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Textilproduktion: Minister Müller droht Firmen mit Sanktionen – irgendwann

Die Methoden der textilen Herstellungsprozesse in Ländern wie China oder Bangladesch rücken immer stärker in den Fokus der Politik. So hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller den Unternehmen der Textilbranche nun langfristig mit Sanktionen gedroht, falls sie in ihren ausländischen Fabriken und bei Zulieferbetrieben nicht für faire Arbeitsbedingungen sorgen.

Zwar gibt es bereits Initiativen wie das Textilbündnis, in dem Politik und Unternehmen gemeinsam an einer fairen, nachhaltigen Lieferkette arbeiten. Die Mitgliedschaft in diesem Bündnis ist jedoch freiwillig und basiert auf dem Goodwill der Hersteller. Bislang wohl mit überschaubarem Erfolg. In der kommenden Legislaturperiode werde sich zeigen, ob der bisherige Ansatz der Freiwilligkeit Früchte trage, „oder ob wir nicht verbindliche Rahmenbedingungen brauchen“, so der CSU-Politiker am Donnerstag bei der Vorstellung seines Buches „Unfair! Für eine gerechte Globalisierung“.

Damit nimmt sich der Politiker im Vorfeld der Bundestagswahl im kommenden Herbst vor allem selbst aus dem Schussfeld. Schließlich hätte er seit der Gründung des Textilbündnisses im Jahr 2014 längst für eine verbindlichere Ausgestaltung sorgen können. Aber Müller wollte lieber seine „Visionen jenseits der Tagespolitik darlegen“ und ein Buch schreiben, das nun pünktlich zum Wahlkampf erscheint und die Welt sicherlich ein Stückchen besser machen wird.

Um Veränderungen anzustoßen, sei es gelegentlich notwendig, „einen Stein ins Wasser zu werfen“, findet Müller. Eine in der Politik gern ausgeführte Disziplin – besonders dann, wenn es sich dabei um den Stein des Anstoßes handelt. Wann hingegen welche Konsequenzen für welche Verhaltensmuster eingeführt werden sollen, wollte Müller nicht bekanntgeben.

Foto: adel / pixelio.de

Nach dem Neustart ist vor dem Neustart: Strenesse will's noch mal wissen

Das Modelabel Strenesse blickt mittlerweile auf eine sehr abwechslungsreiche Geschichte zurück. Vom globalen Höhenflug bis zu Pleiten und diversen Rettungsversuchen hat das ehemalige Familienunternehmen mit Sitz im Baden-Württembergischen Nördlingen so ziemlich alle unternehmerischen Entwicklungen durchgemacht, die man während eines BWL-Studiums lernen kann.

Gegründet wurde Strenesse bereits 1949 als Wohlfahrt & Co., war damals aber ausschließlich auf die Herstellung von Damenmänteln spezialisiert. Erst zehn Jahre später wurde die Firma von der Besitzerfamilie Strehle in Strehle KG umbenannt und um weitere Damenmode-Segmente erweitert. 1996 starteten die Schwaben dann eine neue,vollständige Frauenlinie namens Strenesse.

Nachdem 1972 Gerd Strehle, der Sohn des Firmengründers, die Geschäfte übernommen hatte, trat auch die Designerin Gabriele Hecke in das Unternehmen ein. Sie sollte die Marke über Jahrzehnte prägen. 1985 heirateten Strehle und Hecke und bildeten danach ein äußerst erfolgreiches Führungs-Duo. Unter ihrer Ägide entwickelte sich das kleine Modeunternehmen in den folgenden zehn Jahren zu einem international bekannten Hersteller von schlicht-eleganter Designermode aus hochwertigen Materialien.

Der Zeitraum von Mitte der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre gelten als die wirtschaftlich erfolgreichsten Zeiten der Firmengeschichte, der Jahresumsatz betrug bis zu 125 Millionen Euro. Doch Strenesse hatte sich übernommen: Die Eröffnung eigener Läden in teuren Top-Lagen, der Launch einer Männerkollektion sowie rückläufige Geschäfte aufgrund der Terrorattacke auf die New Yorker Twin Towers im Jahr 2001 läuteten die erste, große Krise des Unternehmens ein.

