Back to Work: Wie Unternehmen in ihre Mitarbeiter investieren wollen

Zwei von drei Unternehmen in Deutschland holen ihre Mitarbeiter bereits zurück ins Büro - meist noch schrittweise und freiwillig. Das zeigt eine Studie der Online-Jobplattform StepStone, für die zwischen dem 28. Mai und 2. Juni 2020 8.500 Arbeitnehmer befragt wurden, darunter 1.200 Führungskräfte. Während Unternehmen wichtige Erfahrungen gerade zur Arbeit im Home Office gemacht haben, erwartet jeder zweite Beschäftigte, dass sich sein Arbeitgeber aufgrund dieser Erfahrungen ändern wird. Die Studie zeigt auch, wie Unternehmen in Zukunft mit der Home Office-Erfahrung umgehen wollen, welche Aufgaben nach dem Restart am drängendsten sind und welche Investitionen getätigt werden sollen.

Auch wenn die Corona-Krise gezeigt hat, dass das Arbeiten von zu Hause sehr gut funktionieren kann - in den meisten Fällen besser als gedacht - will ein Großteil der Unternehmen das Home Office-Modell nicht für immer anbieten, sondern bevorzugt Mischlösungen. "Der Großteil der Unternehmen will aber kein Homeoffice für immer und für alle, sondern eine Mischform zwischen Präsenz- und Home Office-Tagen", sagt Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei StepStone.

Home Office-Modelle bleiben, in abgespeckter Form

Auch die Mitarbeiter wollen am Home Office-Modell festhalten: 86 Prozent der befragten Arbeitnehmer wünschen sich ein Hybrid-Konzept. Nur vier Prozent der Beschäftigten möchten grundsätzlich im Home Office arbeiten. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen haben sich deshalb entschieden, auch zukünftig Home Office-Lösungen anzubieten, um ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern.

In rund jedem dritten Unternehmen wird es jedoch auch in Zukunft kein Home Office oder nur in Ausnahmefällen geben. Als Grund wird das soziale Miteinander genannt. „Einer der Hauptgründe für Zufriedenheit im Job ist vielfach ein gutes Verhältnis unter den Kollegen und ein positives Arbeitsklima. Es hat sich zwar gezeigt, dass der Großteil der Arbeitnehmer dank zahlreicher digitaler Lösungen effizient im Home Office arbeiten kann. Doch das soziale Miteinander und der persönliche Austausch unter den Mitarbeitern im Büro wird auch in Zukunft wichtig bleiben“, erklärt Zimmermann.

Mitarbeitermotivation hat Priorität

Die Studie fragte auch nach den Aspekten, die in den nächsten Wochen für Unternehmen am drängendsten sein werden. Die Aufrechterhaltung der Mitarbeitermotivation wurde als allerhöchste Priorität genannt, vor „harten“ Aspekten wie Kostenmanagement und dem Erzielen von Wettbewerbsvorteilen.

Als wichtige Investitionsfelder wurden die Digitalisierung und Mitarbeiterweiterbildung genannt. „Im Fokus vieler Unternehmen steht nun mehr denn je das wertvollste Kapital eines jeden Unternehmens: die Mitarbeiter. In der Krise wurde deutlicher denn je, wie entscheidend es ist, motivierte und engagierte Mitarbeiter an Bord zu haben“, so Zimmermann.

Back to Work: Wie Unternehmen in ihre Mitarbeiter investieren wollen

Investitionen in Weiterbildung und Personal

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Digitalisierung auf der Agenda der Unternehmen ganz oben steht. So will die Mehrheit der befragten Unternehmen ihre Mitarbeiter vor allem in der Anwendung digitaler Tools und für die virtuelle Zusammenarbeit schulen. Zum Einsatz kommen sollen hierfür vor allem E-Learning-Formate und Webinare.

Auch mit Neueinstellungen soll es jetzt vorangehen: Während etwa die Hälfte der Unternehmen in der Krise auf die Rekrutierung neuer Mitarbeiter verzichten mussten, so zeichnet sich langsam wieder ein positiverer Trend ab: Mehr als 50 Prozent der Führungskräfte gaben an, innerhalb des nächsten halben Jahres wieder verstärkt Personal einstellen zu wollen; ein Viertel sogar ab sofort, dabei vor allem in den Bereichen IT, Vertrieb und Personal.

Gesundheit bleibt weiterhin Priorität

Da die Corona-Pandemie noch nicht überwunden ist, wird das Thema Gesundheitsschutz für Unternehmen auch weiterhin ganz oben auf der Agenda stehen. Über 70 Prozent der befragten Firmen haben ein individuelles Gesundheitsschutzkonzept erarbeitet und setzen es bereits um. Drei von vier Führungskräften bewerten die ersten Erfahrungen als gut und auch ein Großteil der Mitarbeiter; 77 Prozent vertrauen ihrem Arbeitgeber in Sachen Gesundheitsschutz.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken und die Gewährleistung der Einhaltung der Hygiene- und Distanzregeln; über sogenanntes „Work Distancing“ wollen zwei Drittel der Arbeitgeber sicherstellen, dass der individuelle Kontakt der Mitarbeiter minimiert wird. Hinweisschilder geben einen Überblick über die wichtigsten Hygiene- und Verhaltensregeln und auf dem Boden sind Abstandsmarkierungen aufgeklebt beziehungsweise Plexiglasscheiben trennen Arbeitsplätze ab. Fast zwei Drittel der Arbeitgeber schränken zudem Meetings und den Zugang zu zentralen Anlaufpunkten ein.

Fotos: StepStone

 

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