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JC Penney schreibt wieder schwarze Zahlen

Der US-amerikanische Handelskonzern JC Penney Inc. ist im Geschäftsjahr 2016/17 nach langer Durstrecke in die Gewinnzone zurückgekehrt. Beim Umsatz wurde das Vorjahresniveau nur knapp verfehlt.

Insgesamt belief sich der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr, das am 28. Januar abgeschlossen wurde, auf 12,5 Milliarden US-Dollar (11,8 Milliarden Euro). Damit lag er um 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auf vergleichbarer Fläche blieben die Erlöse stabil.

Beim Ergebnis machten sich Kostenkontrollmaßnahmen und Einsparungen, aber auch Sondereffekte, die beispielsweise aus Immobilientransaktionen resultierten, positiv bemerkbar. So hatte der Konzern vor wenigen Wochen sein Hauptquartier gewinnbringend verkauft.

Damit schaffte es der Einzelhändler in die schwarzen Zahlen: Der operative Gewinn belief sich auf 395 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahr ein Betriebsverlust in Höhe von 89 Millionen US-Dollar verbucht worden war. Unter dem Strich stand ein kleiner Jahresüberschuss von einer Million US-Dollar. 2015/16 hatte der JC Penney noch einen Nettoverlust von 513 Millionen US-Dollar ausweisen müssen. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn pro Aktie belief sich auf 0,08 US-Dollar.

Striktes Sparprogramm: Im laufenden Geschäftsjahr soll das Ergebnis weiter steigen

„Wir sind froh darüber, trotz sehr schwieriger Marktbedingungen im Einzelhandel erstmals seit 2010 wieder einen Nettoüberschuss erzielt zu haben“, erklärte Konzernchef Marvin Ellison. Er verwies darauf, dass JC Penney noch 2013 einen Verlust in Höhe von fast 1,3 Milliarden US-Dollar hinnehmen musste, und erklärte, die eingeleiteten „Wachstumsinitiativen“ würden Wirkung zeigen. Vor allem mit den Fortschritten im vierten Quartal habe der Konzern „eine Plattform gelegt, auf die wir in den kommenden Jahren aufbauen können“.

Für das laufende Jahr erwartet das Management keine großen Sprünge beim Umsatz: Bestenfalls würden die Erlöse auf vergleichbarer Fläche um ein Prozent wachsen, schlimmstenfalls um ein Prozent sinken, heißt es in einer Mitteilung. Beim Ergebnis soll es allerdings aufgrund von Kostensenkungen weitere Fortschritte geben: Prognostiziert wurde ein um Sonderfaktoren bereinigter Gewinn pro Aktie zwischen 0,40 und 0,65 US-Dollar. Am Freitag kündigte das Unternehmen an, etwa 130 bis 140 Läden und zwei Vertriebszentren schließen zu wollen, um die Ausgaben weiter zu reduzieren.

Foto: JC Penney
Liebeskind Berlin zieht in neues Headquarter

Das Berliner Taschenlabel Liebeskind trägt der expansiven Entwicklung der letzten Jahre Rechnung und vergrößert entsprechend seine Geschäftsräume am Hauptstandort Berlin. Man habe ein neues Hauptquartier in der Stralauer Allee, direkt an der Spree bezogen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Nun residiert die Marke auf zwei Etagen in einem historischen Speichergebäude und hat seine Fläche von 1.300 auf 2.700 Quadratmeter mehr als verdoppelt. Der neue Hauptsitz vereint nun Showrooms, Ateliers und Verwaltung unter einem Dach und biete genügend Raum für weitere Expansion.

„Unser neues Headquarter passt perfekt zu uns: Die offene Raumplanung vom Showroom bis zu den Ateliers schafft Platz für Kreativität. Auf den großzügigen, modernen Flächen präsentieren wir unsere Kollektionen in diesem inspirierenden Kontext. Gleichzeitig verkürzen sich die Wege für unsere Mitarbeiter - das stärkt den Teamgeist, ermöglicht Austausch, Interaktion und gegenseitige Inspiration aller Mitarbeiter. Der charmante Loftcharakter in einer der schönsten Lagen der Stadt, tut sein Übriges“, so Brigitte Danielmeyer, CEO der Liebeskind GmbH.

