Paul Poiret: Ein großer Name wird zu neuem Leben erweckt

Paul Poiret, eines der berühmtesten Pariser Modehäuser des frühen 20. Jahrhunderts, soll reaktiviert werden. Ein mutiger Schritt.

Poiret – einst das mächtigste Couture Haus in Paris

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, denn seit Jahren tauchen immer wieder historische Marken im neuen Gewand auf: Die Modehäuser Vionnet, Carven … selbst die historische Modezeitschrift „Die Dame“ wurden wieder aufgelegt. Sie alle wollen an den Glanz vergangener Zeiten anknüpfen. Jetzt also auch Paul Poiret. In seiner Blütezeit war Poiret das mächtigste Couture-Haus in Paris. Berühmt war er für seine orientalischen Gewänder und die Befreiung der Frauen vom Korsett. Künstlerinnen und Frauen von Welt ließen sich von ihm einkleiden. Heute kann jedes Modemuseum stolz sein, wenn es zumindest ein paar Poirets in der Sammlung hat.

Finanzkräftige Investoren aus Südkorea

Die Wiedergeburt könnte glücken, denn durchgeführt wird sie von der belgischen Geschäftsfrau Anne Chapelle, der bereits der Aufstieg von Ann Demeulemeester und Haider Ackermann geglückt ist. Dass heute kaum einer mehr den Namen Poiret kennt, schreckt sie offenbar nicht. Die neuen digitalen Möglichkeiten in der Kommunikation sollen ihr dabei helfen, den Namen wieder bekannt zu machen, sagt sie in einem Interview mit dem Branchportal Business of Fashion.

Hinter dem Relaunch stehen finanzkräftige Investoren, nämlich Chung Yoo-Kyung, Enkelin des Gründers des südkoreanischen Samsung-Konzerns Lee Byung-Chul. Als Präsidentin des Luxuskaufhauses Shinsegae, das ihrer Familie gehört, war Yoo-Kyung dafür verantwortlich, mehrere große Luxusmarken nach Südkorea zu bringen, darunter Givenchy, Dries Van Noten, Céline und Moncler. Selbst eine neue Marke zu lancieren gehörte bisher aber nicht zu den Erfahrungswerten des Unternehmens.

Yiqing Yin verantwortet das Design

Das Design wurde der in Paris ansässigen chinesischen Modeschöpferin Yiqing Yin übertragen. Mit einem Abschluss der ENSAD (École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs) gewann Yiqing Yin 2009 den Großen Kreativpreis der Stadt Paris und wurde 2011 mit dem First Collections Prize of the ANDAM ausgezeichnet. Seit der Gründung ihrer eigenen Marke Yiqing Yin im Jahr 2011, wurde sie offiziell als Gastmitglied in die Präsentationsagenda des französischen Couture-Verbandes aufgenommen. Im Dezember 2015 würdigte der französische Modeverband ihre Arbeit mit der Bezeichnung Haute Couture und verlieh ihr gleichzeitig den Status eines ständigen Mitglieds.

Während Yin's Pariser Label für seine aufwendige Arbeit an Falten, Geweben und skulpturalen Volumen bekannt ist, soll das neue Poiret vor allem Ready-to-Wear sein, ergänzt um Schuhe, Handtaschen und Kleinlederwaren und dem Ziel, später auch Parfum und Beauty Produkte auf den Markt zu bringen.

Wie man Poiret in die Gegenwart überführen will, wird man zuerst im März sehen. Dann feiert das Label auf der Paris Fashion Week seine Premiere.

Foto: Website poiret.com

 

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