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Zirkuläre Zukunft: die Gewinner:innen der Zalando VORN Design Academy

Mode
Entwürfe der Gewinner:innen der Zalando VORN Design Academy. Bild: Zalando_VORN_Design Academy
Von Simone Preuss

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Die Zalando VORN Design Academy hat zum vierten Mal die Gewinner:innen des Nachwuchspreises gekürt. Die zehn Finalist:innen stellen ihre Kreationen derzeit auf der Berliner Modewoche aus.

Die Design Academy wurde 2022 von Zalandos Social Impact Team in Partnerschaft mit VORN – The Berlin Fashion Hub entwickelt. Sie vernetzt aufstrebende Designer:innen und junge Marken mit Branchenexpert:innen. „Unser Ziel: positiven Wandel in der Modeindustrie durch Bildung, Kollaboration und Innovation voranzutreiben. Wir vermitteln Tools, Wissen und Netzwerke, die notwendig sind, um nachhaltigere und zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln“, heißt es in der Beschreibung.

Materialinnovationen im Fokus

Jedes Jahr konzentriert sich das Programm auf ein spezifisches Innovationsfeld, so auch bei der vierten Edition, NOVA. Materialinnovationen standen als Treiber der Transformation hin zu einer nachhaltigen Modebranche im Mittelpunkt. „Die Designer:innen experimentieren mit zukunftsweisenden Textilien, um ihre visionären Designs zu entwickeln, die auf neue Technologien, immer weiter steigende Nachhaltigkeitsstandards und die aktuelle Branchenregulierungen reagieren“, so der Hintergrund.

Die 100 Teilnehmenden durchliefen ein achtwöchiges E-Learning-Programm, dessen Fokus auf nachhaltigen Designstrategien, Branding, Business Modeling und fortschrittlichen 3D-Technologien lag.

Eine Fachjury wählte dann die zehn besten Konzepte aus. Diese wurden in einem „Design Sprint“ durch Mentoring und Prototyping zum Leben erweckt. Die finalen Entwürfe werden auf internationaler Bühne im Rahmen der Berlin Fashion Week präsentiert, um die Designer:innen direkt mit Branchenführer:innen und einem breiten Fachpublikum zu vernetzen.

Im folgenden stellen wir die zehn Gewinner:innen samt Kreationen und Designansatz vor.

Daniela Milosheska

Trenchcoat aus AltMat-Material der Finalistin Daniela Milosheska. Bild: Zalando_VORN_Design Academy

Daniela Milosheska ist die Gründerin des Made-to-orderLabels Bastet Noir. Sie verarbeitet Mischgewebe aus Agrarabfällen wie Hanf und entschied sich für ihr NOVA-Projekt für das Material von AltMat, das ebenfalls Agrarabfälle verwendet. Ebenso wurden keine bedenklichen Chemikalien eingesetzt und bei der Herstellung ein Viertel der Wassermenge von Baumwolle verbraucht. Genäht wurden Trenchcoat, Crop-Jacke und Rock mit auflösbarem Climatex-Garn.

Milosheska findet, dass bei Kleidung der Mensch im Mittelpunkt stehen sollte, ebenso die Handwerkskunst.

Iris Dean Blackwood

Modulare Utility-Jacke von Finalistin Iris Dean Blackwood. Bild: Zalando_VORN_Design Academy

Iris Dean Blackwood ist eine material-fokussierte Textil- und Modedesignerin aus Berlin. Sie glaubt, dass Kleidung „modular, interaktiv und personalisiert sowie emotional nachhaltiger“ sein sollte und beschreibt ihre Arbeit als an der Schnittstelle zwischen textiler Architektur, Materialforschung und zirkulärem Design. „Kleidung sollte sich mit uns entwickeln anstatt irgendwann zu zerfallen.”

Für das NOVA-Projekt arbeitete sie mit recyceltem Poly-Cotton-Garn von Turns, das aus alter Arbeitskleidung gewonnen wurde. Ihre reversible Utility-Jacke hat Ärmel und eine Kapuze, die sich abnehmen lassen. Nicht nur, um den Träger:innen mehr Spielraum zu bieten, sondern auch um Reparaturen und das Auseinandernehmen am Ende des Kleidungsstück zu erleichtern.

Jennifer Haas

Kimono aus Mirum der Finalistin Jennifer Haas. Bild: Zalando_VORN_Design Academy

Jennifer Haas ist eine Mode- und Textildesignerin aus Berlin und Gründerin des Labels Pinkraininthebrain, die moderne Technologien mit traditioneller Handwerkskunst verbindet. Für das NOVA-Projekt arbeitete sie mit einem Laser-Cutter und dem veganen und plastikfreien Material Mirum, um ein Kleidungsstück ohne Abfall zu entwickeln.

Verschiedene Einzelteile werden zusammengesteckt. So kann das entstandene Kleidungsstück an verschiedene Größen angepasst und beliebig geändert werden. Haas stellte einen Kimono her, ein Kleid und eine Handtasche.