In direkter Nachbarschaft zum neuen Liebeskind Berlin Headquarter sind bereits etliche andere Modemarken wie Hugo Boss, Adidas, Pepe Jeans London, Marc Cain, Brax oder Esprit.

Foto: Liebeskind Berlin

Der Edelschuhhersteller Louboutin kann sich sein Erkennungszeichen, die roten Sohlen, in der Schweiz nicht schützen lassen. Das Bundesgericht wies eine Beschwerde des französischen Designers gegen einen früheren Bescheid ab, wie es am Freitag mitteilte. Schließlich böten auch andere Schuhhersteller hochhackige Damenschuhe mit farbiger Sohle an, hielten die Richter fest.

Kundinnen nähmen die roten Sohlen nur als dekoratives Element wahr, nicht als Markenzeichen. Ob die Richter Frauen gefragt hatten, die mehrere Hundert Euro für Louboutin-Schuhe hingelegt hatten, blieb offen.

In einigen Ländern sind die roten Sohlen geschützt. Deshalb hat Louboutin billigere Imitatoren verklagt. Die protestierten, und der Streit ging bis vor den Europäischen Gerichtshof. Dort steht ein Urteil noch aus. (DPA)

Recht und Praxis: Textilkennzeichnung: "Acryl" unlauter, "Cotton" nicht

Das Oberlandesgericht München hat kürzlich entschieden, dass zwar die Verwendung der Bezeichnungen "Acryl" bzw. "Acrylic" anstelle des Begriffes "Polyacryl" die Vorschriften der Textilkennzeichnungsverordnung in unlauterer Weise verletzen, die Angabe "Cotton" anstelle des Begriffs "Baumwolle" jedoch nicht unlauter sei (Urteil vom 20.10.2016, Az. 6 U 2046/16). Auch wenn in allen Fällen objektiv ein Verstoß gegen die Textilkennzeichnungsvorschriften vorliege, verletze die Verwendung des Wortes "Cotton" das Wettbewerbsrecht nicht, weil der Begriff allgemein bekannt sei.

Der Hintergrund

Das Gericht hatte im Rahmen eines Eilverfahrens (einstweiliges Verfügungsverfahren) darüber zu entscheiden, ob die Verwendung der Begriffe "Acryl" bzw. "Acrylic" und "Cotton" zur Kennzeichnung von in Deutschland vertriebenen Textilien verwendet werden dürfen. Nach der Textilkennzeichnungsverordnung müssen Textilien grundsätzlich mit den enthaltenen Textilfasern gekennzeichnet werden, wobei die Kennzeichnung in der jeweiligen Amtssprache erfolgen muss, in der das Produkt auf den Markt gebracht wird. Hierzu sind die in Anhang I zur Textilkennzeichnungsverordnung festgelegten Begriffe zu verwenden. Das erstinstanzlich mit der Sache befasste Landgericht hatte noch geurteilt, die Begriffe "Acryl" bzw. "Acrylic" und "Cotton" erfüllten diese Voraussetzungen nicht, ihre Verwendung sei daher unlauter. Der Gesetzgeber habe sich bewusst dafür entschieden, dass die Textilkennzeichnung in der jeweiligen Amtssprache desjenigen Mitgliedsstaates zu erfolgen habe, in dem das Produkt angeboten werde.

