Neuer Online-Modehändler kommt ohne Sweatshops, Photoshop aus

Frauen, die genug von unerreichbaren Schönheitsidealen haben, aber mit ihnen bombardiert werden, sobald sie zum Kleiderkauf schreiten, können aufatmen - der neue britische Online-Modehändler Birdsong hat ebenfalls die Nase voll und zeigt deshalb Frauen, die seine Mode modeln, wie sie sind: jung, alt, mit Falten, ohne Falten, dick, dünn, und alles ohne Photoshop.

Es kommt aber noch besser: Auf Birdsong.london finden Frauen fair beschaffte Mode, die 50-80 Prozent der Erlöse an die Frauen zurückgibt, die die Kleidungsstücke hergestellt haben (auf ethische und sweatshop-freie Weise versteht sich), ob sie nun in Malawi sitzen oder in Londons Brick Lane.

Eine der Marken, Madi Unterwäsche, spendet für jedes verkaufte Set Unterwäsche eines an Flüchtlinge; Khama Prints gibt 75 Prozent der Erlöse zurück an die Frauen, die sie gemacht haben und damit ihre Familien ernähren.

Birdsong feiert den weiblichen Körper, wie er ist

Birdsong wurde im August 2014 von drei Frauen gegründet, deren Anliegen einfach scheint, jedoch leider noch zu oft eher revolutionär anmutet: nämlich den weiblichen Körper so einzukleiden, wie er ist, ohne Veränderungen, einfach schön im derzeitigen Zustand.

"Wir wollten einen Dialog starten und jede Frau, die eine unserer Anzeigen sieht, soll verstehen, dass sie richtig ist, so wie sie ist", erklärte Sophie Slater die Idee hinter Birdsong und die derzeitige Kampagne #AsWeAre. Sie gründete Birdsong zusammen mit den Partnerinnen Sarah Beckett und Ruba Huleihel.

Derzeit werden Produkte von 14 Marken angeboten, darunter die Schmuck-Marken Relevee und Jit-Win-Yan aus Indien und Thailand, die von Frauen gemacht werden, die dem Menschenhandel beziehungsweise der Prostitution ausgeliefert waren. Alleinerziehende Mütter aus den USA machen Unterwäsche-Sets, in die sie versteckte, motivierende Nachrichten einnähen und Frauengruppen aus Swasiland, Kenia, Ghana und Malawi verkaufen ebenfalls ihre Produkte.

Neuer Online-Modehändler kommt ohne Sweatshops, Photoshop aus

"Unser Hauptanliegen ist ‘keine Sweatshops, kein Photoshop’. Wir wollen Mode schaffen, die fairer zu Frauen ist und wollen die Leute dazu bringen, mehr von ihrer Kleidung zu erwarten. Wir mögen Mode und Kleidung, aber die Bekleidungsindustrie ist entsetzlich zu ihrer Arbeiterschaft, die zu 85 Prozent aus mittellosen Frauen besteht. Unser gesamter Bestand stammt von wirklich kleinen Gruppen von Frauen oder wohltätigen Organisationen und wir helfen ihnen, Geld zu verdienen. 92 Prozent aller Frauenorganisationen in London hatten seit 2010 einen Finanzierungsengpass und wir fingen mit dieser Tatsache und unserer Begeisterung für Mode an. Wir wollten auch die Erwartungen der Leute an ethische Mode verändern, indem wir wirklich tolle Kleidung anbieten, die nicht wahnsinnig teuer ist oder [aussieht wie] Hanfsäcke", sagte Slater im Interview mit Dazed.

"Wir machen alles von einer feministischen Perspektive aus - angefangen von der Beauftragung feministischer Fotografen, um den männlichen Blick zu vermeiden, bis hin zum Einsatz für Arbeiterinnen und wohltätige Organisationen, indem wir unsere Kleidungsstücke fair von ihnen beziehen. Wir verpflichten uns auch, Models zu benutzen, die grundverschieden sind und alle Shoots zu einer unterhaltsamen und positiven Erfahrung für sie zu machen, und nie ihr Aussehen digital zu verändern. Wir benutzen unsere Website, um die Geschichte von allen zu erzählen, die mit Birdsong zu tun haben. Wir glauben an die Zusammenarbeit und daran, die Stimmen von Frauen zu Wort kommen zu lassen."

Birdsong bietet Strickwaren, Kleider, Mäntel und Jacken, Oberteile, Röcke und Shorts sowie Unterwäsche an, aber auch Accessoires wie Taschen und Schals sowie Schmuck. Kunden in Großbritannien können von der kostenlosen Zustellung Gebrauch machen, während internationale Kunden 5 Pfund (rund 7 Euro) zahlen.

 

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