• Home
  • Nachrichten
  • Mode
  • Unternehmensgeschichte: Die nachhaltige Unterwäschemarke Mausons

Unternehmensgeschichte: Die nachhaltige Unterwäschemarke Mausons

Von Caitlyn Terra

1. Dez. 2022

Mode

Mausons bietet jetzt auch T-Shirts an. Im Bild: Gründer Mauro Wilson Estevão. Foto: Mausons.

Die Frage „Was für eine Welt wünsche ich mir für meine Tochter?“ war der Beginn des unternehmerischen Abenteuers von Mauro Wilson Estevão. Der Unternehmer hat inzwischen seine eigene Bekleidungsmarke Mausons aufgebaut, die nicht nur nachhaltig produzieren, sondern auch nachhaltig handeln will. Der Markteinführung gingen daher mehrere Jahre Forschung voraus. Wilson Estevão sprach mit FashionUnited über die jüngsten Neuerungen und teilt seine Begeisterung für Unternehmertum, Nachhaltigkeit und Mode.

Über Mauro:

In den Niederlanden mag der Name Mauro ein Begriff sein, denn 2011 wurde er zum Mittelpunkt der Asyldebatte des Landes. Als neunjähriger Junge wurde Mauro Wilson Estevão von seinen angolanischen Eltern in ein Flugzeug nach Europa gesetzt. Über Portugal gelangte er schließlich in die Niederlande, wo er von einer Limburger Familie aufgenommen wurde. Dort baute er sich über acht Jahre ein Leben auf. Der niederländische Staat entscheidet jedoch, dass er keinen Anspruch auf eine Aufenthaltsgenehmigung hat und nach Angola zurückkehren muss. Mauro ficht die Entscheidung an. Die Geschichte wurde landesweit aufgegriffen und löste eine Diskussion über die Asylpolitik aus. 2013 wurde die Asylpolitik geändert und Mauro Wilson Estevão erhielt rückwirkend eine Aufenthaltserlaubnis. Der heute 30-jährige Unternehmer sagt, er habe seine schmerzhafte Vergangenheit in eine unerschöpfliche Kraft und Entschlossenheit verwandelt, um einen positiven Einfluss auf die Welt auszuüben.

Der Weg der Modemarke Mausons begann eigentlich vor über fünf Jahren. Zu dieser Zeit hatte der Unternehmer sein Leben unter anderem wegen der Geburt seiner Tochter auf den Prüfstand gestellt. Er wollte eine gute Welt hinterlassen und hat dabei schon immer eine Leidenschaft für Mode und Kleidung gehabt. „Ich konnte dem allen einfach keinen Platz geben“, erklärte er in einem Videoanruf. „Ich liebe Kleidung und kenne die Verbraucherseite, aber ich wusste einfach nichts über die Produktion“. Je mehr er sich mit der Herstellung von Kleidung beschäftigte, desto sicherer wurde er jedoch, dass sich etwas ändern musste. „Es gab nur wenige Alternativen zu herkömmlichen Produkten und Materialien, die ich unterstützen konnte“, sagt er. Daher beschloss er, eine eigene Marke zu schaffen, bei der transparent ist, woher das Produkt kommt, wie es hergestellt wurde und wer es hergestellt hat. Außerdem wurde jeder Aspekt des Unternehmens untersucht, um festzustellen, wie es möglicherweise nachhaltiger werden kann.

Das Ergebnis ist eine Marke für Herrenunterwäsche, die in Portugal fertigen lässt, mit Stoffen von Lenzing, die aus Buchenholzfasern hergestellt werden. „Ich wollte es mir leicht machen – ich hatte keine Erfahrung mit Mode – und mich auf das Wesentliche beschränken, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Die Grundlage ist Unterwäsche. Es ist das erste, was man am Tag nach dem Aufstehen und Duschen anzieht. Dabei hat die Unterwäsche seit jeher die grundlegende Funktion, ihre Träger:innen zu schützen. Deshalb halte ich es für besonders wichtig, dass dieses Basisprodukt uns schützt und nicht schadet.“ Der Unternehmer meint das nicht nur in Bezug auf die Auswirkungen des Produkts auf die Erde, sondern auch auf die Träger:innen. Das von ihm verwendete Material nimmt nämlich den Schweiß in den Stoff auf, wodurch die Haut nicht austrocknet und das Risiko von Bakterien verringert wird.

Neben der Produktseite betrachtet Wilson Estevão auch andere nachhaltige Aspekte des Unternehmens. Der Transport der Produkte erfolgt so weit wie möglich durch Fahrradkuriere in den Niederlanden, und die Verpackungen sind kompostierbar. Zunächst waren nur die Tüten und das Einlegepapier um das Produkt herum kompostierbar, aber vor kurzem stellte Wilson Estevão sicher, dass auch die Kartons kompostierbar sind. Außerdem werden die Produkte in Portugal in einem großen Beutel verpackt, anstatt einzeln, um Material zu sparen. Wilson Estevão ist bestrebt, mit seinem gesamten Unternehmen eine positive Wirkung zu erzielen.

Die Geschichte wird unter dem Bild fortgesetzt.

Mausons bietet jetzt auch T-Shirts an. Im Bild: Gründer Mauro Wilson Estevão. Foto: Mausons.

Die Unterwäschemarke Mausons will ein Zeichen setzen und zeigen, wie es anders gehen kann

Die Unterwäsche wird in kleinen Stückzahlen produziert. „Ich möchte keinen Überschuss, also weg ist weg“, sagt er. In Kürze wird Wilson Estevão die Kollektion um neue Modelle und Farben sowie um Socken, Hemden und sogar Damenartikel erweitern. „Ich möchte auf dieser Basis aufbauen und schließlich zwei Kollektionen haben: eine Sommer- und eine Winterkollektion“, sagt er.

Der Unternehmer strebt auch die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten an, die eine ähnliche Vision von Nachhaltigkeit haben. So hat er vor kurzem die Zusammenarbeit mit Project Cece und Sustainable Fashion Giftcard aufgenommen. Außerdem laufen bereits erste Gespräche mit Einzelhändler:innen, die daran interessiert sind, die Unterwäsche in ihren Geschäften zu verkaufen.

In Bezug auf die Zukunft für Mausons hat Wilson Estevão mehrere Träume. „Mein persönlicher Traum ist, dass Mausons eine Marke wird, in der sich die Menschen wiedererkennen. Dass sie die Geschichte meines Unternehmens sehen und sich von ihr inspirieren lassen. Dass sie sehen: Er hat einen langen Weg hinter sich. Die Schwierigkeiten, die er hatte, betreffen alle, aber am Ende hat er etwas Schönes daraus gemacht.“

Auf geschäftlicher Ebene möchte er Mausons zu einem bekannten Akteur in den Niederlanden machen, der als Vorbild im Bereich Nachhaltigkeit fungiert. Sobald die Marke in den Niederlanden etabliert ist, will der Unternehmer auch die Nachbarländer und Skandinavien für einen Roll-out ins Auge fassen. Nicht zuletzt müssen Mausons-Artikel für alle erschwinglich werden, damit alle Zugang zu nachhaltigeren Angeboten bekommen.

Dieser übersetzte Artikel erschien ursprünglich auf FashionUnited.nl .

Mauro Wilson Estevão
Nachhaltigkeit