Die Entscheidung

Das Oberlandesgericht München ist von dieser Beurteilung nun teilweise abgerückt. Zwar bestätigt es das Verbot der Textilfaserkennzeichnung mit den Begriffen "Acryl" bzw. "Acrylic". Für den Verkehr sei nicht klar, dass mit diesen Begriffen die Faser "Polyacryl" gemeint sei. Für den Begriff "Cotton" hingegen kommt das Gericht zu dem Schluss, dass der Begriff zwar objektiv gegen die Textilkennzeichnungsverordnung verstoße, der Verstoß aber nicht "spürbar" sei und damit nicht zu einem Wettbewerbsverstoß führe. Der angesprochene Durchschnittsverbraucher verstehe den Begriff "Cotton" als "Baumwolle".

Bewertung

Die Entscheidung des Oberlandesgerichts München ist im Hinblick auf den Begriff "Cotton" keineswegs zwingend und begegnet vielmehr Bedenken. Immerhin verweist das Gericht selbst auf eine abweichende Entscheidung eines anderen Zivilsenats desselben Gerichts. In dieser Entscheidung (Urteil vom 18.02.2016, AZ. 29 U 2899/15) war ein formaler Verstoß gegen die Textilkennzeichnungsverordnung als "spürbar" qualifiziert worden. Das Verfahren liegt derzeit beim Bundesgerichtshof (Az. der Nichtzulassungsbeschwerde I ZR 70/16), so dass zu hoffen steht, dass bald mehr Klarheit darüber herrscht, ob jeder Verstoß gegen die Textilkennzeichnungsverordnung unlauter und damit abmahnfähig ist, oder ob sich die zur Kennzeichnung verpflichteten Hersteller und Händler in Einzelfällen darauf berufen können, ein Verstoß sei nicht "spürbar". So oder so geht die klare Empfehlung dahin, sich genau an die Kennzeichnungsvorschriften zu halten und anstelle von "Cotton" den Begriff "Baumwolle" zu verwenden. Hierfür spricht nicht nur die derzeit unklare Rechtslage im Wettbewerbsrecht, sondern auch die Bußgeldvorschriften im deutschen Textilkennzeichnungsgesetz, für die es auf eine "Spürbarkeit" des Verstoßes nicht ankommt.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine Rechtsberatung darstellt und eine solche nicht ersetzen kann.

Janina Voogd ist Rechtsanwältin und Senior Associate in der Praxisgruppe Gewerblicher Rechtsschutz im Münchener Büro der Sozietät Noerr LLP. Sie berät nationale und internationale Unternehmen in allen Bereichen des Marken- und Designrechts. Darüber hinaus berät sie im Wettbewerbsrecht sowie in Domain-Streitigkeiten. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Beratung von Unternehmen in der Modebranche. Janina Voogd ist Lehrbeauftragte für Marken- und Designrecht an der AMD Akademie Mode & Design in München.

Bild: Oʻzbekcha/ўзбекча: Paxta, by Own Work, via commons Wikimedia

Boykott gegen Dhaka Apparel Summit in Bangladesch

Die Ehtical Trade Initiative (ETI) und ihre Mitglieder, darunter H&M, Inditex, C&A etc., haben ihre Teilnahme am Dhaka Apparel Summit in Bangladesch abgesagt. Der Grund: Das harte Vorgehen der Regierung gegen die jüngsten Proteste von Textilarbeitern. Die Konferenz soll am 25. Februar stattfinden und steht unter dem Motto, wie das Land den Export von Bekleidung weiter steigern kann.

Keine Unterstützung für Einschüchterung der Arbeiter

Die Entscheidung der ETI fand im Austausch mit seinen Mitgliedern statt, so die NGO. Man sei übereingekommen, dass das Verhalten der Regierung nicht akzeptabel sein. „Als Reaktion auf das, was eine zunehmend harte Antwort von den Behörden und einigen Industriemitgliedern zu sein scheint, glauben wir, dass es keine andere Wahl haben, als uns vom Dhaka Apparel Summit 2017 zurückzuziehen“, heißt es in einer Erklärung. Die ETI Mitglieder C&A, H&M, Inditex, Next und Tchibo haben ebenfalls verkündet, an der Konferenz nicht teilzunehmen.

