Die Zoll-Falle: Warum US-Zölle Lesothos regionale Konkurrenz begünstigen
Die Bekleidungsindustrie Lesothos, einst ein leuchtendes Vorbild des industriellen Wachstums im südlichen Afrika, steht vor einem Zusammenbruch. Gewerkschaften bezeichnen dies als einen „geschlechtsspezifischen Lieferkettenschock“. Nach der Einführung gegenseitiger Zölle durch die US-Regierung leidet der größte private Arbeitgeber des Königreichs in den Bergen unter massiven Stornierungen und Fabrikschließungen. Die Zölle erreichten bis zu 50 Prozent, bevor sie sich bei einem Aufschlag von 15 Prozent einpendelten.
Für die 50.000 Arbeiter:innen, die das Rückgrat dieses Sektors bilden, hat die Handelsvolatilität eine stabile Lebensgrundlage in einen täglichen Überlebenskampf verwandelt. 80 bis 95 Prozent der Bekleidungsarbeiter:innen sind Frauen. In der Hauptstadt Maseru versammeln sich nun täglich Hunderte von entlassenen Frauen bereits um 7:00 Uhr morgens vor den Fabriktoren und hoffen auf eine Tagesschicht, die jedoch selten kommt.
Eine Branche unter Druck
Der Bekleidungssektor trägt rund 20 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) Lesothos bei und war in der Vergangenheit bei über 90 Prozent seiner Exporte auf den US-Markt angewiesen. Die Kombination aus neuen Zöllen und der kurzfristigen, einjährigen Verlängerung des African Growth and Opportunity Acts (AGOA), der einen zollfreien Zugang bis 2026 gewährt, hat jedoch das Vertrauen der Einkäufer:innen erschüttert.
Dies hat drei wesentliche Konsequenzen: massiven Arbeitsplatzverlust, eine Wirtschaftskrise und einen regionalen Nachteil. Da große private Arbeitgeber wie Precious Garments und Tai Yuan Garments Arbeitsplätze drastisch abgebaut beziehungsweise ihre Betriebe geschlossen haben, sind schätzungsweise 40.000 Arbeitsplätze stark gefährdet.
Die Krise hat sich auf die informelle Wirtschaft ausgeweitet. Arbeiterinnen, die oft die alleinigen Ernährerinnen für Großfamilien sind, berichten, dass sie grundlegende Dinge wie Lebensmittel, Schulgebühren und Miete nicht mehr bezahlen können.
„Der Mangel an Aufträgen von US-amerikanischen Einkäufer:innen hat Textilunternehmen gezwungen, Arbeiter:innen nach dem Prinzip ‚Keine Arbeit, kein Lohn‘ in Kurzarbeit zu schicken. Dies hat sich negativ auf andere Sektoren wie den öffentlichen Nahverkehr, den Wohnimmobilienmarkt, den Einzelhandel und die informelle Wirtschaft ausgewirkt“, bestätigte Thabo Qhesi, Chief Executive Officer (CEO) der Private Sector Foundation, zuvor laut Forbes Africa.
Trotz eines kürzlichen Urteils des Obersten Gerichtshofs der USA, das bestimmte Notfallzölle aufhob, macht ein neuer „Ersatzaufschlag“ von 10 bis 15 Prozent Lesotho weiterhin weniger wettbewerbsfähig. Im Vergleich zu regionalen Nachbarn wie Kenia erweist sich dies als klarer Nachteil.
„Während die Auswirkungen der Strafzölle auf von Frauen geführte Haushalte in Lesotho ihren Tribut fordern, unterstreicht dies, wie politische Entscheidungen der USA Arbeitsplätze und Lebensgrundlagen im Globalen Süden zerstören können. Es zeigt auch, warum der Handel für Entwicklungsländer fair sein sollte. Ohne dringende Intervention riskieren die Textilarbeiter:innen in Lesotho den dauerhaften Ausschluss aus der formellen Wirtschaft“, warnte Paule-France Ndessomin, Regionalsekretärin für Subsahara-Afrika bei IndustriALL, in einer aktuellen Erklärung.
Ausblick
Das Land florierte einst unter AGOA, das im Jahr 2000 eingeführt wurde. Es exportierte Jeans und andere Konfektionsleidung für große Marken wie Levi's, Gap, Calvin Klein, Walmart und Reebok in seinen Hauptmarkt, die Vereinigten Staaten. Die jährlichen Exporte in die USA erreichten über 230 Millionen US-Dollar (211,60 Millionen Euro).
Da die AGOA-Frist im Dezember 2026 näher rückt, versucht die Regierung Lesothos dringend, in südafrikanische und chinesische Märkte zu diversifizieren. Chinas neue Null-Zoll-Politik für 53 afrikanische Länder, die am 1. Mai 2026 in Kraft treten soll, dürfte dabei helfen. Expert:innen warnen jedoch, dass diese Märkte noch nicht das Volumen aufnehmen oder die Preispunkte des US-amerikanischen Denim-Handels erreichen können. Sie dürften daher Exportierenden mit mittlerem Einkommen wie Kenia, Südafrika, Nigeria, Ägypten und Marokko eher nützen.
Eine weitere Strategie ist die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen in Lesotho, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken. Dies wird jedoch Zeit brauchen. Ohne einen langfristig stabilen Handelsrahmen riskiert die „Denim-Hauptstadt Afrikas“, zu einem warnenden Beispiel für die Kollateralschäden eines Handelskrieges zu werden.
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