Gerry Weber senkt Prognose für laufendes Geschäftsjahr

Der Bekleidungskonzern Gerry Weber muss sein Jahresziel nach unten korrigieren. Gleichzeitig einigt sich das Unternehmen mit seinen Gläubigern auf eine spätere Zahlung seines bereits am 5. November fällig gewordenen Darlehens. Bis Ende Januar will Gerry Weber auch die Details seiner Restrukturierungsmaßnahmen mit allen Beteiligten abstimmen.

Nach einer ersten Analyse des vierten Quartals geht Gerry Weber für das am 31. Oktober zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2017/18 mit einem Umsatz von bis zu 790 Millionen Euro aus, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt. Bisher rechnete der Konzern mit einem Umsatz zwischen 830 bis 840 Millionen Euro. Außerdem erwartet der Konzern nun einen “deutlichen Verlust” beim operativen Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Hier hatte Gerry Weber zuvor noch auf einen Verlust von 10 Millionen Euro oder eine schwarze Null gehofft.

Gläubiger von Gerry Weber stunden ihre Forderungen

Rückstellungen für Personalmaßnahmen und Filialschließungen sowie außerplanmäßige Abschreibungen würden zu dem Fehlbetrag im Ebit führen. Die Prognosen für das Geschäftsjahr 2017/18 hatte der damalige Vorstandsvorsitzende Ralf Weber bereits bei der Bekanntgabe der Zahlen zum dritten Quartal als „äußerst ambitioniert“ bezeichnet, aber trotzdem daran festgehalten.

Indes verschaffte sich Gerry Weber auch etwas Luft in seiner angespannten finanziellen Lage. Mit seinen Schuldscheindarlehensgebern habe sich das Unternehmen auf eine Stundung der am 5. November fällig gewordenen Forderungen einigen können, heißt es in der Pressemitteilung. Die Vereinbarungen gelten bis Ende Januar. Gleichzeitig hielten die Banken auch ihre Kreditlinien für Gerry Weber offen. Zur Erleichterung der angespannten Liquiditäts-Situation trugen bereits die Veräußerungserlöse der "Halle 29", die den Düsseldorfer Showroom beherbergt, in Höhe von 36 Millionen Euro bei.

"Wir sind sehr erleichtert, dass mit der Zustimmung unserer Fremdkapitalgeber nun bis Ende Januar des nächsten Jahres genügend finanzieller Spielraum vorhanden ist, um die dringend notwendigen Schritte unseres Restrukturierungskonzepts weiter voranzutreiben", sagt Johannes Ehling, Sprecher des Vorstands, in der Mitteilung.

Gerry Weber verhandelt über Stellenabbau und Filialschließungen

Gerry Weber kämpft seit geraumer Zeit mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Der Wert der Gerry-Weber-Aktie hatte sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als halbiert. Mitte Oktober hatte das Modeunternehmen aus dem westfälischen Halle mit den Kernmarken Gerry Weber, Hallhuber, Samoon und Taifun bereits einen verschärften Sanierungskurs mit einem massiven Stellenabbau angekündigt. Noch beschäftigt der Modeanbieter rund 6500 Mitarbeiter.

Im Rahmen seines Restrukturierungsplans führt Gerry Weber bereits Verhandlungen über den Abbau von Arbeitsplätzen und mit den Eigentümern von Filialgeschäften. Als “Kernmaßnahmen” will der Konzern eine “signifikante Anzahl” von Arbeitsplätzen im In- und Ausland sowie auf Gruppenebene abbauen. Filialen sollen schließen und Flächen straffer geführt werden. (FashionUnited/dpa)

Foto: Gerry Weber Website
 

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