Gleichzeitig setzt sich die ETI aktiv dafür ein, die inhaftierten Gewerkschafter und Arbeiter wieder zu befreien. Peter McAllister, Direktor des ETI, sagte: „Die ETI erkennt die Bedeutung des Apparel Summit für die Zukunft des Bekleidungssektors in Bangladesch an. Leider steht die gegenwärtige Einschüchterung der Arbeiter und ihrer Vertreter im Widerspruch zu einer fortschrittlichen Industrie, die die nachhaltige Entwicklung des Sektors sichern will.“ Der Entschluss sei nicht leicht gefallen, so McAllister. Er hofft, dass die Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association (BGMEA) und die Bangladesh Apparel Exchange (BAE), die die Konferenz organisieren, den Bedenken der ETI und deren Mitgliedern Gehör schenken.

Auch deutsche Verbände protestieren

Auch deutsche Gewerkschaften und Verbände haben die Regierung in Bangladesch kritisiert. In einem offenen Brief mahnten etwa der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Handelsverband Deutschland und der Gesamtverband Textil und Mode bei Premierministerin Sheikh Hasina fehlende Arbeiterrechte an. Sie warnten, dass die EU Zollpräferenzen für den zweitgrößten Textilproduzenten der Welt wieder aufheben könnte, wenn Arbeiter in ihren Rechten beschnitten würden.

Anlass sind Unruhen, Massenentlassungen und Festnahmen, die sich gegen die Gewerkschaften des Landes richten. Am 12. Dezember hatten im Distrikt Ashulia Arbeiter des Textilsektors für eine Verdreifachung ihres Mindestlohns auf rund 180 Euro im Monat gestreikt. Als Reaktion wurden nach Gewerkschaftsangaben mindestens 1600 Arbeiter entlassen und mindestens 35 Aktivisten festgenommen. Auch in Chittagong hatte es jüngst Proteste gegeben.

Foto: ETI / ILO

Der angeschlagene Modekonzern Gerry Weber muss den Gürtel in diesem Jahr noch einmal enger schnallen. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet das westfälische Unternehmen angesichts weiterer Filialschließungen und des nach wie vor schwierigen Marktumfeldes mit einem weiteren Umsatzrückgang um bis zu vier Prozent, wie Vorstandschef Ralf Weber am Donnerstag berichtete.

Der Modekonzern hatte angesichts schwacher Umsätze und wegbrechender Gewinne vor einem Jahr angekündigt, jede zehnte Stelle zu streichen und mehr als 100 Filialen zu schließen. Rund drei Viertel der Schließungen seien bereits erfolgt, der Rest werde bis Mitte dieses Jahres folgen, betonte das Unternehmen. "Die Einschnitte sind hart, unsere Finanzlage aber versetzt uns in die Lage, alles umzusetzen", sagte der Vorstandschef. Das Management habe außerdem weitere 50 Filialen auf eine Beobachtungs-Liste gesetzt.

Im Ende Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 war der Konzernumsatz bereits um 2,2 Prozent auf gut 900 Millionen Euro zurückgegangen. Der Gewinn des Konzerns brach von 52,2 Millionen auf 0,5 Millionen Euro ein. Ein Grund dafür waren Sonderbelastungen für den Konzernumbau in Höhe von 31,2 Millionen Euro.

Die Rückgänge beim Umsatz wären noch stärker ausgefallen, hätte nicht die seit 2015 zum Konzern zählende Tochter Hallhuber mit einem zweistelligen Umsatzplus einen Teil der Einbußen in anderen Konzernbereichen wettgemacht. "Dieses Jahr wird nicht einfacher, aber wir liegen bei der Neuausrichtung auf Kurs und machen gute Fortschritte", sagte Weber.

