Modedesigner Kansai Yamamoto im Alter von 76 Jahren verstorben

Der japanische Designer Kansai Yamamoto ist im Alter von 76 Jahren verstorben. Die Ursache sei eine akute Leukämie gewesen, heißt es am Montag in einem Post auf seiner offiziellen Instagram-Seite.

„Während er gegen seine Krankheit ankämpfte, blieb er immer positiv eingestellt, verlor nie seine Leidenschaft für das kreative Schaffen und war fest entschlossen, sich zu erholen und mit voller Energie zurückzukommen, um Sie wiederzusehen”, heißt es in dem Statement.

Yamamoto war 1971 der erste japanische Designer, der seine Mode in London präsentierte. Die Kollektion war vom traditionellen Kabuki-Theater und japanischer Ästhetik inspiriert und brachte ihm internationale Anerkennung ein. Der Sänger David Bowie erwarb daraufhin mehrere Stücke von ihm und zwei Jahre später trafen die beiden Künstler aufeinander. Daraus resultierte eine Partnerschaft, bei der Yamamoto begann für Bowie Kleidung zu entwerfen.

„Als ob ich für eine Frau entwerfen würde"

Durch Bowie entwickelte Yamamoto sein Verständnis für westliche Kleidung, während er Bowie half, östliche Kleidung zu interpretiere, erzählte der Modedesigner bei einer Talkrunde 2018 mit der Journalistin Vanessa Friedmann. Er stimmte zu, dass er eine direkte Linie zwischen dem sieht, was er in den 70er Jahren für Bowie geschaffen hat, und der aktuellen Tendenz von Geschlecht und Kleidung. „Ich bin an Bowies Kleidung herangegangen, als ob ich für eine Frau entwerfen würde", sagte der Designer.

Auch andere weltberühmte Musiker wie Elton John oder Stevie Wonder ließen sich von Yamamoto einkleiden. Zwischen 1974 und 1992 zeigte der Japaner auf den Modewochen in Tokio, New York und Paris.

„‘Die menschliche Energie ist grenzenlos’ war sein Motto, das er nie losließ. Er suchte weiter Herausforderungen, egal wie schwierig die Situation war. Wir möchten Ihnen allen aufrichtig dafür danken, dass Sie Kansai so viele Jahre lang unterstützt haben”, so der Instagram-Post auf Yamamotos Profil.

Yamamotos erstes Onlinefestival Nippon Genki findet weiter statt

Der in Tokios Nachbarstadt Yokohama geborene Designer begann seine Karriere in der Heimat als Assistent von Junko Koshino, einer ebenfalls berühmten japanischen Kostümbildnerin. Später machte sich Yamamoto einen Namen als Designer, der die Grenzen der Mode mit seinen avantgardistischen Arbeiten überwand. Japans Ästhetik sei von Weltstandard – „das ist das, was ich beweisen wollte”, meinte er.

Yamamotos erste Online-Streaming-Veranstaltung ‘Nippon Genki Project 2020 Super Energy’, die für Freitag geplant ist, soll dennoch stattfinden. „Wir bedauern zutiefst, dass Kansai an diesem Tag nicht zu uns kommen kann, aber wir möchten seine Leidenschaft und seinen Traum auf die bestmögliche Art und Weise verwirklichen.”

Die Präsentation wird am 31. Juli auf den Plattformen Youtube, Facebook und Niconico übertragen. (FashionUnited/dpa)

Dieser Beitrag entstand mithilfe von Jackie Mallon und wurde mit weiteren Details am 27. Juli um 16:22 aktualisiert.

Foto: Kansai Yamamoto in 2018/ The Yomiuri Shimbun via AFP

 

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