laufe der Jahre durch FashionScout, FashionEast und NewGen als Brutstätte für neue Modelabels bekannt geworden. Gibt es in dieser Saison kein offizielles Angebot des British Fashion Council und keinen Raum, wo können neue Talente glänzen können?

Es besteht Hoffnung für die "Class of 2020". Die Graduate Fashion Foundation hat bestätigt, dass sie eine sechstägige Präsentation durchführen wird, um die besten Arbeiten zu präsentieren. Die Ausstellung wird während der gesamten Londoner Modewoche vom 17. bis 22. September laufen und eine viertägige öffentliche Vernissage umfassen, gefolgt von einer Vernissage im Beisein der Industrie an den letzten beiden Tagen, die den neuen Absolventen die Möglichkeit gibt, Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern, Einkäufern, Stylisten und Medien herzustellen.

Modewochen: Was wir von der S/S 21-Saison erwarten dürfen

Bild: mit freundlicher Genehmigung von Armani

MFW: 22. bis 28. September

Die Mailänder Modewoche wird als "phygitale Modewoche" angekündigt, wobei der vorläufige Zeitplan eine Mischung aus 28 physischen und 24 digitalen Modenschauen vorsieht.

Marken wie Fendi, Versace, Dolce & Gabbana, Salvatore Ferragamo, Max Mara und Marni haben erklärt, dass sie traditionell präsentieren werden, während Marken wie Nr. 21, Sunnei, Drome und MSGM, Missoni und DSquared und sich für digitale Präsentationen entschieden haben.

Das italienische Modehaus Giorgio Armani hat bestätigt, dass es seine kommenden Kollektionen für Emporio Armani und Giorgio Armani ohne Gäste präsentieren wird. Die Giorgio Armani-Show für Frühjahr/Sommer 2021 wird eine Laufstegveranstaltung sein, die zur besten Sendezeit in Italien ausgestrahlt wird. Die Linie Emporio Armani will ein spezielles Video mit Models sowie jungen Schauspielern, Sängern, Tänzern und Persönlichkeiten aus Branchen, die mit der Gemeinschaft der Marke verbunden sind und die Kollektion tragen, präsentieren.

Einer der Höhepunkte der Mailänder Modewoche wird voraussichtlich die mit Spannung erwartete Debüt-Show von Miuccia Prada und Raf Simons als Co-Kreativdirektoren bei Prada am 24. September sein. Am 27. September stehen neue Talente im Rampenlicht: Bei der Milano Moda Graduate Show werden Kollektionen von Studenten der besten Modeschulen Italiens gezeigt.

Neben Jil Sander, Bottega Veneta und Moschino hat Gucci im Mai angekündigt, dass es nur zwei "Off-Kalender"-Präsentationen pro Jahr plant.

Modewochen: Was wir von der S/S 21-Saison erwarten dürfen

Bild: Ami Herbst/Winter 2020, fotografiert von Paolo Roversi

PFW: 28. September bis 6. Oktober

In Paris hat der französische Verband Fédération de la Haute Couture et de la Mode bestätigt, dass 88 Marken auf dem offiziellen Programm stehen, von denen 25 Laufstegshows inszenieren werden, während der Rest zwischen physischen und digitalen Veranstaltungen aufgeteilt wird.

Die Schedule beginnt mit der japanischen Marke Mame Kurogouchi und endet mit Louis Vuitton, und umfasst Chanel, Dior, Balmain, Chloe, Balenciaga, Givenchy, Stella McCartney, Lanvin, Loewe, Thom Browne, Giambattista Valli, Elie Saab, Acne Studios, Kenzo, Mugler und Nina Ricci.

Einige zentrale Akteure fehlen auf dem Programm: Valentino hat sich statt Paris für die Mailänder Modewoche entschieden, während sich die Kering-Marken Alexander McQueen und Saint Laurent gegen eine Präsentation im Frühjahr/Sommer 2021 entschieden haben, ebenso wie Céline, Off-White, Lemaire, Rochas und Comme des Garçons, die angekündigt haben, ihre Kollektionen zwischen dem 19. und 23. Oktober im Rahmen von Mini-Shows oder Präsentationen in Tokio zu enthüllen.

Der Schauenplan sieht auch zehn neue Labels vor, die zum ersten Mal zum Programm gehören, darunter der britische Designer und LVMH-Preisträger 2016 Wales Bonner, die französischen Labels Ami, Ester Manas, Mossi und Vejas, die US-Marken Enfants Riches Deprimés, Gabriela Hearst und S.R Studio LA.CA sowie die dänische Marke Cecilie Bahnsen und das georgische Label Situationist.

Eine Marke, die eine physische Laufsteg-Show bestätigt hat, ist Ami, die von Alexandre Mattiussi gegründet wurde. Der Designer erklärte, dass er eine Unisex-Show zeigen werde, mit Looks aus Herren- und Damenkollektionen.

In einer Erklärung kommentierte Mattiussi seine Entscheidung, sich auf den Laufsteg zu begeben: "Der Laufsteg ist eine dynamische und immersive Erfahrung, die wir mit unseren Partnern, Kunden und dem Publikum durch Vorfreude, rohe Emotionen und Interaktion teilen. Die kreative Energie, die er erzeugt, ist für mein Team und mich von wesentlicher Bedeutung."

"Die Präsentation während der Pariser Modewoche entspringt meinem Wunsch, in dieser Saison eher eine physische als eine digitale Show zu zeigen, da nichts die Emotionen so stark transportiert wie eine Show in der Öffentlichkeit. Ich habe das Gefühl, dass wir in dieser Zeit mehr denn je das menschliche Miteinander brauchen.”

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Headerbild: Carmen González for FashionUnited

 

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