• Home
  • Nachrichten
  • Mode
  • Proteste und Idealismus: 5 Trends für F/S 2021

Proteste und Idealismus: 5 Trends für F/S 2021

Von Nora Veerman

26. Feb. 2020

Mode |TREND SEMINAR

Das neue Jahrzehnt ist ein Jahrzehnt der Unsicherheit und Komplexität, aber auch der unbegrenzten Möglichkeiten. Es sind diese sozialen Spannungen, die laut der Trendanalytikerin Christine Boland die Entwicklung in der Saison Frühjahr/Sommer 2021 bestimmen werden. Boland präsentierte diese Woche während eines von Appletizer im Pakhuis de Zwijger in Amsterdam organisierten Seminars eine umfassende Trendprognose für die Saison.

„Dieses Jahrzehnt wird entscheidend sein“, sagte Boland. „Die Welt kann zwei Wege gehen: in Richtung Machtdarstellung, Ausgrenzung, Polarisierung und Schwarz-Weiß-Denken oder in Richtung Einfühlungsvermögen, Kreativität und Träume.“ Laut Boland übersetzt sich diese Ambiguität in Design, Lebensstil und auf den Laufstegen, wo sowohl Sozialkritik als auch Idealismus wichtige Themen sind. Hier sind die fünf Trends von FashionUnited zusammengefasst, die für die neue Saison charakteristisch sein werden.

Machtdarstellung

Die Diskussion über die globalen Machtverhältnisse hat sich auf den Laufsteg verlagert. So fand beispielsweise Balenciagas S/S20-Show in einem selbst konstruierten, fiktiven Europaparlament statt. Im Frühjahr 2021 beziehen sich Mode und Design speziell auf männliche Machtdarstellungen, mit breiten Schultern, quadratischen Formen und Verweisen auf Workwear und die Uniform in „europäischem Blau“ oder in neutralen Tönen.

Balenciaga SS20 und Balmain S/S20. Bild: Catwalkpictures

Protest und Rebellion

Eine ausgeprägtere Ablehnung des ‘Systems’ schlägt sich auch in der Mode nieder, mit Elementen, die der Demonstrations- oder Protestkultur entlehnt sind. Der Trend ist gekennzeichnet durch einen provokanten Mix aus Einflüssen und Materialien, die die Mode auf den Kopf stellen, mit hellen, aggressiven Farben - oder Regenbogenfarben - sowie auffälligen Texten und Banderolen. Als Inspiration für den Trend nannte Boland die Umweltaktivistin Greta Thunberg und Protestbewegungen wie Extinction Rebellion.

Balmain S/S20 und Burberry S/S20. Bild: Catwalkpictures

The Schönheit des Recycelten

Die drängenden Probleme des Überkonsums, der Überproduktion und der drohenden Klimakrise ermutigen Unternehmer, aus Abfall etwas Neues und Schönes zu machen. Recycelter Kunststoff wird zunehmend zu einem Schlüsselmaterial für neue Produkte. Seine Farben und Formen können auch zu neuen Texturen und Mustern inspirieren. So finden sich beispielsweise Netzstrukturen in Kleidung und Accessoires ebenso wie farbenfrohe, marmorähnliche Muster, die an geschmolzenen Kunststoff angelehnt sind.

Stella McCartney S/S20 and Jil Sander S/S20. Bild: Catwalkpictures

In Harmonie mit der Natur

„Mutter Natur ist das Vorbild für das neue Jahrzehnt“, sagte Boland. Eine erneute Verbindung mit der Natur ist ein zentrales Thema für die Saison S/S21. Typisch dafür ist das Interesse am Leben auf dem Land, im direkten Kontakt mit der Natur - am besten auch an einer autarken Lebensweise. In Mode und Design drückt sich dies im vermehrten Einsatz natürlicher Materialien wie Holz und Schilfrohr sowie von Inlettstreifen und Spitzen aus.

Christian Dior S/S20 and Chloé S/S20. Bild: Catwalkpictures

Blumenmeer

In Einklang mit der neuen Liebe zur Natur steht die Faszination für Blumen. „Natürlich sind Blumen immer ein Thema“, stimmt Boland zu, „aber in dieser Saison geht es vor allem um exotische, skulpturale Blumen, die fast wie Tiermotive aussehen, und ihre Gegenstücke: einfache Wiesenblumen“. Eine weitere Neuerung im Bereich der Blumen: komplette Outfits im Blumendruck, wie eine wandelnde Blumenwiese.

Dries van Noten x Christian Lacroix S/S20 and Stella McCartney S/S20. Bild: Catwalkpictures

Foto: Courtesy of Burberry (S/S20)

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