Nach dem Neustart ist vor dem Neustart: Strenesse will's noch mal wissen

Rückzug der Gründerfamilie

Mitte des Jahrzehnts reduzierte sich der Umsatz von Strenesse auf unter 70 Millionen Euro im Jahr. Unterm Strich blieben den Schwaben immer wieder Jahresverluste, die von außen mit frischen Kapital kompensiert werden mussten. Auch der Eintritt von Strehle-Tochter Viktoria oder der erste Auftritt bei der New York Fashion Week im Jahr 2005 konnten daran nichts ändern.

So wurden Kollektionen wie Strenesse Blue neu eingeführt, die Männerlinie erst ab- und dann wieder angeschafft, Lizenzen vergeben, Schuhe und Brillen produziert, Fernsehgeräte designt und ein Onlineshop gelauncht. Viele Rettungsmaßnahmen, die jedoch nicht die gewünschten Effekte erzielen konnten - obwohl Strenesse von 2006 bis 2013 sogar offizieller Ausstatter der Deutschen Fußballnationalmannschaft war.

Zum Ende des Jahres 2012, und nach der privaten Trennung von Gerd und Gabriele Strehle, schied zunächst Gabriele Strehle und kurz darauf auch Viktoria Strehle aus dem Unternehmen aus. Luca Strehle übernahm als Vorstandsvorsitzender gemeinsam mit Erich Sauter als kaufmännischer Leiter die Führung des Unternehmens, und Gerd Strehle wechselte in den Vorsitz des Aufsichtsrats. Doch trotz neuer Organisation und Ausrichtung kam die Firma nicht mehr richtig auf die Beine. So wurde unter anderem eine Unternehmensanleihe platziert, die nicht zurückgezahlt werden konnte. 2014 musste der Strenesse-Konzern dann erstmals Insolvenz anmelden.

Neuer Store in Frankfurt am Main kurz vor Eröffnung

Danach bestimmten diverse Irrungen und Wirrungen die Schlagzeilen um die Schwaben: Investoren wurden gesucht, Sanierer geholt und wieder geschasst, die Famile zog sich in den Aufsichtsrat zurück und träumte weiter von einer Positionierung „direkt unter Marken wie Gucci, Prada oder Stella McCartney“. Zugleich häufte der Konzern jeden Monat hohe Verluste an, was wiederum bereits interessierte Investoren abschreckte.

Nach dem Neustart ist vor dem Neustart: Strenesse will's noch mal wissen

Im Frühjahr 2016 wurde Birgit Kaufmann-Rehm, zuvor Designerin bei dem Modelabel Clemens en August, zum Head of Design von Strenesse ernannt, wo sie seitdem einem achtköpfigen Design-Team vorsteht. Auch die Übernahme durch einen neuen Investor soll Ende 2016 endlich geklappt haben. Seitdem hält wohl die Schweizer Treuhandgesellschaft H2P AG 90 Prozent der Firmenanteile, zehn Prozent gehören dem ehemaligen Porsche-Design-Geschäftsführer Jürgen Gessler, der ab 2017 auch die Leitung von Strenesse übernommen hat. Das Traditionsunternehmen, das seitdem unter dem Namen Strenesse New GmbH firmiert, soll nun endlich wieder durchstarten – ohne die Gründerfamilie.

Mittlerweile wieder als relevantes Label am Markt platziert, traut sich Strenesse derzeit sogar wieder, zu expandieren. Neueröffnungen markeneigener Stores gehören dabei ebenso dazu wie eine erneute Präsenz auf den einschlägigen Modewochen. Und auch die Vertriebstochtergesellschaften mit Showrooms in Mailand, New York und Tokio sollen wieder aktiver werden.

In Frankfurt am Main soll bereits in wenigen Tagen ein neuer Strenesse Store eröffnen. Zudem präsentiert sich die Marke erstmals auf dem Berliner Modesalon im Rahmen der Berlin Fashion Week. Von seinen Mitbewerber abheben will sich das neue Strenesse durch „einen essentiellen und vorausblickenden Modestil, der auf kurzlebige Effekte verzichtet und bei der die hochwertigen Stoffe Hauptakteure der Designs sind“. Zudem lässt das Unternehmen fast ausschließlich in Europa produzieren und will so mit hohen Sozial- und Umweltstandards punkten. Vielleicht wird Strenesse so doch noch einmal wichtig.

