Wer hätte gedacht, dass das Tragen eines einfachen T-Shirts eine Festnahme nach sich ziehen kann? Und zwar nicht von der Fashion Police. In der Türkei wurden in der letzten Woche 15 Menschen verhaftet, nur weil sie ein weißes T-Shirt mit dem Aufdruck "Hero" vor einem schwarzen Hintergrund trugen. Darunter war die Unterschrift "Heroes are immortal" zu sehen.

Die türkischen Behörden argumentierten, dass das T-Shirt eine versteckte Nachricht und Unterstützung für den Drahtzieher des Putschversuchs am 15. Juli letzten Jahres, Fethullah Gulen, sei, einem islamischen Priester aus den USA. Deshalb wurden in den letzten Tagen 15 Menschen verhaftet.

Die Kontroverse begann, nachdem ein Verdächtiger im angeblichen Komplott um ein Attentat auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, zum Gerichtstermin ein weißes "Hero"-T-Shirt trug. Danach wurden wurden 15 Menschen verhaftet, die dieses T-Shirt trugen, darunter ein Verwandter des Angeklagten, sowie ein Kellner in einem Luxushotel in Antalya, der das T-Shirt auf dem Weg zur Arbeit trug.

Auch ein 22 Jahre altes Pärchen, das ebenfalls in Antalya mit gleichen T-Shirts einen Motorradausflug machte, wurde von der Polizei gejagt, so die Tageszeitung Hurriyet. Ein Mann in der westlichen Stadt Canakkale wurde ebenfalls verhaftet.

Einige der Verhafteten befinden sich immer noch in Polizeigewahrsam und werden beschuldigt, "Propaganda für eine Terrorgruppe zu machen", während andere, wie zwei Studierende aus Eskisehir, die aussagten, das T-Shirt "aus Versehen" gekauft zu haben, wieder freigelassen wurden.

In der Öffentlichkeit und besonders in den sozialen Medien ist die Empörung groß, da die Anschuldigung als eine Beleidigung für die 249 Menschen gesehen wird, die beim Putschversuch starben. "Bürger denunzieren Menschen, die 'Hero'-T-Shirts tragen und die Polizei inhaftiert sie. Unsere Gesellschaft hat komplett den Verstand verloren", schrieb ein Benutzer auf Twitter.

Die Produktion der T-Shirts soll inzwischen eingestellt worden sein.

 

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