Jeakyong Sim

Jacke, Shirt und Wickelrock von Finalist Jeakyong Sim. Bild: Zalando_VORN_Design Academy

Jeakyong Sim ist der Gründer und Designer des Berliner Labels Acceptance Letter. Für das NOVA-Projekt entschied sich der Designer für Monomaterialen, unter anderem von Cloudwool, Circulose und Noosa, um das spätere Recycling und die Regeneration zu erleichtern. So entstanden eine weiße Jacke aus Cloudwool, ein loses T-Shirt aus Circulose-Material und einen Noosa-Wickelrock.

„Wenn es gut aussieht, wenn es sich auch gut anfühlt, wirst du es tragen, du wirst es lieben und du wirst es behalten“, sagt der Designer über lange genutzte Kleidungsstücke.

Lisa Vander Plaetse

Strickkleid mit 3D-gedruckten Elementen der Finalistin Lisa Vander Plaetse. Bild: Zalando_VORN_Design Academy

Lisa Vander Plaetse arbeitet unter dem Designernamen Matuta und benutzt 3D-Design, um Schuhe und Accessoires herzustellen. Für das NOVA-Projekt entschied sie sich für eine Kombination aus 3D-Druck und Strick, da diese Techniken für die lokale und On-demand- Produktion geeignet sind.

Biologisch abbaubare und recyclebare Materialien sind wichtig für die Designerin aus Barcelona. Sie entschied sich für ein Garn von AltMat aus Abfallstoffen. Die 3D-gedruckten Elemente sind aus recyceltem TPU der Schuhindustrie.

Naomi Nakajima

Motorradjacke aus Mirum der Finalistin Naomi Nakajima. Bild: Zalando_VORN_Design Academy

Naomi Nakajima ist die Gründerin von N-Naka Lab mit Sitz in New York und Berlin. Das Label konzentriert sich auf das Experimentieren mit Next-Gen-Materialien, die konventionelle Materialien überholen, was Komfort, Qualität und Umweltauswirkungen angeht. Ihre Vision für die Zukunft der Mode ist eine, die ungiftige, biobasierte Materialien verwendet und vollständig zirkulär ist.

Für das NOVA-Projekt entschied sich Nakajima für Mirum. Sie nutzte die 3D-Modeling Software Clo, um ein Muster zu entwickeln, das sie dann per Laser auf das Material auftrug. Dieses wurde auch per Laser geschnitten, um Abfall zu minimieren. Genäht wurden die Teile der Motorradjacke mit Stitchlock von Climatex.

Natalie Shirin Nazemi

Langer Mantel aus Cloudwool der Finalistin Natalie Shirin Nazemi. Bild: Zalando_VORN_Design Academy

Natalie Shirin Nazemi ist eine Kostüm- und Textildesignerin aus Hannover. Sie ist die Gründerin des Labels Shirin’s Bliss. Für sie ist es wichtig, dass man zu dem, was man trägt, eine Beziehung aufbaut.

Für das NOVA-Projekt nutzte sie das aus Wollabfällen gewonnene Cloudwool für einen langen Mantel, dessen Oberfläche sie mit Rohwolle aus Pommern verfilzte. Ein mit Avocado gefärbtes Schafsporträt verziert die Rückenpartie.

Tobias Beigi

Jeansjacke und -hose mit Muster aus Stoffresten von Finalist Tobias Beigi. Bild: Zalando_VORN_Design Academy

Tobias Beigi ist seit sechs Jahren Designer bei Hessnatur und dort verantwortlich für die gesamte Herrenlinie. Er möchte auch die versteckten Abfallströme sichtbar machen, etwa schon beim Anbau, beim Zuschnitt und in der Produktion.

Die beiden im Rahmen des NOVA-Projekts kreierten Kleidungsstücke - eine Jeansjacke und eine Jeanshose - sind aus Denim gemacht, der Ananasblätter verarbeitet. Alle Metallteile können leicht entfernt und recycelt werden. Das Muster auf Jacke und Hose wurde aus Stoffresten gefertigt, die bei der Herstellung anfielen.

Viktor Stojkoski

Modularer Entwurf von Finalist Viktor Stojkoski. Bild: Zalando_VORN_Design Academy

Viktor Stojkoski ist ein Designer aus Kopenhagen. Sein Entwurf besteht aus mehreren Modulen oder Teilen, die beliebig zusammengefügt werden können, da er die Träger:innen inspirieren möchte, ihre eigene Kleidung herzustellen.

Willem van Helvoirt

Jacke, Rock und Hose aus verschiedenen Materialinnovationen von Finalist Willem van Helvoirt. Bild: Zalando_VORN_Design Academy

Willem van Helvoirt ist der Gründer des Labels Achilles and the Tortoise, das Nachhaltigkeit zum Vergnügen machen möchte. Bei seinem NOVA-Design hat der Designer aus Amsterdam versucht, so viele Materialien wie möglich unter einen Hut zu bringen, um mit ihnen experimentieren zu können. Er nutzte Cloudwool für eine figurbetonte Jacke, Circ für einen Rock und AltMat für eine Hose.

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