Fotos: Strenesse

Die angeschlagene Modekette Tom Tailor hat sich am Kapitalmarkt frisches Geld verschafft. Durch die Ausgabe neuer Aktien sammelte das Unternehmen brutto rund 61 Millionen Euro ein, wie es am Mittwoch mitteilte. Die angebotenen 9,5 Millionen Papiere seien fast komplett angenommen worden. Der chinesische Großaktionär Fosun habe seine Bezugsrechte vollständig ausgeübt. Sein Anteil erhöht sich durch die neu erworbenen Aktien auf 29,99 Prozent.

Mit rund 50 Millionen Euro soll der größte Teil des Emmissionserlöses in den Ausbau des Internethandels, ins Marketing, in die IT und die Modernisierung der Läden fließen. Darüber hinaus will Tom Tailor seine Eigenkapitalquote stärken.

Das Unternehmen leidet unter der starken Konkurrenz von Onlinehändlern und Billigketten. Zudem hatte Tom Tailor zu aggressiv expandiert, was auf Kosten der Rentabilität ging. Auch der Kauf der Marke Bonita erwies sich im Nachhinein in dem schwächelnden Textilmarkt als überteuert. (DPA)

Lululemon und 7mesh gehen Partnerschaft ein

Der kanadische Sportswear-Anbieter Lululemon Athletica und der Spezialist für Radfahrbekleidung 7mesh haben eine strategische Partnerschaft bekannt gegeben, durch die sie hochentwickelte, technische Bekleidung auf ein neues Niveau bringen wollen.

“Wir sind immer offen für Möglichkeiten, um unsere Innovations-Pipeline aufzutanken”, kommentierte Lululemon-Geschäftsführer Laurent Potdevin in einer Erklärung und fügte hinzu: “Durch das Zusammenbringen von 7meshs umfangreicher Kompetenz im Bereich technischer Kleidung und der leistungsorientierten Denkweise mit den Fähigkeiten unserer Branche und dem F &E-Whitespace-Team verbinden wir Mode und Funktion perfekt, um zusammen Transformationsprodukte für unsere Gäste zu schaffen.”

Laut dem auf Yogabekleidung spezialisiertem Unternehmen wird es entsprechend auf den Erfolg seines Entwicklungsteams Whitespace R&D aufbauen. Dementsprechend ist die Entwicklung neuer Stoffe und Verbindungstechniken eine Priorität, ebenso wie Produkttesting und die Entwicklung von Konzepten für die Zukunft.

“Die enge Partnerschaft mit Lululemons Whitespace-Team ist für uns eine unglaubliche Gelegenheit. Wir freuen uns, den Stand der Technik durch die Schaffung der modernsten technischen leistungsstarken Kleidung”, fügte 7mesh-Geschäftsführer Tyler Jordan hinzu.

Außer der strategischen Partnerschaft hat sich Lululemon auch mit einer Minderheitsbeteiligung an 7mesh beteiligt. Das Unternehmen ist in Squamish, British Columbia angesiedelt, unweit von Lululemons Hauptquartier in Vancouver.

Foto:7mesh-Website
Kering sieht sich Klage wegen "Made in Italy"-Brillenaufdruck gegenüber

Der französische Luxusgüterkonzern Kering muss sich Anschuldigungen und einer Klage eines seiner Zwischenhändlers, Selima Optique, stellen. Der Betreiber von Designer-Boutiquen für Luxus-Brillenmode in New York und Frankreich beschuldigt den Konzern und sein Tochterunternehmen Kering Eyewear Produkte “absichtlich und fälschlicherweise” als ‘Made in Italy’ zu bewerben.

Speziell beschuldigt das Unternehmen in seiner letzte Woche bei einem Manhattaner Gericht eingereichten Klage, Teile von Brillen und Sonnenbrillen führender Luxusmarken wie Yves Saint Laurent, Gucci, Brioni, Stella McCartney und Tomas Maier in China herstellen zu lassen, bevor sie nach Italien verschickt und dort zusammengesetzt und mit dem Aufdruck ‘Made in Italy’ versehen werden.

