Lululemon: Nur Sondereffekte trüben die Jahresbilanz

Der kanadische Sportswear-Anbieter Lululemon Athletica Inc. hat sein Wachstumstempo im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 noch einmal erhöht. So konnte das auf Yoga-Bekleidung spezialisierte Unternehmen aus Vancouver am Dienstagabend Zahlen präsentieren, die alle Erwartungen übertrafen, auch wenn der Gewinn aufgrund von Einmalbelastungen das Vorjahresniveau verfehlte. „Wir sind zufrieden mit den Resultaten für das vierte Quartal und das ganze Jahr“, erklärte Executive Chairman Glenn Murphy, der das Unternehmen führt, seit CEO Laurent Potdevin Anfang Februar aufgrund von Verstößen gegen den Verhaltenskodex gehen musste. „Wir haben unsere globalen Expansionsstrategien weiter erfolgreich umgesetzt.“

Deutliche Zuwächse im Online-Geschäft beflügeln den Umsatz

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 28. Januar endete, erwirtschaftete Lululemon einen Umsatz in Höhe von 2,65 Milliarden US-Dollar (2,14 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das eine Steigerung um 13 Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen lag die Wachstumsrate bei zwölf Prozent.

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Entscheidenden Anteil am deutlichen Plus hatte das starke Online-Geschäft. Dessen Erlöse stiegen um 27 Prozent. In den stationären Boutiquen entwickelten sich die Geschäfte weit weniger dynamisch: Dort übertrafen die Umsätze auf vergleichbarer Fläche das Vorjahresniveau lediglich um ein Prozent.

Der operative Gewinn stieg um acht Prozent auf 456,0 Millionen US-Dollar, wurde aber durch Einmalkosten für die Restrukturierung des Konzepts Ivivva belastet. Bereinigt um Sondereffekte wuchs das Betriebsergebnis nach Angaben des Unternehmens um 19 Prozent. Der Nettogewinn wurde zudem durch die Folgen der Steuerreform in den USA gedrückt. Er sank daher um 15 Prozent von 303,4 auf 258,7 Millionen US-Dollar (208,6 Millionen Euro). Der verwässerte Gewinn pro Aktie schrumpfte von 2,21 auf 1,90 US-Dollar. Bereinigt um Einmalbelastungen wurde er aber von 2,14 auf 2,59 US-Dollar gesteigert.

Im Schlussquartal konnte Lululemon das Wachstumstempo noch einmal erhöhen

Im vierten Quartal konnte Lululemon mit einem Umsatzplus aufwarten, das deutlich über dem Jahresdurchschnitt lag. Die Erlöse stiegen um 18 Prozent auf 928,8 Millionen US-Dollar und übertrafen damit die Erwartungen klar. Im Online-Geschäft wuchsen sie sogar um 42 Prozent und machten mit 236,1 Millionen US-Dollar mehr als ein Viertel des Gesamtumsatzes aus.

Beim operativen Ergebnis machten sich die Ausgaben für den Umbau von Ivivva bemerkbar. Im Laufe des Jahres hatte Lululemon 48 Filialen des Konzepts geschlossen. Im Schlussquartal musste das Unternehmen in diesem Zusammenhang einmalige Restrukturierungskosten in Höhe von 2,0 Millionen US-Dollar verbuchen. Trotzdem stieg der Betriebsgewinn dank des Umsatzwachstums und einer höheren Bruttomarge um 30,4 Prozent auf 256,3 Millionen US-Dollar. Einmalbelastungen in Höhe von 59,3 Millionen US-Dollar aufgrund der US-Steuerreform ließen den Quartalsüberschuss um zwölf Prozent auf 119,8 Millionen US-Dollar abrutschen. Der verwässerte Gewinn pro Aktie verringerte sich von 0,99 auf 0,88 US-Dollar. Bereinigt um Sondereffekte stieg er von 1,00 auf 1,33 US-Dollar.

Das Unternehmen hofft nun darauf, im laufenden Jahr beim Umsatz die Drei-Milliarden-Dollar-Grenze zu überschreiten. Der Prognosekorridor reicht von 2,985 bis 3,022 Milliarden US-Dollar. Der verwässerte Gewinn pro Aktie soll 3,00 bis 3,08 US-Dollar erreichen.

Foto: Lululemon Facebook-Page
 

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