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Wie die neue Sockenmarke Cheerio durch ein Waldprojekt ihren CO2-Fußabdruck verringert

Von Simone Preuss

14. Juni 2021

Mode |Interview

© Cheerio*, Ruben Riermeier

Der deutsche Entertainer Joko Winterscheidt möchte mit Socken den Wald retten. Aber nicht alleine. Zusammen mit About You-Gründer Tarek Müller, Strumpfwarenspezialist Thomas Moissl und der Gründerin der Strumpfhosenmarke Too Hot to Hide, Eva Maskow, hat er die Sockenmarke Cheerio* aufgebaut. Die Socken sind genderneutral und aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle gemacht. Aber das ist noch nicht alles. 

Gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung hat die Marke in Mecklenburg-Vorpommern den Cheerio Forest ins Leben gerufen. Hier werden jährlich etwa 4.000 Bäume in einer Monokultur-Fläche angebaut, damit ein stabiler und gesunder Mischwald entstehen kann, der weniger anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels oder des parasitären Befalls ist. Jeder neue Baum bindet in seinem Leben mindestens eine Tonne CO2. FashionUnited hat per Email nachgefragt, wie man sich die Kompensation und die Mission von Cheerio vorstellen muss.  

Herr Winterscheidt, Sie haben jüngst ein neues Socken-Label namens Cheerio* gegründet. Die Grundidee war, Socken ganz ohne CO2-Fußabdruck herzustellen. Dies ist aber derzeit (noch) nicht möglich. Was waren die größten Hürden bei der Idee?

Joko Winterscheidt: Die Idee selbst. Der naive Glaube, dass wir einfach so ein CO2-neutrales Produkt auf den Markt bringen können. Es wird einem da draußen immer wieder erzählt, dass es möglich sei, aber faktisch passiert das bisher nur über Ausgleichszertifikate, damit treiben wir aber keine Innovationen voran, weil wir dort, wo das CO2 entsteht, unverändert ausstoßen. Das alles zu verstehen und bewusst anders zu machen, war, ist und wird eine Herausforderung bleiben.

Um einen Teil des CO2-Ausstoßes zu kompensieren, der bei der Produktion der Socken freigesetzt wird, werden in der Nähe von Mirow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte neue Bäume gepflanzt. Die ersten Bäume wurden bereits Ende März gepflanzt. Wie sieht es jetzt, gut zwei Monate später aus? Können Sie ein bisschen zur Entwicklung des Projekts sagen?

Das ist so nicht richtig, das was wir dort pflanzen, ist nicht zur Kompensation unseres Abdrucks geeignet. Denn alle Waldflächen, die wir in Deutschland haben, sind bereits in die Gesamtmenge der CO2-Bindung der Bundesrepublik einberechnet. Wir wollen aber den deutschen Wald stärken und dafür sorgen, dass er den Veränderungen durch den Klimawandel gewachsen ist. Da sind Maßnahmen wie die in Mirow unerlässlich, denn die dort angepflanzten Monokulturen würden die nächsten zehn Jahre wahrscheinlich nicht überleben. Zur Entwicklung kann ich sagen: Den Setzlingen vom Frühjahr geht es gut, aber die groß angelegte Bepflanzung findet erst im frühen Herbst statt, da das Klima dann eine höhere Erfolgsquote beim Anwachsen verspricht.

Wie wird die Kompensation des CO2-Ausstosses konkret überprüft? Fahren Sie selbst hin und schauen sich die Bäume an?

Ich werde sicherlich auch immer wieder mal vor Ort sein, da ich gerne im Wald bin. Aber die Bepflanzung überwacht die Deutsche Wildtierstiftung. Wir werden die Areale einzäunen, um Wildverbiss zu vermeiden und dafür sorgen, dass ein wunderbarer Mischwald entsteht, der auch vielen heimischen Tierarten ein Zuhause bieten wird.

© Cheerio*, Ruben Riermeier

Wo kann man Cheerio*-Socken derzeit überall kaufen und wie ist die Annahme?

Wir sind flächendeckend im deutschen Einzelhandel verfügbar: Von Müller, über P&C bis hin zu vielen Local Hero Einzelhändlern sind wir überall vertreten. Sogar in Österreich gibt es erste Kunden und natürlich online bei About You.

Wie wirkt sich die Beteiligung des Onlineshops About You am Socken-Projekt aus?

Tarek, einer der Gründer von About You, ist ein Freund und wir haben uns damals zusammengesetzt und angefangen, dieses Projekt gemeinsam zu planen. Dann haben wir Thomas Moissl dazu geholt und später Eva Maskow. Wir vier sind das Kernteam und bauen jetzt behutsam eine kleine feine Marke auf. Ich freue mich, in so einem frühen Stadium so einen Major Player wie About You dabei zu haben, weil die Strukturen, die wir uns mühsam erarbeiten müssten, dort alle vorhanden sind und immer wieder projektbezogen Menschen zu unserem Cheerio* Kreis hinzustoßen. Vor allem liebe ich es aber, dass Tarek Lust hat, diesen Weg der echten Nachhaltigkeit zu entwickeln und mitzugehen. Das ist nicht selbstverständlich.

In einer idealen Welt, was sollten große Unternehmen Ihrer Meinung nach tun, um dem Klimawandel entgegen zu wirken?

Endlich kein Greenwashing mehr betreiben und keine Millionen für Marketing ausgeben, das uns erzählt, wie toll ihre Unternehmen sind. Es wäre wichtig, das gleiche Geld in die Innovationsentwicklung zu stecken, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Denn schließlich ist es die Industrie, die uns zu einem großen Teil in diese Lage gebracht hat. Sie sollen jetzt bitte mal loslegen, mit dem gleichen Ehrgeiz, mit dem sie ihre Gewinne maximieren, die Klimaziele zu unterbieten. Denn sie könnten, wenn sie wollten!

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