Nach Daunen, Pelz und Angora geht es jetzt Mohair an den Kragen: Die Unternehmen Arcadia Group, Gap, Inditex und H&M verbieten Mohair nach einer ersten Augenzeugenermittlung der Mohair-Industrie durch die Tierschutzorganisation PETA, die zeigt, wie Arbeiter langsam leidende Ziegen töten und verstümmeln. Dies gab PETA in einer Pressemitteilung vom 1. Mai bekannt.

Mohair ist das feine Haar der Angoraziege, die zweimal im Jahr geschoren wird. Wie bei der Schafschur könnte dies schmerzlos für die Tiere ablaufen, wenn die Scherer sich entsprechend Zeit nehmen und sorgfältig vorgehen würden. Praktisch ist dies jedoch nicht der Fall, da die Arbeiter nach Volumen und nicht pro Stunde bezahlt werden.

PETA- Exposé klagt Mohair-Industrie an

PETA Asias Video-Exposé, das sich auf zwölf im Januar und Februar dieses Jahres besuchte südafrikanische Farmen bezog, enthüllt brutalste Schurmethoden: Die Ziegen werden an den Hörnern herumgeschleift oder am Schwanz vom Boden aufgehoben, was ihr Rückgrat brechen kann. Die empfindlichen Ohren der Ziegen werden mit Zangen verstümmelt und verletzte und blutende Ziegen ohne schmerzstillende Mittel genäht.

„Babyziegen wurden vor Schmerzen und Ängsten schreiend auf dem Scherboden zurückgelassen, alles für Mohairpullover und -schals”, sagte Yvonne Taylor, Leiterin für Unternehmensprojekte bei PETA. „PETA drängt Verbraucher deshalb, Kleideretiketten sorgfältig zu prüfen, und wenn ein Artikel Mohair enthält, diesen im Laden zu lassen.”

Arbeiter der Farmen gaben zu, dass viele Ziegen nach der Schur sterben, weil sie dem kalten Wind und Regen ausgesetzt sind, nachdem ihre natürliche Schutzschicht weggeschoren wurde - rund 40.000 Tiere starben so in Südafrika an nur einem Wochenende. Zudem werden Ziegen, für die es keine Verwendung mehr gibt, auf brutalste Weise umgebracht, etwa ihr Genick gebrochen oder ihre Kehle langsam mit einem stumpfen Messer durchgeschnitten.

PETA USA wendet sich deshalb an Strafverfolgungsbehörden in Südafrika und fordert sie auf, die Umstände zu untersuchen und Anzeige zu erstatten, da die Praktiken gegen Südafrikas Tierschutzgesetz von 1962 verstossen. Rund 50 Prozent des gesamten weltweit produzierten Mohairs stammen aus Südafrika.

Die Arcadia Group gab bereits bekannt, für keine ihrer acht Marken Mohair mehr einzukaufen zu wollen. Zu den Marken von Arcadia gehören Topshop und Miss Selfridge. Auch Gap Inc wird nicht länger Produkte mit Mohair für eine ihrer Marken kaufen. Sieben Modemarken von Inditex - darunter Zara - und acht Marken von der H&M Gruppe ,Hennes & Mauritz AB, wollen bis 2020 mohairfrei werden.

„Nichts ist weich und kuschlig an einer Industrie, die jedes Jahr Millionen Ziegen misshandelt und später tötet. Es gibt so viele warme, gemütliche und stylische Pflanzen- und Kunstfasern, wie Baumwolle, Tencel, PolyLana oder Sojaseide. Bitte schauen Sie beim Shopping auf das Etikett und kaufen und tragen Sie vegane Mode, um Tiere und Umwelt zu schützen”, fordert PETA die Verbraucher auf.

 

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