Condé-Nast-CEO Roger Lynch wechselt zu Mattel

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Roger Lynch (Mitte) bei der MA-Ausstellung des Condé Nast College im September 2023. Bild: Condé Nast College.
Von Rachel Douglass

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Roger Lynch tritt nach siebeneinhalb Jahren als CEO der Mediengruppe Condé Nast zurück, um neuer Chef des Spielwaren-Konzerns Mattel zu werden. Damit beendet er eine Amtszeit, in der das globale Medienunternehmen zur Rentabilität zurückkehrte und eine große strukturelle Transformation durchlief.

In einem auf der Unternehmenswebsite veröffentlichten Statement erklärte Lynch, er werde im Verwaltungsrat von Condé Nast bleiben. Mike Perlis, der leitende unabhängige Direktor des Unternehmens, wird demnach als Interims-CEO fungieren. Der Verwaltungsrat beginnt indessen die Suche nach Kandidat:innen für Lynchs bisherigen Posten, wobei Perlis während des Übergangs mit dem bestehenden Führungsteam zusammenarbeiten wird.

Lynch erklärte, dass er bei Condé Nast mit dem Ziel angetreten sei, das Unternehmen „stärker zu hinterlassen, als ich es vorgefunden habe“. Er hob die Fusion der US-amerikanischen und internationalen Geschäftsbereiche zu einem einheitlichen Unternehmen hervor. Zudem betonte er das Wachstum in den Bereichen Consumer, Commerce, Abonnements und Events.

Seit 2020 sind die Commerce-Einnahmen von Condé Nast laut Lynch um 170 Prozent gestiegen. Die digitalen Abonnements haben um 155 Prozent zugenommen und die Zahl der US-amerikanischen Großveranstaltungen hat sich verneunfacht. Er verwies auch auf den Start der Geschäftstätigkeit des Unternehmens im Nahen Osten. In Dubai wurde das erste neue Büro seit 16 Jahren eröffnet.

„Zum Abschluss des dritten Quartals ist das Unternehmen auf Kurs für ein weiteres Jahr mit Umsatz- und Gewinnwachstum“, so Lynch. Er nannte neue digitale Initiativen wie Vette und Veranstaltungen wie Vogue World als zukünftige Wachstumstreiber.

Lynch kam 2019 zu Condé Nast, nachdem er als CEO von Pandora und Gründungs-CEO von Sling TV tätig gewesen war. Anschließend leitete er die Integration der US-amerikanischen und internationalen Geschäftsbereiche des Unternehmens. Er beförderte zudem die Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour zur Global Chief Content Officer. Condé Nast führte auch eine globale redaktionelle Führung für Marken wie Vogue, GQ, Architectural Digest und Condé Nast Traveller ein und baute gleichzeitig seine Video- und E-Commerce-Geschäfte aus.

Während seiner Amtszeit war Condé Nast auch mit Arbeitskämpfen konfrontiert. Mehr als 400 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte traten im Januar 2024 nach der Ankündigung von Entlassungen und Vertragsverhandlungen in einen 24-stündigen Streik. Die Condé Nast Union drohte später damit, die Met Gala zu stören, bevor wenige Stunden vor der Veranstaltung im Mai 2024 eine erste Vertragsvereinbarung erzielt wurde.

Die Vereinbarung legte ein Einstiegsgehalt von mindestens 61.500 US-Dollar fest. Sie umfasste Lohnerhöhungen zwischen 3,3 Millionen und 3,6 Millionen US-Dollar, eine erweiterte Elternzeit und zusätzlichen Kündigungsschutz. Im Mai 2026 stimmte Condé Nast außerdem zu, mehr als 400.000 US-Dollar zu zahlen, um einen Fall beizulegen. In diesem Fall ging es um drei Journalist:innen, die entlassen wurden, nachdem es aufgrund von Stellenstreichungen zu einer Auseinandersetzung mit dem Personalchef gekommen war.

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