Gerry Weber kämpft mit der wachsenden Konkurrenz durch Onlinehändler und große Ketten wie Zara oder Hennes & Mauritz (H&M) (H&M). Konzernchef Ralf Weber, Sohn des Firmengründers Gerhard Weber, hatte dem Unternehmen deshalb im vergangenen Jahr ein Umstrukturierungsprogramm verpasst. Nach der gegenwärtigen Schrumpfungskur will Weber mit einem modernisierten Online-Angebot und einem runderneuerten Markenauftritt ab dem dem Geschäftsjahr 2017/18 wieder auf Wachstumskurs gehen. (DPA)

Esprit schreibt im ersten Halbjahr schwarze Zahlen

Der Bekleidungskonzern Esprit Holdings Ltd. ist im ersten Halbjahr 2016/17 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Gründe dafür waren umfangreiche Sparmaßnahmen und die Einschränkung von Rabattaktionen. Der Umsatz sank aufgrund zahlreicher Ladenschließungen und ungünstiger Witterungsbedingungen in Europa allerdings weiter.

In den Monaten Juli bis Dezember 2016 erwirtschaftete Esprit einen Umsatz in Höhe von 8,32 Milliarden Hongkong-Dollar (1,02 Milliarden Euro). Gegenüber dem ersten Halbjahr 2015/16 war das ein Rückgang um 10,6 Prozent (währungsbereinigt -9,9 Prozent). In Deutschland, dem wichtigsten Einzelmarkt, schrumpften die Erlöse um 6,8 Prozent (währungsbereinigt -6,3 Prozent) auf 4,14 Milliarden Hongkong-Dollar.

Im Rahmen seines Sparprogramms hatte der Konzern zahlreiche unprofitable Verkaufsflächen aufgegeben: Im Laufe der vergangenen zwölf Monate wurden 166 eigene Shops und 1.376 sonstige kontrollierte Verkaufsflächen – also etwa von Franchise-Partnern geführte Läden und Shop-in-Shop-Flächen geschlossen. Am Jahresende verfügte Esprit damit noch über 698 eigene Stores und 6.161 sonstige kontrollierte Flächen.

Die Sparmaßnahmen zeigen Wirkung

Beim Ergebnis machten sich die Auswirkungen des Sanierungsprogramms deutlich bemerkbar: Der operative Verlust wurde von 247 Millionen Hongkong-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 13 Millionen Hongkong-Dollar reduziert. Aufgrund einer Steuergutschrift standen unter dem Strich sogar schwarze Zahlen. Musste in den ersten sechs Monaten des vergangenen Geschäftsjahres noch ein Nettoverlust in Höhe von 238 Millionen Hongkong-Dollar verbucht werden, konnte Esprit diesmal einen Nettogewinn in Höhe von 61 Millionen Hongkong-Dollar (7,5 Millionen Euro) präsentieren.

Für das zweite Halbjahr erwartet das Management eine ähnliche Geschäftsentwicklung wie in den ersten sechs Monaten. Aufgrund der Restrukturierungsmaßnahmen, die auf eine Verbesserung des Ergebnisses abzielen, rechnet das Unternehmen kurzfristig mit einem „weiteren Umsatzrückgang aufgrund der Schließung unprofitabler Flächen, aber einer verbesserten Produktivität im Vertrieb, höheren Margen und niedrigeren Betriebskosten“.

Foto: Esprit

Alibaba investiert in Kakao Pay

Die Tochtergesellschaft des chinesischen Internetriesen Alibaba, Ant Financial, plant 200 Millionen US-Dollar (190 Millionen Euro) in den südkoreanischen Nachrichtenkonzern Kakao zu investieren, beziehungsweise dessen Tochterfirma Kakao Pay, um seine globale Reichweite auszudehnen und Finanzdienstleistern wie Visa und MasterCard Konkurrenz zu machen.

