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Oscar-Mode 2022: Stoff in Hülle und Fülle, tiefe Dekolletés und Renaissance

Von DPA

28. März 2022

Mode

Lupita Nyong'o in Prada, Sydney Sweeney in Miumiu und Olivia Colman in Dior. Bilder: Prada, Miumiu, Dior

Praktisch muss die Oscar-Mode natürlich nicht sein. Allerdings müssen die Gäste der Verleihung gute drei Stunden damit sitzen können – und das dürfte einigen am Sonntagabend in Los Angeles durchaus schwer gefallen sein. Denn um ihre Körper wanden sich Stoffarrangements im XXL-Format. So versank die Schauspielerin Sofia Carson ab der Taille abwärts in einem weit ausladenden Rockteil aus drapiertem, schwarzem Tüll – ein Modell von Giambattista Valli.

Die Singer-Songwriterin Billie Eilish hatte sich für eine theatralische, mit Rüschen überflutete Oversized-Robe von Gucci entschieden. Bei der Kolumbianerin Carolina Gaitán standen die lange Schleppe und die dramatischen Volumenspiele im Kontrast zu völlig unbekleideten Körperpartien. Ihre US-amerikanische Schauspielerkollegin Niecy Nash verfolgte einen ähnlichen Stil, hier in leuchtendem Pink. Und Jada Pinkett Smith schließlich zog eine gigantische Schleppe hinter sich her. Auch Stephanie Beatriz trug Schleppe – ihr fließendes, schwarzes Kleid von Dior hatte einen asymmetrischen Schnitt, der plissierte Stoff wurde mit einer gewundenen Kordel am Oberkörper in Form gebracht.

Lupita Nyong’o trug ein schwer anmutendes, ausgestelltes Kleid von Prada in Gelb, dessen Stoff mit Pailletten und Edelsteinen verziert war. Olivia Colman war in einem langen, silbernen Kleid von Dior Couture mit zahlreichen kleinen Falten und überlangen, weiten Ärmeln, die Volumen schafften, gekleidet

Stephanie Beatriz in Dior. Bild: Dior
Lupita Nyong'o in Prada. Bild: Prada
Olivia Colman in Dior Couture. Bild: Dior

Tiefe Dekolletés – nicht nur bei Frauen

Tiefe Dekolletés, hochgeschlitzte Kleider, Bauchfreiheit: Viele Gäste setzten in der Nacht auf Montag im Dolby Theatre von Los Angeles auf Outfits, die viel Haut zeigen. Etwa Amy Schumer, eine der drei Moderatorinnen der Veranstaltung, in einem Kleid von Oscar de la Renta. Schauspielerin Ariana DeBose gewann in der Nacht zu Montag den Oscar für die ‘Beste Nebendarstellerin’ in einer roten Robe von Valentino. Ebenfalls in Rot trat Tracee Ellis Ross auf. Ihr Kleid stammt von Carolina Herrera. Tennis-Champion Venus Williams hingegen wählte als Farbe weiß, als Designer Elie Saab. Auch dieser stattete seinen Entwurf mit einem tief sitzenden Dekolleté aus.

Und auch Darsteller Timothée Chalamet zeigte viel Haut. Der französisch-amerikanische Schauspieler trug eine funkelnd bestickte, kurze Smokingjacke mit Manschetten aus Spitze – ohne Hemd darunter. Ein Entwurf des französischen Luxuslabels Louis Vuitton. Der nächste Clou: Das Modell stammt aus der Damenkollektion. Dazu kombinierte er Schmuck von Cartier, dessen Markenbotschafter der 26-Jährige ist.

Sydney Sweeny, bekannt für die Verkörperung von Cassie Howard in der Netflix-Erfolgsserie Euphoria, trug eine pastellfarbene Robe von Miu Miu, dessen weit ausgeschnittenes Oberteil mit Swarovski-Kristallen überzogen war. Demi Singleton, ebenfalls in Miu Miu, präsentierte sich in einem trägerlosen Kleid mit Kristall-besetzten Bustier in Flieder. Rachel Ziegler zeigte Haut auf subtile Art und Weise mit einem durchscheinendem Tüllkleid mit drapiertem Ausschnitt von Dior – ebenfalls mit glitzernden Perlen überzogen.

Sydney Sweeney in Miumiu. Bild: Miumiu
Demi Singleton in Dior. Bild: Dior
Rachel Zegler in Dior Couture. Bild: Dior

Renaissance auf dem roten Teppich

Die schwedische Maskenbildnerin und Hairstylistin Eva von Bahr hat die Hochkultur nach Hollywood gebracht. Die 53-Jährige schritt in einer spektakulären, mit einem Renaissance-Gemälde bedruckten Robe über den roten Teppich in der Oscar-Nacht zum Montag. Wer in Kunstgeschichte bewandert war, erkannte sofort: Es ist die ‘Madonna im Grünen’, ein berühmtes Marienbildnis von Raffael, das als Original im Kunsthistorischen Museum in Wien hängt. Passend dazu gewählt war auch ihre Handtasche. Die hatte die Form einer Büste und erinnerte an den ‘David’ von Michelangelo, dem großen Raffael-Rivalen. (dpa/FashionUnited)
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