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Nachhaltiger Schmuck von der Britisch-Libanesischen Schmuckdesignerin Alexandra Hakim

Von Aileen Yu

8. Dez. 2020

Mode |INTERVIEW

Die britisch-libanesische Schmuckdesignerin Alexandra Hakim ist für ihr innovatives Kunsthandwerk und ihr Engagement für Nachhaltigkeit bekannt. Ihre Kreationen wurden in der Vogue Italia vorgestellt und von Rihanna getragen. Vor kurzem interviewte FashionUnited Hakim per E-Mail darüber, was sie zu ihrer Arbeit mit Metall und dem Zero-Waste-Ansatz ihres Labels inspiriert hat.

Dieses Jahr sahen sich Marken und Einzelhändler aufgrund der Auswirkungen der Pandemie auf die Weltwirtschaft mit beispiellosen Herausforderungen konfrontiert. Laut dem Consumer Data Tracker, PSFK Research, legt die Modeindustrie neuen Wert auf Nachhaltigkeit, Zirkularität und Effizienz. In dieser Frage- und Antwortserie beleuchtet FashionUnited vier nachhaltige und ethische Marken, die bereits zuvor auf dem Weg in eine sozial bewusstere und zirkuläre Zukunft der Mode waren.

Von der Entdeckung trostloser Küsten an der verschmutzten libanesischen Küste bis zu den lebhaften Zitrushainen des Mittelmeers waren Alexandra Hakims ausgedehnte Reisen nicht nur eine Quelle der Inspiration, sondern führten sie auch zur Entdeckung einzigartiger Materialien für ihre Schmuckstücke.

Hintergrund

Im Jahr 2016 lancierte Alexandra Hakim ihre gleichnamige Marke in Beirut und sorgte in der Schmuckszene für Furore. Dank ihres technischen Talents und ihrer markentypischen Methoden gewann sie den Respekt der überwiegend männlichen Handwerker- und Goldschmiedebranche. Hakim, die jetzt in Madrid lebt, entdeckte ihr Talent für Schmuck erstmals während ihres Studiums am Central Saint Martins in London. Anschließend erwarb sie einen BFA in Schmuck- und Metallschmiedekunst an der Rhode Island School of Design, wo sie sich auf Designinnovation spezialisierte und ihre von Nachhaltigkeit inspirierten Kollektionen entwickelte.

Wollten Sie schon immer Schmuckdesignerin sein und in der Modebranche arbeiten?

Ich habe mich schon immer von der bildenden Kunst und der Kunstgeschichte verführen lassen. In der Schule machte ich gerne große zeitgenössische Skulpturen und farbenfrohe Gemälde. Erst nachdem ich die Metallwerkstatt am Central Saint Martins ausprobiert hatte, beschloss ich, meinen Pinsel gegen eine Lötlampe und meinen Ton gegen Silberstücke einzutauschen. Ich begann, meine Skulpturen in Form von tragbarem Schmuck zu verkleinern, wobei ich den Körper als Leinwand benutzte, um meine Geschichten zu erzählen.

Was ist das Schönste daran, eine eigene nachhaltige Schmuckmarke zu schaffen?

Meine Marke fußt auf einem Zero-Waste-Ansatz, vom Konzept über den Entwurf bis zur Ausführung. Ich arbeite mit gefundenen Materialien und gebrauchten Objekten, die sonst weggeworfen würden. Ich nehme diese Elemente und verwandle sie in Schmuckstücke, um ihnen auf eine Weise neues Leben einzuhauchen, die jedes Detail des ursprünglichen Materials bewahrt. Das Schöne an der Arbeit mit Metall ist, dass es fast endlos eingeschmolzen werden kann, so dass nichts verschwendet wird. In diesem Sinne eignet sich der Schmuckherstellungsprozess ganz natürlich zur Nachhaltigkeit!

Was war die größte Herausforderung?

Ich fertige alles von Hand, somit ist jedes Stück einzigartig und authentisch. Die Idee, jeden Tag etwas Neues zu schaffen, ist der spannendste Teil meiner Arbeit, aber auch die größte Herausforderung. Sie erfordert ein hohes Maß an Konzentration, viel Ausprobieren und gutes handwerkliches Können. Heutzutage scheint die Bedeutung des Handwerks unterschätzt zu werden, aber für mich ist es für die DNA meiner Marke essentiell.

Was ist der wertvollste Rat, den Sie je erhalten haben?

Lerne, ‘nein’ zu sagen. Nicht jede Gelegenheit ist es wert, ergriffen zu werden. Es liegt in der menschlichen Natur, sich geneigt zu fühlen, all die interessanten Gelegenheiten wahrzunehmen, die sich einem bieten. Aber mit der Zeit, besonders als aufstrebender Designer, merkt man, dass es sich um eine Übung in Selbstdisziplin handelt. Obwohl Kooperationen und Veranstaltungen wichtig sind, geht es doch darum, zu wissen, welche es wert sind, ‘Ja’ zu sagen, ohne sich zu sehr zu verzetteln.

Hakims charakteristische Methode besteht darin, gefundene Objekte und gebrauchte Materialien direkt in Edelmetalle zu gießen, so dass nichts verschwendet wird.

Was stellen Sie sich für die Zukunft Ihrer Marke vor?

Mein Traum ist es, meinen eigenen Laden oder mein eigenes offenes Studio zu haben – ein experimenteller Raum, um wirklich mit Kunden in Kontakt zu treten und die Hintergründe der Marke zu enthüllen. Mir gefällt der Gedanke der vollständigen Transparenz in einer Branche, die so viele Informationen vor ihren Konsumenten zu verbergen scheint.

Was ist Ihr schnellster Weg zu einem nachhaltigen Mode-Look?

Vintage Denim und ein Paar goldene Ohrringe von Alexandra Hakim.

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Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Bild: Alexandra Hakim, ASV