Time nimmt Windbreaker von Armedangels in die Liste der besten Erfindungen 2026 auf
Die deutsche Modemarke Armedangels ist mit ihrem Windbreaker aus 100 Prozent Tencel Lyocell in der Kategorie Outerwear auf der ‚Best Inventions 2026‘-Liste des amerikanischen Magazins Time vertreten. Laut der Marke ist es der erste Windbreaker mit einem Ripstop-Außenmaterial, das vollständig aus dieser Holzfaser gewebt ist und ohne Membran, synthetische Fasern oder PFAS auskommt.
Time wählt jährlich 300 Erfindungen basierend auf Kriterien wie Originalität, Wirksamkeit, Ambition und Wirkung aus. Für die diesjährige Liste bat das Magazin um Nominierungen von Redakteur:innen und Korrespondent:innen weltweit sowie über ein Online-Bewerbungsverfahren.
Das 2007 in Köln gegründete Unternehmen Armedangels entwickelte die Jacke gemeinsam mit der Lenzing Group, der Textilberatung Montebelo und der Weberei Hermin Textile. Die Marke brachte den Windbreaker im März als Teil der Frühjahr/Sommer 2026-Kollektion auf den Markt.
„Bei funktioneller Outdoor-Bekleidung ist die Industrie immer noch fast vollständig von Polyester, Polyamid und chemischen Ausrüstungen abhängig“, so Gründer und CEO Martin Höfeler. „Deshalb haben wir mit einer einfachen Frage begonnen: Kann ein Stoff aus Holz das leisten, wofür normalerweise synthetische Materialien benötigt werden?“
Von der Faser zum Gewebe
Die Jacke besteht aus Tencel Lyocell-Fasern von Lenzing. Diese stammen aus zertifiziertem oder kontrolliertem Holz. Die Produktion erfolgt in einem geschlossenen Kreislauf, in dem das Lösungsmittel zurückgewonnen wird. Laut Lenzing benötigt dieser Prozess mindestens 50 Prozent weniger Wasser. Zudem verursacht er mindestens 50 Prozent weniger CO₂e-Emissionen als herkömmliches, markenloses Lyocell. Die Berechnung erfolgte nach ISO 14040/44 über Higg MSI 3.8.
Die Fasern werden in Taiwan zu ultrafeinen, starken Garnen gesponnen. Hermin Textile webt daraus ein dichtes Ripstop-Gewebe. Dieses wird anschließend unter Druck und Hitze dauerhaft verdichtet. Die Methode ist von der Art und Weise abgeleitet, wie Gestein unter Druck verklumpt. Laut der Marke wird dadurch eine Windbeständigkeit von bis zu 97 Prozent erreicht.
Bei Feuchtigkeit quellen die Lyocellfasern leicht auf, wodurch sich das Gewebe schließt. Eine PFC-freie Ausrüstung schützt vor leichtem Regen. Die Jacke ist leicht wasserabweisend, aber nicht wasserdicht.
Fast vollständig ohne synthetische Zutaten
Auch die Komponenten sind weitestgehend frei von synthetischen Materialien: 99,9 Prozent der Zutaten sind nicht-synthetisch und nicht auf Erdölbasis. Dazu gehören unter anderem ein Reißverschlussband aus Baumwolle mit Metallzähnen; Kordelstopper aus Metall; Bündchen aus Baumwolle und Naturkautschuk und ein reflektierender Druck auf Wasserbasis. Nur ein kleines Endstück des Reißverschlusses ist noch aus Plastik, da es dafür noch keine ausreichend nachhaltige Alternative gibt.
Der Windbreaker wurde digital in CLO3D entworfen, hat eine genderneutrale Passform und ist in drei Farbvarianten erhältlich. Armedangels betrachtet die Jacke als Proof of Concept und als Grundlage für die Entwicklung weiterer Outerwear ohne synthetische Fasern.