Canada Goose: Coronavirus stoppt Höhenflug

Auch der erfolgsverwöhnte kanadische Bekleidungsanbieter Canada Goose Holdings Inc. bekommt die Folgen des Coronavirus zu spüren. Der Daunenjacken-Spezialist, der zuletzt die Expansion in Asien massiv vorangetrieben hatte, musste am Freitag seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 deutlich senken. „Der Ausbruch des Coronavirus auf dem chinesischen Festland hat einen gravierenden negativen Effekt auf die Geschäfte im aktuellen vierten Quartal, das am 29. März endet“, räumte das Unternehmen in einer Mitteilung ein. Die Gesundheitskrise habe „zu einem empfindlichen Rückgang der Kundenfrequenz und der Verkäufe“ geführt.

Der kanadische Daunenjacken-Spezialist kassiert seine Jahresprognosen

Konkret rechnet Canada Goose für das aktuelle Geschäftsjahr nun nur noch mit einem Umsatzplus zwischen 13,8 und 15,0 Prozent auf 945 bis 955 Millionen Kanadische Dollar (649 bis 656 Millionen Euro). Zuvor war ein Wachstum um mindestens zwanzig Prozent erwartet worden. Auch das Ergebnis wird voraussichtlich deutlich niedriger ausfallen, als das Unternehmen bisher prognostiziert hatte. Das Management geht nun von einem um Sondereffekte bereinigten verwässerten Gewinn pro Aktie im Bereich von 1,33 bis 1,37 Kanadische Dollar aus. Gegenüber dem Vorjahr würde das höchstens eine Steigerung um 0,7 Prozent und schlimmstenfalls einen Rückgang um 2,2 Prozent bedeuten. Bislang hatte der Bekleidungsanbieter ein Ergebniswachstum um mindestens 25 Prozent angepeilt.

„In Großchina sind die Umsätze in den Stores und im Online-Geschäft deutlich zurückgegangen“, erklärte das Unternehmen. „Durch die Störungen im weltweiten Reiseverkehr sind zudem die Läden in internationalen Touristenzentren betroffen.“ Noch seien Umfang und Dauer der Krise nicht absehbar, so Canada Goose. Auf die Lieferkette hätten die Probleme bisher aber keine Auswirkungen gehabt.

Im jüngsten Quartal erzielt Canada Goose zweistellige Zuwächse beim Umsatz und Ergebnis

Vor dem Ausbruch des Coronavirus hatte das Unternehmen im dritten Quartal, das am 29. Dezember endete, solide Zuwächse erzielt. Der Umsatz stieg trotz anhaltender Probleme aufgrund der Unruhen in Hongkong und der gezielten Verschiebung von Lieferterminen um 13,2 Prozent auf 452,1 Millionen Kanadische Dollar (310,5 Millionen Euro). Dazu trug die dynamische Entwicklung in Asien maßgeblich bei. Dort konnten die Kanadier ihren Umsatz mehr als verdoppeln: Er stieg nicht zuletzt dank starker Geschäfte in China von 46,4 auf 94,7 Millionen Kanadische Dollar. Trotz „geopolitischen Gegenwinds“ habe das Unternehmen ein „robustes Wachstum“ erzielt, lobte CEO Dani Reiss in einer Mitteilung.

Weil der Umsatzanteil des margenstarken eigenen Einzelhandels wuchs, wurde der Gewinn überproportional gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 15,4 Prozent auf 161,4 Millionen Kanadische Dollar zu, der Quartalsüberschuss wuchs um 14,1 Prozent auf 118,0 Millionen Kanadische Dollar. Unternehmenschef Reiss betonte, dass der Bekleidungsanbieter trotz der derzeit „erhöhten Unsicherheit“ aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus weiter von seiner Strategie und seinem langfristigen Wachstumspotential überzeugt sei.

Foto: Canada Goose

 

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