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Unabhängige Marken und Kreativität prägen die 42. Ausgabe der Riga Fashion Week

Als Maßstab für die baltische Modebranche präsentierte die Veranstaltung 18 Marken.
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Ein Look von Varens, präsentiert auf der Riga Fashion Week Credits: Mit freundlicher Genehmigung der Riga Fashion Week, ph. Toms Norde
Von Isabella Naef

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In einer Zeit, in der multinationale Marken darum kämpfen, ihre Umsätze wieder auf frühere Niveaus zu bringen und dabei oft an ihre Marken-DNA und Archive gebunden bleiben, setzt die aktuelle Generation der lettischen Mode auf etwas anderes: tief verwurzelte Geschichte und eine lebendige, eigenständige Kreativität. Diese beiden Faktoren prägten auch die jüngste Ausgabe der Riga Fashion Week.

Vom 14. bis 18. April fand die 42. Ausgabe der Veranstaltung statt, die von Elena Strahova gegründet wurde und bis heute von ihr geleitet wird. Insgesamt präsentierten 18 Designer:innen aus Estland, Lettland, Litauen sowie internationale Labels ihre Kollektionen und gaben einen umfassenden Einblick in die Vielfalt der baltischen Modeszene.

Zu den lettischen Marken, die ihre Herbst/Winter 2026/2027 Kollektionen zeigten, gehörten Anna Kruz, Baé by Katya Shehurina, Iveta Vecmane; Katya Katya, Natalija Jansone, Studio Mx, Sviests by Sergey Hatanzeisky, Una Berzina und Verens. Ergänzt wurde das Programm durch internationale Designer:innen wie Hannes Rüütel aus Estland, Laura Daili und Lilija Klim-Larionova aus Litauen sowie Paul Williams Atelier (Großbritannien/Nigeria) und A.Cont (Spanien/Peru).

Der Showroom „Latvian Design Stories-Butterman“ im Zentrum von Riga bot zudem Raum für Präsentationen von Novaliss (Spanien/Lettland), Annaelizabete.Fashion und Lyuiize aus Lettland. Unter den teilnehmenden Labels befanden sich sowohl etablierte Namen als auch unabhängige, nischenorientierte Marken. Während ihr Hauptmarkt früher häufig Russland war, verlagern viele von ihnen seit Ausbruch des Konflikts ihren Fokus zunehmend auf die baltischen Staaten und den europäischen Markt, insbesondere über den Ausbau von E-Commerce-Strukturen.

Enge Verbindung zwischen Mode, Alltag und Publikum

Besonders auffällig bei der lettischen Modewoche ist die hohe Besucher:innenzahl bei den Schauen, zu der auch die breite Öffentlichkeit gehört. Die Kund:innen der Marken, nicht unbedingt Schauspieler:innen oder Prominente, werden von den einzelnen Labels eingeladen. Sie erscheinen in sorgfältig ausgewählten Outfits, sogar in formeller Abendgarderobe. Die Schauen in der lettischen Stadt finden ab dem späten Nachmittag statt. Die Mittagszeit ist für Showroom-Besuche, Präsentationen kleinerer Marken oder Museumsausstellungen reserviert.

Diese enge Verbindung zwischen Mode, Alltag und Publikum ist eng mit der Geschichte der Stadt verknüpft. Riga pflegt seit langem ein ausgeprägtes Gespür für Mode und Handwerkskunst, das sich insbesondere während der Sowjetzeit entwickelte. Damals herrschte ein Mangel an Kleidung und Accessoires, weshalb viele Menschen begannen, ihre Garderobe selbst herzustellen. Diese Notwendigkeit förderte Kreativität und handwerkliches Können nachhaltig.

Dieses Erbe wirkt bis heute nach. Agrita Greenwald, Kuratorin und Projektmanagerin des Rigaer Modemuseums, erklärte gegenüber FashionUnited: „Um dem Bedürfnis nach eleganter Kleidung nachzukommen, mussten viele Lett:innen, die in den Geschäften nicht fanden, was sie wollten, erfinderisch sein und lernen, Kleidung mit eigenen Händen herzustellen“.

