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New Look gibt Ende der Umstrukturierung bekannt

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Von Simone Preuss

6. Mai 2019

Die britische Fast Fashion-Marke New Look, die seit über einem Jahr versucht, die derzeitige Einzelhandelsflaute durch eine Straffung ihres Filialnetzwerks zu meistern, hat den Abschluss einer „umfassenden finanziellen Restrukturierung“ angekündigt, wobei langfristige Schulden von 1,35 Milliarden Pfund (rund 1.58 Milliarden Euro) auf tragbarere 350 Millionen Pfund (rund 409 Millionen Euro) reduziert wurden. Dies gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom Freitag bekannt.

„Der heutige Abschluss stellt einen bedeutenden Meilenstein in unserem Umschwungprozess dar und ist eine wichtige Bestätigung unserer Aktionäre der Stärke unserer Marke und die Fähigkeit des Managements, durch die bereits in Umsetzung befindliche umfassendere Strategie eine höhere Rentabilität zu erzielen“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende Alistair McGeorge in der Mitteilung. „Mit einer deutlich reduzierten Bilanz und einer flexibleren Kapitalstruktur verfügen wir nun über eine stabile operative Plattform, die uns gut positioniert, um auf Herausforderungen zu reagieren und neue Marktchancen zu nutzen“, fügte er hinzu.

Der britische Einzelhändler kündigte auch eine Kapitalzufuhr von 150 Millionen Pfund (über 175 Millionen Euro) in Form von neuen erstrangigen Schuldverschreibungen an, die „zur Rückzahlung des 80-Millionen-Pfund Brückenkredits, zur Begleichung von Transaktionskosten und zur Bereitstellung zusätzlicher Liquidität für die zukünftige Geschäftsentwicklung des Unternehmens“ verwendet werden sollen.

Die neue, flexible Kapitalstruktur bietet zusätzliche Vorteile, die es New Look ermöglichen wird, das aktuelle Marktumfeld besser zu bewältigen, etwa geringere allgemeine Kosten für die Bedienung von Barkrediten und Flexibilität bei der Bedienung von Barkrediten entweder in bar oder auf unbarer „Sachbezugsbasis“. Zudem bieten keine signifikanten kurzfristigen Laufzeiten dem Management die Möglichkeit, sich auf langfristiges Wachstum zu konzentrieren und die gestärkte Liquidität soll dem Konzern ausreichende Ressourcen zur Verfügung stellen, um die Investitionen in das Unternehmen zu beschleunigen.

„Wir haben bereits bedeutende Verbesserungen in unserem gesamten Unternehmen umgesetzt und sind zu einem bewährten, breit gefächerten Produkt zurückgekehrt, um unsere Position im britischen Damenmodemarkt wieder aufzubauen, unser Multichannel-Angebot zu verbessern und mit der kürzlich erfolgten Ernennung von Nigel Oddy zum Chief Operating Officer erhebliche operative Expertise in unser Unternehmen einzubringen. Mit einem sehr erfahrenen Managementteam und einer stabilen operativen Plattform sind wir nun in der Lage, unsere weiteren Pläne umzusetzen und unsere Zukunft anzugehen“, schloss McGeorge.

Im März des letzten Jahres leitete New Balance ein Insolvenzplanverfahren ein, demzufolge die Schließung von bis zu 60 britischen Filialen vorgesehen und damit potentiell bis zu 980 Arbeitsplätze gefährdet waren. Im Oktober kündigte das Unternehmen dann die Schließung von 120 Filialen in China an und musste im Januar dieses Jahres für New Look Belgien beziehungsweise im März für New Look Polen Insolvenz anmelden. Derzeit wird auch ein Käufer für die 30 französischen Filialen gesucht.

New Look wurde 1969 im englischen Taunton gegründet und betreibt derzeit 593 Filialen in Großbritannien und 302 in Europa, China und Asien, darunter 30 in Frankreich und 19 in Polen. In Deutschland betreibt die Fast Fashion-Marke keine eigenständigen Filialen, sondern verlässt sich auf einen deutschsprachigen Webshop.

Foto: New Look Website