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Wie Jordana Guimarães, Gründerin von Fashinnovation, die Branche vernetzt

Von Jackie Mallon

4. Juni 2020

Mode |INTERVIEW

Nach über fünfzehn Jahren Arbeit in der Öffentlichkeitsarbeit gründete Jordana Guimarães 2018 zusammen mit ihrem Ehemann Marcelo Fashinnovation, das während der New Yorker Modewoche lanciert wurde. Ziel der multimedialen Plattform war es, Unternehmertum, Innovation und Technologie miteinander zu verbinden, um Veränderungen in der Modebranche zu bewirken. Heute zählt sie Fern Mallis, Diane von Furstenberg, Louis Vuitton, Chromat, WGSN, Wearable X, Mara Hoffman, Refinery29 und Fast Company zu den Mitgliedern der Fashinnovation-Gemeinschaft. Nach dem Ausbruch der Covid-19 Pandemie findet die Konferenz zum zweiten mal online am 5. und 8. Juni statt.

Das Zusammenbringen von Menschen treibt den Unternehmergeist von Guimarães an. Dabei steht der Mensch ebenso im Mittelpunkt wie das Business. Ihre frühe Auseinandersetzung mit wirtschaftlicher Ungleichheit - sie wuchs in Brasilien auf - inspirierte sie dazu, 2016 das Nylon-Projekt ins Leben zu rufen, eine Kampagne zur Sensibilisierung für Obdachlosigkeit, und dann ein Buch mit dem Titel "It Can Be You" zu veröffentlichen, das ihr Netzwerk von Influencern und Prominenten nutzte, um die Geschichten von Obdachlosen zu erzählen. Es mag von einer langjährigen Branchenkennerin seltsam klingen, aber ihr Motto lautet "Mode ist Liebe". Im Anschluss an die vierte Fashinnovation-Veranstaltung in NYC, an der so unterschiedliche Akteure teilnahmen wie Lucie Brigham, Leiterin des Büros für Partnerschaften bei den Vereinten Nationen, Lucie Brigham, Sandra Campos, CEO von Diane von Furstenberg, Jason Robinson, Direktor für Marketing bei UPS, und Livia Firth, Gründerin von EcoAge, sprach Guimarães mit FashionUnited über ihre Erfahrungen.

Warum haben Sie sich zur Gründung von Fashinnovation entschlossen?

Was uns motiviert hat, ist, dass wir schon immer eine Bewunderung für Unternehmer hatten, sie haben die Macht, Dinge zu bewegen, sie sind die Entscheidungsträger. Wir leben heute in einer Welt, die eine soziale Vorreiter braucht. Technologie und Mode sind zwei unserer größten Industriezweige, die viel Einfluss auf die Gesellschaft haben. Wir dachten, es wäre perfekt, sie zu vereinen, um Themen anzusprechen, die Marken und Unternehmen zugute kommen, aber auch die Welt zu einem besseren Ort machen. Aus diesem Grund lautet unser Slogan "Fashion Is to Love".

Da Veranstaltungen, bei denen Branchenfachleute in Konferenzen zusammenkommen, in der Modebranche immer beliebter werden, was zeichnet Fashinnovation aus?

Fashinnovation unterscheidet sich von anderen, weil wir nicht nur die Veranstaltungen ausrichten, sondern weil wir unsere Kernaufgabe darin sehen, CEOs mit Gründern zu verbinden, die Start-ups und Scale-ups treffen und kennen lernen, um ihnen die Chance zu geben, durch Investitionen zu wachsen und an der Schaffung neuer Innovationen zusammenzuarbeiten, um Trends zu formen, sowie durch offene Gespräche sowie Debatten und Panels die Herausforderungen der Branche zu bewältigen.

Wie kuratieren Sie die Inhalte?

Wir konzentrieren uns auf Schlüsselthemen, die für die Branche, aber auch für die Verbesserung der Welt am relevantesten sind: Nachhaltigkeit, Stärkung der Rolle der Frau, Vielfalt, Herstellung/Produktion, E-Commerce, neue Textilien und Unternehmertum.

Was sind die besonderen Herausforderungen bei der Organisation von Fashinnovation?

Die damit verbundene Planung ist sehr energisch. Da die Veranstaltung nur auf Einladung stattfindet und da wir uns auf den Aufbau einer Gemeinschaft konzentrieren und eine vielfältige Gruppe von Einzelpersonen auf Geschäftsführungsebene betreuen, müssen viele verschiedene Persönlichkeiten zusammenkommen und dafür sorgen, dass alle etwas von dieser Erfahrung haben.

Was sind Ihre Kriterien für die Auswahl der Redner und Diskussionsteilnehmer?

Bei den Auswahlkriterien geht es darum, wirklich Unternehmen zu finden, die innovativ sind und sich auf dem Markt oder in der Branche von der Konkurrenz abheben. Solange sie auf einzigartige Weise innovativ sind, geben wir ihnen gerne die Chance, sich zu präsentieren.

Werden die Redner für ihre Auftritte bezahlt? Arbeiten Sie mit Sponsoren zusammen?

Keiner der Redner wurde jemals bezahlt. Sie tun es, um Gemeinschaft aufzubauen, zu inspirieren und Wissen für eine bessere Zukunft zu teilen! Wir haben Sponsoren für die Veranstaltung, die es uns ermöglichen, das Ganze zu produzieren.

Können Sie umreißen, wer die Teilnehmer sind?

Bei Fashinnovation sind die Teilnehmer eine tolle Mischung aus Institutionen, Influencern, Medien und Geschäftsführern, aus Groß-, Start-up- und Scale-Up- sowie aus Technologieunternehmen.

Was sind Ihre Hoffnungen für die Zukunft von Fashinnovation?

Die Zukunft von Fashinnovation besteht darin, weiterhin eine Gemeinschaft gleichgesinnter Entscheidungsträger aufzubauen, die die positiven Trends, die wir in der Modebranche beobachten, weiterführen wollen, während wir den Start-ups und Scale-Ups die Möglichkeit geben, durch Vernetzung und Zusammenarbeit mit den größeren Marken, die wir auf die Bühne bringen, um sie zu inspirieren, zu wachsen - alles unter dem Motto "Fashion Is to Love".

Dies ist eine Übersetzung eines englischen Beitrags von Jackie Mallon. Jackie Mallon lehrt Mode in New York und ist die Autorin des Buches ‚Silk for the Feed Dogs’, ein Roman, der in der internationalen Modeindustrie spielt. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Fotos: Stanley Steril für Fashinnovation