Dies mag auch der Grund sein, warum der Geschmack für ‚gutes Kleiden‘ wichtig geblieben ist, besonders bei bestimmten Anlässen. Natalya Muzichkina, Gründerin und Direktorin des Rigaer Modemuseums, sagt dazu: „Man sieht es deutlich, wenn man ins Theater geht, wo die Leute die Sitte beibehalten haben, sich angemessen zu kleiden“.

Historie und Alltag prägen Kollektionen

Vor diesem Hintergrund wird auch verständlich, warum sich bestimmte gestalterische Ansätze in der lettischen Mode etabliert haben. Ein besonders charakteristisches Merkmal ist der Einsatz von Lagenlooks. Diese sind nicht nur stilistisch motiviert, sondern auch funktional. Die Temperaturen können innerhalb eines Tages stark schwanken, von wenigen Grad am Morgen bis zu etwa 15 Grad am frühen Nachmittag.

Diese Verbindung von Funktionalität, Geschichte und kreativer Freiheit spiegelt sich auch in den Kollektionen wider, die während der Modewoche präsentiert wurden. Die litauische Designerin Laura Daili zum Beispiel brachte Looks auf den Laufsteg, die von Materialkontrasten, künstlerischen Details, Transparenz und skulpturalen Silhouetten geprägt waren. Die Inspiration für die Kollektion mit dem Titel ‚Invisible tension‘ ist das Glassplitter.

Dieser symbolisiert nicht nur Verletzlichkeit, sondern auch Veränderung: das Ende des Alten und den Beginn des Neuen. Diese Idee wird durch die persönliche Interpretation der Designerin bereichert. Das Sprichwort ‚Scherben bringen Glück‘ wurde in eine visuelle Sprache übersetzt, in der die Zersplitterung einen ästhetischen Wert erhält. Die Ästhetik der Kollektion ist auch vom persönlichen Umfeld der Designerin beeinflusst. Ihr Mann ist Glaskünstler, wodurch die Arbeit mit diesem Material zu einem festen Bestandteil der Modekreation wird. Transparenz, Reflexionen, klare Linien und Struktur sind keine zufälligen Elemente, sondern eine konsequent entwickelte Designrichtung.

Ein Look aus der Herbst/Winter 2027 Kollektion von Laura Daili Credits: Riga Fashion Week, ph, Toms Norde

„Einer der stärksten Akzente der Kollektion sind die Korsetts, Accessoires und Strukturelemente aus recyceltem Glas. Hier dient Glas nicht nur als dekoratives Detail, sondern als strukturelles Material, das die Körperlinien definiert und den Effekt einer zerbrechlichen Rüstung erzeugt“, erklärte die Designerin Laura Dailidėnienė.

Visuell lebt die Kollektion von Kontrasten. Lagen-Silhouetten und leichte, fließende Kleider wechseln sich mit starren, architektonischen Formen ab und schaffen ein dynamisches Ganzes. Transparenz wird hier sowohl zu einer ästhetischen Wahl als auch zu einer konzeptionellen Ebene. Die Farbpalette wird von Minztönen, kühlen Grüntönen und leuchtendem Rot dominiert. Diese werden mit Schwarz und Weiß kombiniert, um das Gefühl von Frische und Zartheit zu verstärken.

Ein Look aus der Kollektion von AnnaElizabete.Fashion Credits: AnnaElizabete.Fashion, ph. Mārtiņš Goldbergs

Interessant war auch die Brautkollektion der Designerin Anna Elizabete. Sie ist eine Ode an die Weiblichkeit, die zarte Spitze und Häkelarbeiten mit modernem Design verbindet. „Es sind alles recycelte Stücke, in vielen Fällen Tischdecken oder Untersetzer“, sagte die Designerin Anna Elizabete Kasparsone, die die Marke gegründet hat, zu FashionUnited. „Das sind Kleidungsstücke, die in mehreren Versionen miteinander kombiniert werden können. Ich überlasse die Wahlfreiheit sehr gerne den Kund:innen“.

