Victoria's Secret: Realitätsfremd und wenig zeitgemäß?

Auch in diesem November übertrug Victoria's Secret seine jährliche mit Top-Models gefüllte, fulminante Laufstegshow voller ausgefallener Unterwäsche.

Einige Mädchen haben Flügel, andere sind von der Hüfte bis zur Brust mit Strass verziert. Das Event lockt unbestreitbar Zuschauer und kreiert soziale Medienberichterstattung. Gerade weil das Spektakel in einem Jahr Performances von Lady Gaga, im anderen Rihanna oder Taylor Swift und immer die Präsenz von Supermodel-Engeln wie Bella und Gigi Hadid oder einer echten Kardashian beinhaltet, die in knappen Outfits den Laufsteg entlang schreiten.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass es sich bei der jährlichen VS-Extravaganz um eine Show handelt, bei der Frauen in kontroversen Dessous den Laufsteg ähnlich einer Broadway-Produktion betreten. Es ist eine Formel, die sich seit den 90er Jahren nicht geändert hat.

Victoria'S Secret nach der #metoo-Bewegung

Während Sex einst alles von der Mode bis zum Waschmittel verkaufte, hat sich das Marketing 2018 weiterentwickelt und sich auf die Vielfalt des Körpers und die Stärkung der Frau konzentriert. Es ist nicht länger eine angemessene Taktik, den männlichen Blick auf sich zu ziehen.

Wo Victoria Secret einst praktisch keine Konkurrenz hatte und den erschwinglichen BH-Markt dominierte, steht es heute in einem harten Wettbewerb mit Marken wie Aerie und True & Co gegenüber, die neu definieren, was es bedeutet, sexy zu sein.

Hinter den Kulissen kämpft Victoria Secret darum, seinen Marktanteil zu halten. Im August kündigte das Unternehmen an, aufgrund der schlechten Umsätze 20 Geschäfte in diesem Jahr zu schließen. Gestern kündigte die Lingeriemarke die Wiedereinführung von Bademode im Frühjahr an, die 2016 eingestellt wurde. Von weiteren Produkt-Kategorien außerhalb des Kerngeschäfts wie Stiefeln oder auch Lizenzgeschäften mit Eyewear erhofft sich Victoria Secret weiteres Wachstum.

Während die Modebranche insgesamt ein Gespräch über Vielfalt und Body Positivity führt, sagte Victorias Secret Chief Marketing Officer Ed Razek der Vogue: "Ich glaube nicht, dass wir für alle Kunden alles sein können. Wir sind ein Spezialgeschäft, kein Kaufhaus. Ich frage mich immer wieder: Wenn wir das tun, warum haben wir es dann getan? Warum haben wir diese Person aufgenommen? Und haben wir sie aufgenommen, um einen Reporter zum Schweigen zu bringen? Haben wir sie aufgenommen, weil es das Richtige war oder weil es das politisch Richtige war?"

Es gibt viele Gründe für Marken, ihre Kollektionen und Shows ganzheitlich zu betrachten. Aber es wird nur dann bei den Kunden ankommen, wenn die Bemühung als authentisch angesehen wird.

Foto: Victoria Secret AW18 show, source Victoria Secret

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

 

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