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Peta hat nach neuer Untersuchung wieder LVMH im Visier

Von Simone Preuss

23. Dez. 2021

Mode

Bild: Roger Brown / Pexels

Die Tierschutzorganisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) hat eine neue Untersuchung der LVMH-Lieferkette veröffentlicht, in der die grausame Behandlung von Tieren aufgedeckt wurde, die für einige Luxusprodukte der Marke verwendet werden.

Behandlung von Schlangen ist „inhuman und inakzeptabel“

Pythonschlagen geht es besonders an den Kragen: Der asiatischen Zweig der Tierschutzorganisation veröffentlichte Aufnahmen von zwei indonesischen Schlachthöfen des Luxuskonzerns, in denen mehrere Arbeiter dabei gefilmt wurden, wie sie lebende Schlangen mit Hämmern betäubten und dann wahrscheinlich noch lebend häuteten.

Und nicht nur das: In dem verstörenden Video ist auch zu sehen, wie die Schlangen aufgehängt und mit Wasser gefüllt werden, um ihre Haut zu dehnen. Laut Dr. Clifford Warrick, einem Reptilienexperten, der die Aufnahmen begutachtete, ist diese Methode nach internationalen Standards „inhuman und inakzeptabel“.

Auf Straußenfarmen hat sich nichts verbessert

Bereits 2016 geriet LVMH ins Visier von PETA mit einer Untersuchung von Krokodil- und Straußenfarmen, die als Zulieferer des Modehauses gelten. Das von der Organisation beschaffte Filmmaterial enthüllte erschreckende Haltungsbedingungen der Tiere und grausame Schlachtmethoden.

Fünf Jahre später sind die Zustände nicht besser - Peta USA erhielt jüngst Filmmaterial von Straußen das zeigt, dass sie etwa ein Jahr lang in kargen, schmutzigen Lagern gehalten werden, bevor sie zum Schlachten geschickt werden. Im Schlachthof werden sie gewaltsam gefesselt, elektrisch betäubt und auf den Kopf gestellt, bevor ihnen vor den Augen ihrer Artgenossen die Kehle durchgeschnitten wird.

Auch Krokodile leiden

Schlangen und Strauße sind nicht die einzigen Tiere, die für Produkte des Luxuskonzerns, zu dem Marken wie Celine, Louis Vuitton und Dior gehören, leiden müssen. Eine von Peta Asien durchgeführte Untersuchung von Krokodilfarmen in Vietnam, die Häute an das Unternehmen lieferten, zeigte Tausende von Reptilien, die regungslos in schmutzigen, engen Betongruben liegen, von denen einige schmaler sind als ihre eigene Körperlänge.

Die Organisation fordert LVMH deshalb auf, den Verkauf exotischer Häute unverzüglich einzustellen: „Anstatt üppige Dschungel und Sümpfe zu erforschen und all die Sinnesfreuden zu erleben, für die sie so empfänglich sind, werden die Tiere in der Lieferkette von LVMH missbraucht und gequält, nur um Handtaschen und Schuhe herzustellen“, heißt es in dem Expose von Peta.

LVMH geht mit diesen Praktiken gegen seinen eigenen Verhaltenskodex vor, der auch für Zulieferbetriebe gilt. Darin heißt es unter „Umweltvorschriften und Umweltschutz“, dass diese sich an eine „Umsetzung von Best Practices in der gesamten Lieferkette zugunsten des Tierschutzes“ halten müssen beziehungsweise in einem gesonderten Punkt, dass diese auch die „Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt“ einhalten und beweisen können müssen.

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