Virginie Viard führt Chanel in ein neues Zeitalter

So sieht Chanel nach Karl Lagerfeld aus. Bei der Show in Paris zeigt Nachfolgerin Virginie Viard ihre erste eigene Kollektion für die französische Traditionsmarke.

Unter der Kuppel des Grand Palais wurden die Gäste am Freitag in einem riesigen Bahnhof empfangen, getreu des Motivs «Cruise». Vor den Gleisen standen Halteschilder und hübsche, für Wartesäle typischen Holzbänke. Doch nicht das Setting stand im Vordergrund.

Eine Mischung aus Neubeginn und diskreter Hommage

Viards offizielle Debütkollektion war eine gelungene Mischung aus Neubeginn und diskreter Hommage. Mit den Lettern von Chanel bedruckte Leggings und hautenge Catsuits - über die Viard klassische Tweed-Blazer in Bonbonfarben kombinierte - zeigten, dass die neue Kreativdirektorin Chanel in ein neues Zeitalter führen kann. Weite Culotte-Hosen, fliederfarbene Morgenmäntel und aufgeschlitzte Bermudas wirkten modern und zeitgenössisch.

Virginie Viard führt Chanel in ein neues Zeitalter

Mit ihrem letzten Look der Show gedachte Viard dann ihrem Vorgänger: Über den Laufsteg schickte sie ein Model in einem schwarzen, wadenlangen Kleid mit hohem weißem Stehkragen. Es erinnerte an den unverkennbaren Look von Karl Lagerfeld.

Über 20 Jahre lang arbeite sie mit dem deutschen Modeschöpfer Seite an Seite. Als Studioleiterin war sie seine engste Mitarbeiterin und Vertraute. Bisher gehörte es vor allem zu Viards Aufgaben, seine Wünsche und Ideen an das Studio zu übermitteln, seine Zeichnungen zu interpretieren und so seine Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.

Von nun an steht sie auf eigenen Beinen. Den Applaus für die Kollektion nahm sie zum Schluss ganz in Schwarz gekleidet entgegen. Blieb wie immer diskret und verschwand nach ein paar Sekunden wieder. Es war nicht das erste Mal, dass sie alleine auftrat: zur Haute-Couture-Show im Januar ließ sich Lagerfeld wegen Müdigkeit entschuldigen. Zwei Wochen vor der Prêt-à-Porter-Show im März verstarb er schließlich.

Mit der Cruise-Show hat Viard ihre Feuertaufe bestanden. Die wahre Prüfung wird allerdings die medial wichtigere Prêt-à-Porter-Show im September, bei der die Augen der Modewelt auf sie gerichtet sein werden. (dpa)

Bild: AFP/ Christophe Archambault

 

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