Könnte Hervis an Snipes-Gründer Sven Voth verkauft werden?
Bei dem österreichischen Sporthändler Hervis könnte ein Eigentümerwechsel anstehen. Die Tochtergesellschaft der Spar Österreichische Warenhandels-AG könnte an den deutschen Investor und Snipes-Gründer Sven Voth verkauft werden, wie verschiedene Medien, darunter die österreichische Tageszeitung Der Standard, am Mittwoch berichteten.
Die Nachricht des potenziellen Verkaufs folgt auf den Rückzug des Sporthändlers aus zwei Märkten, Ungarn und Rumänien, im vergangenen November. Damals hieß es, dass sich Hervis mit dem Verkauf der beiden Töchter an die britische Frasers Group seine „Restrukturierungsoffensive“ fortsetzt, erklärte Spar Österreich.
Hervis-Geschäftsführer Ulrich Hanfeld erklärte, man wolle sich als moderner Sportfachhändler mit klarer Sortimentsstrategie positionieren. Die modeorientierten Märkte in Ungarn und Rumänien hätten sich vom Kerngeschäft entfernt. Deshalb konzentriere man sich nach dem Verkauf dieser Länder wieder voll auf die Kernmärkte Österreich, Slowenien und Kroatien.
Zugleich steht der Konzern finanziell unter Druck. Dem Standard zufolge erzielte Hervis 2024 einen Umsatz von 253 Millionen Euro, machte aber einen Verlust von 43 Millionen Euro. Inklusive der beiden Jahre zuvor summieren sich die Verluste auf 113 Millionen Euro.
Neues Projekt für Voth?
Während Frasers nach der Übernahme des Osteuropageschäfts von Hervis als potenzieller Interessent für das Unternehmen gilt, soll der Verkauf an Voth bereits so gut wie in trockenen Tüchern sein. Berichten des Standard zufolge könnte eine entsprechende Übernahme bereits nächste Woche verkündet werden.
Für Voth würde es damit nur wenige Wochen nach der angekündigten Insolvenz von Higgins, seinem vom Discounter-Prinzip inspirierten Retail-Modell, ein neues Projekt bedeuten. Noch im Sommer ging Higgins mit insgesamt zehn Filialen in Österreich an den Start. Die Standorte befanden sich unter anderem in Wien, Bruck an der Leitha und Eugendorf. Medienberichten zufolge war ab 2027 eine Expansion nach Deutschland geplant, mit bis zu 60 neuen Filialen pro Jahr.
Anm. d. Red.: FashionUnited hat die Spar Österreichische Warenhandels-AG um Stellungnahme gebeten.
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