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Smarte Kleidung: hilft beim Sport und bei Schusseligkeit

Von Regina Henkel

12. Dez. 2018

Mode

Die Elektronik zieht in unsere Bekleidung ein und schafft dort völlig neue Anwendungsszenarien. Ob im Sport, am Arbeitsplatz oder im Alltag – es gibt jede Menge Ideen für neue Einsatzmöglichkeiten von smarter Kleidung.

Skijacke mit Funktionssteuerung

Die schweizerische Premium-Skibekleidungsmarke Kjus präsentiert das weltweit erste Kleidungsstück mit einer elektro-osmotischen Membran, die sich vom Nutzer steuern lässt. Die neue Textiltechnologie namens Hydro_Bot transportiert Schweiß mit Hilfe von Elektro-Osmose aktiv von der Innenbekleidung weg und aus der Jacke hinaus. So bleibt der Körper trocken und warm, weil keine Feuchtigkeit eingeschlossen wird, die bei geringerer Aktivität langsam abkühlt und den Körper auskühlt. Skifahrer müssen damit weniger Energie für die Thermoregulation aufwenden.

Die Steuerung erfolgt über zwei Paneele, die mit der Hydro_Bot Technologie an schweißintensiven Zonen im Rücken positioniert sind. Kern der Technologie ist eine Membran aus Milliarden von Poren pro Quadratmeter, die von einem leitfähigen Gewebe umgeben ist. Mittels eines kleinen elektrischen Impulses verwandeln sich die Poren in Mikropumpen, die aktiv Feuchtigkeit vom Körper weg und aus der Jacke leiten. Über ein integriertes Steuergerät oder über die iPhone- & Android-App kann die Funktion ein- und ausgeschaltet werden.

Jeansacke hilft bei Vergesslichkeit

Internet-Riese Google hat mit Levi’s eine Jacke entwickelt, die gegen Schusseligkeit hilft: Sie sorgt dafür, dass man das Handy nirgends liegen lässt. Die Idee wurde schon vor einem Jahr geboren, als Google mit einem Update dafür sorgte, dass die Levi's Commuter -Jeansjacke auf die Googledienste "Illuminate" und "Find Your Phone" zugreifen konnte. Jetzt hat das Unternehmen die Idee noch ausgebaut: Statt der manuellen Suchfunktion für das Smartphone bietet die Jeansjacke nun auch einen "Always Together"-Modus, der einen automatischen Alarm auslöst, wenn Jacke und Phone sich zu weit voneinander wegbewegen. Dabei wird auf zwei Wegen Alarm geschlagen: Das Wearable am Ärmelsaum der Jacke leuchtet und vibriert und die zugehörige Jacquard-App sendet eine Pushnachricht ans Smartphone. Bereits vor dem neuen Update ermöglichte konnte der Träger über den Druckknopf am Ärmelaufschlag die Musikwiedergabe seines Smartphones steuern oder sich von Google Maps zum Ziel navigieren lassen.

Shirt beugt Unfällen vor

NTT Data, Anbieter von Business- und IT-Lösungen, bietet das smarte hitoe T-Shirt an. Entwickelt wurde es von der japanischen NTT Group und Toray, japanischer Spezialist für Materialtechnologie und Funktionsstoffe. Ausgestattet mit einem Sensor und aus einem speziellen, leitungsfähigen Garn hergestellt, misst das Shirt bioelektrische Signale wie Herzfrequenz, Puls und Muskelkontraktionen des Trägers. Auf Basis der Daten lassen sich Rückschlüsse auf den körperlichen oder mentalen Zustand der Person ziehen und beispielsweise deren Puls, Stresslevel, Müdigkeit und Körperhaltung ermitteln. Ebenfalls lassen sich Energieverbrauch, körperliche Belastung oder Hitzestress messen. Durch das Monitoring sind darüber hinaus Stürze erkennbar.

Die Daten stehen unmittelbar per Smartphone zur Verfügung. Für tiefergehende Analysen lässt sich hitoe zudem mit einer Service-Plattform verbinden. Busfahrer und Bodenpersonal an Flughäfen in Japan sollen das Shirt bereits tragen, das dabei helfen soll, Unfälle zu vermeiden.

Fotos: Kjus, Levi’s, hitoe-toray.com