Selima Optique verkauft neben seiner eigenen Marke von Brillen, die in Paris hergestellt werden, auch Brillen und Sonnenbrillen von Kering-Marken, und wirft dem Konzern vor, Kunden durch das ‘Made in Italy’-Etikett in die Irre zu führen.

Kering lehnt alle Beschuldigungen ab. “Kering Eyewear lehnt alle von Selima Optique, Inc. gemachten Anschuldigungen ab”, sagte ein Kering-Sprecher. “Kering Eyewear-Luxusprodukte werden in Italien und in Übereinstimmung mit allen anwendbaren Gesetzen hergestellt”. Laut des in Italien seit 2009 geltenden “Made in Italy”-Gesetzes dürfen nur Produkte, die vollständig in Italien hergestellt werden - einschließlich Planung, Produktion und Verpackung - so gekennzeichnet werden, dies allerdings in jeder Sprache. Jedes Vergehen und jeder Missbrauch wird geahndet.

Selima Optique wurde angeblich letzten Oktober zum ersten Mal auf die angeblich fälschlich bezeichneten Produkte aufmerksam, nachdem die Brillenboutique eine Lieferung von YSL-Brillen erhielt und bemerkte, dass eine auf einer Seite mit ‘Made in China’ und auf der anderen mit ‘Made in Italy’ bedruckt war, so WWD.

Kering Eyewear mit Hauptquartier in Veneto, Italien, führt den doppelten Aufdruck auf menschliches Versagen zurück, so ein Sprecher des Unternehmens. Demnach soll der Aufdruck ‘Made in China’ für eine Sonnenbrille von Puma bestimmt gewesen sein, die tatsächlich in China hergestellt wird. Dies passierte mit insgesamt 19 Brillen, von denen 18 an einen anderen Händler und eine an Selima Optique geschickt worden waren. Ersterer sah den Fehler ein, so der Sprecher, während Selima Optique sich für rechtliche Schritte entschied.

Jetzt bleibt abzuwarten, ob viel Lärm um nichts gemacht wird, oder ob an der vorsätzlichen Täuschung der Verbraucher tatsächlich etwas dran ist. FashionUnited hat Selima Optique um weitere Informationen gebeten.

Foto: Gucci Pre-Fall 17 Collection Campaign, Facebook
Vidrea: Übernahme von Charles Vögele Niederlande kostete 4,4 Millionen Euro

Im März übernahm das eigens gegründete Handelsunternehmen Vidrea Retail die insolvente niederländische Tochter des schweizerischen Bekleidungsherstellers Charles Vögele. Der neue Eigentümer plant, den Großteil der Filialen mit einem neuen Konzept als Mode-Multimarkenstores wiederzubeleben. Nun wurden Details der Transaktion und neue Informationen zur Zukunft des Unternehmens bekannt.

In einem zweiten Bericht präsentierten die Konkursverwalter von Charles Vögele Niederlande aktuelle Informationen. Demnach zahlte Vidrea Retail insgesamt 4,4 Millionen Euro für die Übernahme. Etwa zwei Millionen Euro entfielen auf das Inventar und die Lagerbestände der betreffenden Stores, die übrigen 2,4 Millionen Euro auf Liquidationskosten.

Auch zu den weiteren Plänen gab es Neuigkeiten: Inzwischen zeichnet sich ab, dass Vidrea etwa achtzig der ursprünglich 95 Stores von Charles Vögele in den Niederlanden für sein neues Konzept nutzen will. Für die meisten Mitarbeiter bedeutet das, dass sie ihre Arbeitsplätze behalten werden. Aus dem nun vorgelegten Bericht geht hervor, dass neunzig Prozent der bisherigen Beschäftigten neue Vertragsangebote gemacht wurden.