Neben der Integration von Upcycling-Techniken umfasst die Kollektion auch Accessoires, die in Zusammenarbeit mit der Marke Korte Art entstanden sind. „In vielen Fällen entwerfe ich auch maßgeschneiderte Kleidung; zu meinen Kund:innen gehören viele Theaterschauspieler:innen und Musiker:innen“, betonte Kasparsone. Sie absolvierte die Kunstakademie Lettlands und sammelte Berufserfahrung durch Praktika bei Luxusmarken in London sowie durch die Teilnahme an internationalen Ateliers und Wettbewerben in Italien, Frankreich und China.

Vielzahl von Interpretationen der Modebranche

Studio Mx, das am ersten Tag seine Kollektion zeigte, ist eine Semi-Couture-Marke für Damenmode. Das Label fertigt jedes Kleidungsstück auf Bestellung und langlebig, um nie aus der Mode zu kommen, auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit.

Die Schöpferin von Mx ist Megija Luīze Pudāne. Sie stammt aus Lettland und schloss 2024 ihr Modedesign-Studium am Ifa Paris ab.

Die Herbst/Winter 2027 Kollektion von Studio Mx Credits: Riga Fashion Week, ph. Toms Norde

Megija gründete die Marke 2020. Sie begann mit farbenfrohen Kreationen, ohne bereits eine klare Vorstellung vom Stil oder der Identität der Marke zu haben. Den Namen Mx nahm die Marke 2021 an.

Während ihres Studiums perfektionierte sie ihre Fähigkeiten und fand ihren eigenen Stil. Dieser zeichnet sich durch eine Ästhetik schlichter, aber eleganter Designs aus, die sich auf Formen und Silhouetten konzentriert und von ihrer Liebe zur Farbe Schwarz geprägt ist. Die während der lettischen Veranstaltung präsentierte Kollektion ist eine Hommage an fließende Kleider, Transparenz und Silhouetten, die mal angedeutet und mal von den Kleidungsstücken umschmeichelt werden.

Iveta Vecmane Credits: Riga Fashion Week, ph. Toms Norde

Die Frau, die die Designerin Iveta Vecmane inspirierte, ist tough, konsequent und elegant. Vecmane gründete ihre gleichnamige lettische Modemarke 2017. Das Label steht für die zeitlose Eleganz einer selbstbewussten und emanzipierten nordeuropäischen Frau. Seine Grundwerte basieren auf den Prinzipien der langsamen und nachhaltigen Mode. Kund:innen werden ermutigt, in hochwertige Kleidungsstücke zu investieren und eine elegante, langlebige Capsule Wardrobe zu schaffen. Dies führt zu Anzügen, Bleistiftröcken und leichten, ätherischen Hemden. Schwarz, Weiß und Rot ist die von der Designerin gewählte Farbpalette.

Eine frische Kollektion mit einem Augenzwinkern an die neuen Generationen wurde von Varens vorgeschlagen. Die 2015 gegründete Marke spezialisierte sich zunächst auf hochwertige Haus- und Indoor-Kleidung für Frauen. Im Jahr 2023 schlug sie einen evolutionären Weg ein und führte inklusive Designs für Männer und Frauen ein, wobei der Fokus stets auf Qualität und Komfort lag.

Ziel ist es, die Natur zu unterstützen, indem authentische und stilvolle Damenmode aus umweltfreundlichen Materialien entworfen und hergestellt wird. Durch die Produktion limitierter Kollektionen will die Marke übermäßigen Konsum reduzieren.

Das Label wurde von Katerina Varan gegründet, einer Designerin mit fundierten Kenntnissen in Schnittkonstruktion und Schneiderei, als sie ein Kind erwartete.

Das Ziel der Designerin ist es, exzellente Qualität mit Zugänglichkeit zu verbinden und elegante, gut verarbeitete Kleidungsstücke einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Ein Look von Iveta Vecmane Credits: Riga Fashion Week, ph Toms Norde

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

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