Zu diesem Zweck werden Ant Financial und Kakao Pay eine weitere Kakao-Tochter names Kakao Pay Corp. gründen, die bereits Anfang April dieses Jahres in Aktion treten soll. "Südkorea ist ein wichtiger Markt für Ant Financials weltweite Expansion", bestätigte Douglas Feagin, Präsident von Ant Financial International, in einer gemeinsamen Erklärung mit Kakao vom Dienstag. ​

Darin erklären die beiden Unternehmen auch, dass die Investition Teil einer größeren strategischen Partnerschaft sei, um Ant Financials 450 Millionen Benutzer weltweit mit Kakao Pays 14 Millionen Abonnenten zu verbinden. Kakao ist am besten für seinen Mobil-Nachrichtendienst Kakao Talk bekannt, der auf 99 Prozent aller Smartphones in Südkorea zu finden ist und den weltweit 48 Millionen Benutzer in Anspruch nehmen.

Erst im Januar hatte sich der Konzern entschieden, Kakao Pay zu einer eigenen Einheit zu machen, die Leistungen wie die Begleichung von Rechnungen und Überweisungen anbietet. Nach Bekanntgabe der Investition durch Ant Financial stieg die Kakao-Aktie am Dienstag um 4,25 Prozent.

Die Investition erfolgt nur einen Monat nachdem Ant Financial das US-Finanzunternehmen MoneyGram für rund 880 Millionen US-Dollar (837 Millionen Euro) gekauft hatte. Im November 2016 hatte das chinesische Unternehmen ein Partnerschaftsabkommen mit dem thailändischen Betreiber Ascend Money geschlossen.

Ant Financial steckt auch hinter AliPay, dem chinesischen Onlinebezahlsystem der Alibaba Group, über das 80 Prozent aller elektronischen Zahlungen der e-Commerce-Operationen und Mobil-Apps der Gruppe in China abgewickelt werden.

Erst gestern gab die Alibaba Group auch eine weitere Anstrengung bekannt, den Online- und Offline-Einzelhandel zu verbinden, nämlich ihre neue strategische Partnerschaft mit der Bailian Group, einem chinesischen Einzelhandelskonzern. Die beiden Unternehmen wollen ihre Kundendaten gemeinsam nutzen, um "neue Einzelhandelmöglichkeiten zu erkunden". So ist etwa geplant, AliPay in allen Bailian-Geschäften zugänglich zu machen und Bailians OK Card mit AliPay zu integrieren.

Foto: Kakao Pay-Website
Tom Tailor: Restrukturierungskosten sorgen für tiefrote Zahlen

Der Hamburger Bekleidungskonzern Tom Tailor Group konnte im Geschäftsjahr 2016 die eigenen Erwartungen erfüllen. Der Umsatz wurde leicht verbessert, der hohe Verlust war auf Kosten im Rahmen des umfassenden Restrukturierungsprogramms zurückzuführen. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die das Unternehmen am Dienstagabend veröffentlichte. Im laufenden Jahr soll der Sanierungskurs mit weiteren Sparmaßnahmen vorangetrieben werden.

Den vorliegenden Daten für 2016 zufolge stieg der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent auf 968,5 Millionen Euro. Für den Zuwachs sorgte die Dachmarke Tom Tailor, deren Erlöse um 5,6 Prozent auf 665,6 Millionen Euro stiegen. Bei der zweiten Dachmarke Bonita sank der Umsatz um 7,0 Prozent auf 303,0 Millionen Euro.

Der Vorstand sieht „deutliche Fortschritte“ bei seinen Sanierungsbemühungen

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 10,3 Millionen Euro im Rahmen der Erwartungen. Unter dem Strich stand den vorläufigen Zahlen zufolge ein Nettoverlust in Höhe von rund 73 Millionen Euro. Dafür verantwortlich waren nach Angaben des Unternehmens Einmalaufwendungen im Rahmen des Sanierungsprogramms „RESET“, die sich auf 80,9 Millionen Euro beliefen. Am 28. März will der Konzern seinen vollständigen Geschäftsbericht und die Prognosen für 2017 präsentieren.