Der angeschlagene Textilfilialist Charles Vögele war im vergangenen November von Sempione Retail übernommen worden, einem Konsortium aus Investoren und dem italienischen Bekleidungshändler OVS. Der neue Eigentümer kündigte an, lediglich die Stores in der Schweiz, Österreich, Ungarn und Slowenien weiter betreiben und diese in das Filialnetz von OVS integrieren zu wollen. Für die niederländische Tochter von Charles Vögele blieb nur noch der Gang in die Insolvenz. Im März übernahm Vidrea Retail das bankrotte Unternehmen und verkündete den Relaunch mit neuem Konzept.

Foto: Charles Vögele
OVS: Umsatzplus im ersten Quartal

Der italienische Bekleidungshändler OVS SpA ist erfolgreich ins Geschäftsjahr 2017/18 gestartet. In den Monaten Februar bis April erwirtschaftete der Konzern, der im vergangenen Jahr zusammen mit weiteren Investoren den schweizerischen Textilfilialisten Charles Vögele übernommen hatte, einen Umsatz in Höhe von 319,3 Millionen Euro Euro. Damit übertraf er das entsprechende Vorjahresniveau um 6,5 Prozent. Zum Wachstum trugen nach Angaben des Unternehmens 53 neu eröffnete Shops, aber auch „gute Geschäfte“ in den schon länger bestehenden Filialen bei.

Den Quartalsgewinn konnten die Italiener überproportional steigern: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs bereinigt um einige Sondereffekte um 11,2 Prozent auf 29,3 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern sogar um 28,2 Prozent auf 13,8 Millionen Euro.

Im zweiten Quartal entwickelten sich die Geschäfte weiter positiv: Das Wachstumstempo beim Umsatz habe sich aufgrund günstiger Wetterverhältnisse in der zweiten Maihälfte im Vergleich zum ersten Vierteljahr erhöht, teilte OVS mit. Angesichts der vorliegenden Zahlen bekräftigte das Unternehmen seine Jahresprognosen. Auch am Expansionskurs soll festgehalten werden.

Foto: OVS
Karstadt-Mutter Signa übernimmt Mehrheit an Mybestbrands

Der österreichische Immobilien- und Handelskonzern Signa expandiert weiter im wachstumsträchtigen Online-Geschäft. Am Montag präsentierte der Karstadt-Mutterkonzern die nächsten Neuerwerbung seiner Einzelhandelssparte Signa Retail: Das Unternehmen übernahm eine Mehrheitsbeteiligung an der deutschen Luxusmode-Shoppingplattform Mybestbrands. „Durch diesen Zukauf konnte Signa Retail ihre führende Position im Einzelhandel mit Premium- und Luxusartikeln in Deutschland und Europa weiter ausbauen“, heißt es in einer Mitteilung.

Stationär ist Signa im gehobenen Modesegment bereits hervorragend vertreten: Mit den Warenhäusern der KaDeWe-Gruppe, zu der neben dem gleichnamigen Berliner Luxuswarenhaus auch das Oberpollinger in München und das Hamburger Alsterhaus gehören, zählen drei der prominentesten deutschen Shopping-Adressen zum Portfolio. Im E-Commerce setzt der Konzern verstärkt auf Zukäufe, um seine Kapazitäten auszubauen. Erst in der vergangenen Woche hatte er die Mehrheit am Online-Marktplatz Hood.de erworben. „Nach Akquisitionen für die Signa Sports Group und nach der Übernahme von Hood.de Anfang Juni 2017 war die Übernahme von Mybestbrands der nächste logische Schritt in der konsequenten Umsetzung der Digitalstrategie von Signa Retail“, teilte das Unternehmen mit.

Signa strebt „eine herausragende Rolle im Premium- und Luxussegment“ an

„Wie schon mit den bisherigen Akquisitionen setzen wir unsere Omni-Channel-Strategie intensiv fort und bauen diese weiter aus“, ergänzte Stephan Fanderl, der Geschäftsführer von Signa Retail. „Gemeinsam mit The KaDeWe Group wird Mybestbrands eine herausragende Rolle im Premium- und Luxussegment spielen. Diese Kombination ist einzigartig und bringt uns einen entscheidenden Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb. Mit Mybestbrands bekommen wir einen innovativen Partner mit langer E-Commerce-Erfahrung an unsere Seite.“

