Nach Weggang Giornettis: Ferragamo macht mit Inhouse-Designteam weiter

Ein weiterer Weggang an der Spitze eines großen Modelabels: Massimiliano Giornetti verlässt das italienische Modehaus Salvatore Ferragamo nach sechzehn Jahren. Offenbar will Ferragamo keinen Nachfolger ernennen und sich stattdessen auf das hausinterne Designteam stützen.

Giornetti war im Jahr 2000 als Designer für die Menswear Linien des Hauses engagiert worden und 2004 zum Kreativdirektor der Kategorie befördert worden. 2011 stieg er zum Kreativdirektor mit Verantwortung über alle Linien auf, nachdem er im Jahr zuvor erfolgreich die Damenkollektion entworfen hatte. Giornetti hatte seine Laufbahn in Rom bei Designer Anton Giulio Grande begonnen, nachdem er an der Polimoda in Florenz sowie am London College of Fashion studiert hatte.

Das Unternehmen mit Sitz in Florenz will sich nun für die nächsten Kollektionen auf sein Inhouse-Designteam verlassen. In einem Interview sagte Ferragamo-CEO Michele Norsa der WWD, es hätte sich bei Giornettis Ausscheiden um eine „natürliche Entwicklung“ gehandelt. Die Zusammenarbeit sei eine lange, profitable und positive gewesen und Giornetti habe dem Unternehmen geholfen, zu wachsen und seine Belegschaft auszubauen.

Man wolle sich nun bei Salvatore Ferragamo die Zeit nehmen, gründlich nachzudenken und den kreativen Ansatz zu überprüfen – ein Strategiewechsel sei aber nicht geplant. Man habe außerdem in dem Modehaus viele junge Talente entdeckt und unterstützt, sodass man sich nun auf ein exzellentes hauseigenes Kreativteam stützen könne. Das Modehaus wolle mit diesem Schritt auch verstärkt eine jüngere Zielgruppe, insbesondere Millennials, durch digitale Kommunikation erreichen.

Erst diesen Monat hatte Ferragamo seinen Geschäftsbericht veröffentlicht, in dem es einen Reingewinn von 6,7 Prozent, hauptsächlich durch starke Verkäufe im Lederwarenbereich sowie eine Umsatzsteigerung von 7,4 Prozent auf 1,43 Millarden Euro vermeldete. Schuhwaren machen etwa die Hälfte aller Umsätze des Hauses aus, ein weiteres Drittel wird durch Lederwaren erzielt. Die Ready-to-Wear Kollektionen tragen sieben Prozent zu den Umsätzen bei.

 

Themenverwandte Nachrichten

WEITERE NACHRICHTEN

 

AKTUELLSTE STELLENANGEBOTE

 

MEISTGELESEN