Bei seinen Sparbemühungen sieht sich das Unternehmen auf einem guten Weg: „Das vom neuen Vorstandsteam im Oktober 2016 eingeleitete weitreichende Kosten- und Prozessoptimierungsprogramm zeigt deutliche Fortschritte und beginnt sich positiv auszuwirken“, heißt es in einer Mitteilung. Ziel der Maßnahmen sei, „die Gruppe auf ihr gesundes Kerngeschäft zu fokussieren und alle unrentablen Geschäftsaktivitäten konsequent einzustellen“.

Tom Tailor setzt derzeit ein umfassendes Sparprogramm um

Dazu nahm das Management radikale Einschnitte vor: Insgesamt sollen 300 Filialen geschlossen werden, zudem stellte das Unternehmen die Linien Tom Tailor Polo Team und Tom Tailor Contemporary ein. Im kommenden Sommer wird auch die Marke Bonita Men dem Rotstift zum Opfer fallen. Außerdem gibt der Konzern einige Märkte auf: Ende 2016 zog er sich aus Südafrika zurück, in diesem Jahr will er darüber hinaus „den Austritt aus China, den USA und weitestgehend auch aus Frankreich vollziehen“. Bei der Dachmarke Bonita sei zudem ein „straffes Kostenmanagement“ eingeführt und die Kostenbasis so „um knapp zehn Prozent“ gesenkt worden.

“Wir trennen uns Schritt für Schritt von Altlasten“

Heiko Schäfer, COO und Interims-CEO der Tom Tailor Holding AG

„Wir trennen uns Schritt für Schritt von Altlasten“, erläuterte Chief Operating Officer Heiko Schäfer, der den Konzern seit dem Abschied von Dieter Holzer im vergangenen September als übergangsweise amtierender Vorstandsvorsitzender führt. „Damit waren für das Jahr 2016 finanzielle Einschnitte verbunden. Die Talsohle aber haben wir durchschritten.“ Schon im vierten Quartal seien „erste positive Effekte sichtbar geworden“, erklärte Schäfer.

Doch der Konzern will nicht nur sparen: Er investiert auch in den Ausbau des Online-Geschäfts, die IT-Kapazitäten und die Entwicklung der verbliebenen Marken Tom Tailor, Tom Tailor Denim, Kids und Bonita.

Foto: Tom Tailor
Otto Group erwartet fast sieben Milliarden Euro Jahresumsatz im Online-Geschäft

Der Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group wird seinen Online-Umsatz im Geschäftsjahr 2016/17, das noch bis Ende Februar dauert, voraussichtlich auf knapp sieben Milliarden Euro steigern. Eine entsprechende Schätzung veröffentlichte das Unternehmen am Dienstag. Gegenüber dem Vorjahr würde das ein Wachstum „von knapp zehn Prozent oder 615 Millionen Euro“ bedeuten, heißt es in der Mitteilung. Damit bleibe der E-Commerce der „Umsatztreiber“ im Einzelhandelsgeschäft des Konzerns.

Den Großteil ihres Online-Umsatzes erwirtschaftet die Otto-Gruppe in Deutschland. Dort stiegen die entsprechenden Erlöse im laufenden Geschäftsjahr nach Angaben des Unternehmens um fast zehn Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro. „Mit diesem Ergebnis dürfte die Otto Group ihre Position unter den Top 5 der weltweit größten E-Commerce-Player und als Nr. 2 in Deutschland gut behaupten“, erklärte der Konzern.

Rainer Hillebrand, der im Vorstand der Gruppe für die Bereiche Konzernstrategie, E-Commerce und Business Intelligence zuständig ist, zeigte sich „mit dieser Umsatzdynamik zufrieden“. Er hat jedoch innerhalb des Konzerns noch Handlungsbedarf ausgemacht: „In zahlreichen Konzernunternehmen verzeichnen wir ein hohes zweistelliges Wachstum und haben die digitale Transformation bereits sehr gut umgesetzt, in anderen Gesellschaften müssen wir noch weiter daran arbeiten“, erklärte er.

Foto: Otto Group