Signa erwarb nach eigenen Angaben sechzig Prozent der Anteile an Mybestbrands durch seine neu gegründete E-Commerce-Tochter Signa Luxury Marketplace GmbH. Die übrigen vierzig Prozent verblieben beim Management um Gründer Jörg Domesle, das die Online-Shoppingplattform auch nach dem Eigentümerwechsel eigenständig weiterführen soll. „Heute sind wir Deutschlands größte Fashion Mall für den Premium- und Luxusbereich im Internet. Die Partnerschaft mit Signa ist eine logische Konsequenz“, erklärte Domesle. „Gemeinsam werden wir zu einer festen nationalen und internationalen Größe auf diesem spannenden Markt werden und können unseren anspruchsvollen Kunden alle Vorteile aus dem Online- wie stationären Handel bieten.“ Mybestbrands werde nun sein Sortiment erweitern und „den Zugang zu den Marken im Premium- und Luxussegment weiter ausbauen“, so Domesle.

Foto: Mybestbrands Facebook-Page

Die Sportartikelhersteller Puma und Adidas streiten am Montag (ab 9.00 Uhr) in Braunschweig um einen Sportschuh. "Den Beklagten soll aufgrund einer Verletzung eines europäischen Geschmacksmusters untersagt werden, das Modell "Stan Smith Boost" anzubieten", heißt es in der Ankündigung des Landgerichts in Braunschweig. Der "Stan Smith Boost" gehört zu einer Reihe von Retro-Modellen aus den 1970ern, die Adidas erfolgreich wiederbelebt hat.

Nach Angaben des Gerichts dreht sich der Streit um zwei Geschmacksmuster. Beide Geschmacksmuster sind auf Puma angemeldet. Ein Adidas-Sprecher wollte sich unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. Ob bereits am Montag eine Entscheidung ergeht, ist unklar.

Anders als bei Patenten, die technische Erfindungen schützen, geht es bei Geschmacksmustern um das Design eines Produktes. Puma und Adidas, beide im fränkischen Herzogenaurach ansässig, sind seit Jahrzehnten rivalisierende Weltunternehmen auf dem Markt für Sportartikel. Gegründet wurden sie von zwei Brüdern, Rudolf und Adi Dassler, die über der gemeinsamen Leidenschaft für Sportschuhe zu erbitterten Gegnern wurden. (DPA)

Britischer Bekleidungshändler Bonmarché muss Gewinneinbruch verkraften

Schwierige Rahmenbedingungen und „interne Faktoren“ machte der britische Textildiscounter Bonmarché für die schwachen Resultate verantwortlich, die er am Montag präsentierte. Seinen Umsatz konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016/17 nur aufgrund von Neueröffnungen und zusätzlichen Verkaufstagen leicht verbessern, der Gewinn schrumpfte deutlich.

Insgesamt kam der Einzelhändler, der sich auf günstige Damenmode für die Altersgruppe 50+ spezialisiert hat, auf einen Umsatz in Höhe von 190,1 Millionen Britische Pfund (217,4 Millionen Euro). Damit verbesserte er sich gegenüber dem Vorjahr, das eine Verkaufswoche weniger umfasste, um 1,1 Prozent. Selbst das lag aber nur an der Eröffnung neuer Shops: In den seit mehr als einem Jahr bestehenden Filialen sanken die Erlöse um 4,3 Prozent. Höhere Preisnachlässe, gestiegene Betriebskosten aufgrund der Flächenexpansion und Sondereffekte belasteten das Ergebnis. Der Nettogewinn sank daher um 42,7 Prozent auf knapp 4,5 Millionen Britische Pfund (5,1 Millionen Euro).

Die Unternehmensleitung begründete die unbefriedigenden Resultate einerseits mit widrigen Wetterbedingungen und allgemeinen Problemen des Heimatmarktes, etwa inflationären Tendenzen durch den Kursverfall des britischen Pfundes und Unsicherheiten infolge des Brexit-Votums, andererseits aber auch mit unternehmerischen Fehlern. Die sollen nun mit gezielten Maßnahmen korrigiert werden. So will das Unternehmen sein Sortiment „modernisieren“ und damit für die Kundinnen attraktiver machen sowie den Service verbessern.

Foto: Bonmarché