Warum bringt Marc O’ Polo Pure zurück?

Eine Live-Band spielt, Trüffel-Risotto-Schälchen werden im Marc O’ Polo Showroom zu einem violetten Cocktail gereicht, in dem runde Eiskugeln kreisen und der den Namen Zeitgeist trägt. Das Ambiente des Abends, könnte auch der Kundin gefallen, die Marc O’Polo mit seiner Linie Pure nun ansprechen will. Die Linie, mit dem das Stephanskirchner Modeunternehmen in dem wachsenden Contemporary-Markt mitmischen will, stand ganz oben auf der To-Do-Liste der zurückgekehrten Produktchefin Susanne Schwenger, auf der bereits viele weitere Ideen auf ihre Umsetzung warten.

Als sie im Juli wieder zu Marc O’ Polo zurückkehrte, sah Susanne Schwenger zwei Möglichkeiten für das Marc O’ Polo White Label: Einstellen oder wieder zum Vorgänger Pure zurückkehren. Die Entscheidung für die zweite Option sei auch durch Händler bestärkt worden, die sich Pure zurückwünschten.

“Wir starten mit einem überschaubaren Volumen und haben ein kleines Team, damit wir möglichst schnell den Break-Even erreichen”, erzählt Schwenger am Montag nach der Feier im Düsseldorfer Showroom. Pure setzt auf schlichtes Design und hochwertige Materialien mit Heimat Europa. Die Garne für Stoffe und Strickwaren kommen nahezu ausnahmslos aus Italien, und die Jerseys sind größtenteils Made in Portugal. Hergestellt werden die Strickwaren noch in der Türkei, zukünftig eventuell in Italien. Die Transparenz in der Lieferkette ist ein “spannendes und wichtiges Thema” sagt Schwenger und, dass sie sich hier noch mehr vorstellen kann.

Warum bringt Marc O’ Polo Pure zurück?

Foto: Susanne Schwenger mit Marc O’ Polo Geschäftsführer Dieter Holzer beim Relaunch | Marc O’ Polo

Die Kollektion von Pure besteht zu 80 Prozent aus Strick und Jersey und ist auch unterteilt in Kategorien, deren Namen die Qualität der Materialien widerspiegeln. Alles fängt mit Materialien an, sagt Schwenger und zeigt auf einen gemütlichen und doch im Trend liegenden schwarzen Hoodie aus der Kategorie Pure Time, das für zeitlose Kleidungsstücke steht.

Ein wachsendes Segment

“Contemporary, dieses Segment wächst und ist spannend für Marc O’ Polo Pure, aber auch für die Mainline wegen des positiven Abstrahleffekts”, sagt sie. Pure soll denn auch im Bekleidungsmarkt zwischen Drykorn und Hugo positionieren werden.

Die fünf Kategorien der Kollektion:

  • Pure Glow. Shiny. Silky.
  • Pure Sense. Soft. Cosy.
  • Pure Style. Contemporary. Zeitgeist.
  • Pure Energy. Flexible. Stretchy.
  • Pure Time. Essential. Favourite.

Einige große Kaufhäuser wie das KaDeWe, die Galeries Lafayette und Breuninger haben schon beschlossen, Pure in ihr Sortiment aufzunehmen. “Die Resonanz war sehr gut. Alle großen Häuser waren zum Relaunch Event da und wir haben noch viele vielversprechende Termine”, sagt Schwenger. Jetzt gehe es darum die Geschichte von Marc O’ Polo Pure am Verkaufspunkt durch den Ladenbau und die Warenpräsentation zu erzählen – gerade in Zusammenarbeit mit den Händlern.

Auch in den eigenen Flagship Stores von Frankfurt über Berlin bis Warschau und Brüssel wird Pure eingeführt. In den eigenen Läden gilt es ebenfalls Pure nicht mit der Hauptlinie zu vermischen sondern als eigenständige Linie darzustellen. Außer im deutschsprachigen Raum, soll die Linie, die sich an eine moderne und praktische Frau richtet, auch in Russland, Osteuropa und Skandinavien vertrieben werden. China könnte ebenfalls bald dazu kommen.

Warum bringt Marc O’ Polo Pure zurück?

Wenn man Susanne Schwenger und ihren Plänen zuhört, scheint sie nie weg gewesen zu sein. Knapp zwanzig Jahre hat sie mit Unterbrechungen bei Marc O’ Polo gearbeitet und ihre Karriere von der Designerin bis zum Head of Design, und später als Kreativdirektorin für Marc O’ Polo Casual Woman aufgebaut.

“Ich konnte nie, auch zu jener Zeit, wo ich in Rottendorf war, an einem Marc 'O Polo Laden vorbeigehen ohne Empfindungen”, erzählt Schwenger über ihre Zeit als Produktchefin beim Wettbewerber S.Oliver. “Ich liebe diese Brand, spüre unsere Endverbraucherin sehr gut und erkenne sie auch sofort auf der Straße.”

Und eben für diese Brand und ihre Linien sieht Schwenger noch viel Potenzial, weil sie vielen Konsumenten bekannt ist. Nur etwas aufgefrischt werden muss sie noch. “Wir glauben, dass wir noch sehr viel rausholen können”, sagt sie. “Es ist ein spitzer Markt, aber es gibt viele Chancen.“

Die Wiederbelebung von Marc O’ Polo Pure war einer der ersten Schritte für Schwenger, als nächstes will sie die Marc O’ Polo Denim Linie weiterentwickeln und den Marktanteil ausbauen. Mehr Marktanteile möchte sie auch mit der Herrenlinie erobern. Bei der Hauptlinie sollen vor allem Gewinne gestärkt werden. Trotz des schwierigen Modemarktes in Deutschland denkt sie, dass es wichtig ist, an neue Vorhaben wie Pure zu glauben: “Wenn man etwas machen will, muss man hundertprozentig überzeugt sein und nicht halbherzig arbeiten — und sich nicht beirren lassen.”

Fotos: Marc O' Polo
 

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