Primarks Förderprogramm für nachhaltige Baumwolle verzeichnet gute Erfolge

Der irische Textildiscounter Primark hat jüngst die Ergebnisse seines Förderprogramms für nachhaltige Baumwolle in Zusammenarbeit mit CottonConnect und der indischen Gewerkschaft Self-Employed Women’s Association (SEWA) veröffentlicht, das sich bereits im dritten Jahr befindet. Die Zahlen belegen die positive Auswirkung des Programms auf die Lebensqualität von Baumwollfarmerinnen in Indien: Im Durchschnitt verdienten sie fast das Zweieinhalbfache (247 Prozent) als mit herkömmlichen Anbaumethoden und können das zusätzliche Einkommen in ihre Farmen, Unterkünfte, die Gesundheit ihrer Familie und die Bildung ihrer Kinder investieren.

Das Programm schult indische Farmerinnen in nachhaltigen Anbaumethoden, sodass sie ein höheres Einkommen erzielen und ihren Lebensstandard verbessern können. Insgesamt nahmen in den ersten drei Jahren 1.251 Farmerinnen aus dem indischen Bundesstaat Gujarat teil; 2016 erweitete Primark das Programm um weitere 10.000 Farmerinnen über einen Zeitraum von sechs Jahren.

Indien ist derzeit - dicht hinter China - der zweitgrößte Baumwollproduzent der Welt. Frauen spielen dabei eine zentrale Rolle im Baumwollanbau, erledigen sie laut Erkenntnissen des Internationalen Handelszentrums (ITC) doch 70 Prozent der Arbeit beim Pflanzen und 90 Prozent der Ernte. Beim Lohn zeigt sich jedoch eine deutliche Diskrepanz : Frauen erhalten in den ländlichen Gebieten Indiens lediglich 78 Prozent des Lohns, den Männer für die gleiche Arbeit erhalten. Dieses Gefälle trägt dazu bei, dass Indien Platz 130 unter 188 Ländern im Gender Inequality Index der Vereinten Nationen belegt. Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist damit eine der größten Herausforderungen für die Entwicklung des Landes.

Förderprogramme unterstützt Wohl der Frauen und der Umwelt

„Die Resultate des Förderprogrammes zeigen, dass sich ein langfristiges Engagement zur Unterstützung weiblicher Baumwollfarmer für das Wohl der Frauen, ihrer Familien und lokalen Gemeinschaften auszahlt. So stieg der durchschnittliche Profit nicht nur um 247 Prozent bei um 19,2 Prozent niedrigeren Anbaukosten, zugleich konnte der Umweltschutz deutlich verbessert werden. Die Farmerinnen verwenden dank nachhaltiger Anbaumethoden im Schnitt 40 Prozent weniger künstliche Düngemittel und 44 Prozent weniger Pestizide; der Wasserverbrauch sank um 10 Prozent“, heißt es in der Pressemitteilung vom Donnerstag.

„Es ist eine Herausforderung, nachhaltige, dauerhafte Veränderungen für indische Baumwollfarmerinnen zu erreichen. Das kann niemand alleine schaffen“, sagte Alison Ward, CEO von CottonConnect. „Durch unsere Zusammenarbeit mit Primark und der SEWA konnten wir sehr gute Ergebnisse für die am Programm beteiligten Farmerinnen, ihre Familien und lokalen Gemeinschaften erzielen. Für unseren Erfolg war es von elementarer Bedeutung, dass wir zunächst die Unterstützung der Dorfältesten und anderen Familienmitgliedern gewonnen haben. Das ermöglichte einen wirklichen Kulturwandel. Die Frauen werden jetzt angehört und ihre Meinung respektiert. Sie entscheiden nun mit in den Belangen ihrer Familien und Gemeinschaften. Wir konnten erleben, was mit einer kleinen Gruppe von knapp über 1.000 Farmern möglich ist, aber es ist offensichtlich, dass diese Herangehensweise viel Potenzial hat. Wir freuen uns darauf, was wir mit der nächsten Gruppe an weiblichen Kleinbauern erreichen können.“

„Vor meiner Teilnahme am Programm wusste ich über den Anbau nur das, was ich selbst durch die tägliche Praxis lernte. Nach drei Jahren Schulung fühle ich mich jetzt als Expertin für Baumwollanbau. Mein Ertrag und mein Gewinn haben sich erhöht und mein Leben ist besser geworden. Meine beiden Kinder gehen jetzt in die Schule, und ich konnte uns ein neues Haus bauen, einen Traktor anschaffen und einen Kanal zur Bewässerung unseres Feldes anlegen. Ich wurde außerdem in die Verwaltung meines Dorfes gewählt und achte darauf, meine Erfahrungen weiterzugeben und andere Frauen zu ermutigen, ebenfalls an diesem Programm teilzunehmen“, bestätigte Varsha Agola, eine der Farmerinnen.

Auch die Gewerkschaft SEWA, die zum ersten Mal mit einem westlichen Unternehmen und Agrarexperten zusammenarbeitet, ist zufrieden mit dem Erfolg: „In unserer Arbeit mit armen Frauen in ländlichen Gebieten Indiens haben wir die Erfahrung gemacht, dass eine Beschäftigung sehr wichtig für die ökonomischen Möglichkeiten und Eigenständigkeit ist – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch, um Entscheidungen treffen zu können. ... Was uns am meisten begeistert, ist die positive Auswirkung des Programmes nicht nur auf die Farmer, sondern auf die gesamte dörfliche Gemeinschaft“, bekräfigte SEWA-Vorsitzende Reema Nanavaty.

Aber nachhaltige Anbaumethoden sind natürlich nicht nur gut für die wirtschaftliche Situation der Farmer und Farmerinnen, sondern auch für die Umwelt. Gerade im Dürregebiet Gujarat ist die Verringerung des Wasserverbrauchs durch das Projekt um 12,9 Prozent ein wichtiger Faktor. „Langfristiges Ziel von Primark ist es, sämtliche Baumwolle innerhalb unserer Lieferkette aus nachhaltigen Quellen zu beziehen. Wir haben SEWA und CottonConnect angesprochen, da wir ein Projekt auf die Beine stellen wollten, das uns wertvolle Einblicke in die nachhaltige Produktion von Baumwolle gibt. Außerdem sollte es den Baumwollfarmern in Indien auch wirklich etwas bringen“, bestätigt Katharine Stewart, verantwortlich für ethischen Handel und Nachhaltigkeit bei Primark.

Primarks Förderprogramm für nachhaltige Baumwolle wurde 2013 gestartet und war zunächst auf drei Jahre ausgelegt. Dabei wurden bereits 1.251 Farmerinnen in nachhaltigen Anbaumethoden geschult. Im Jahr 2016 wurde das Programm um weitere 10.000 Frauen über einen Zeitraum von sechs Jahren ausgeweitet. Die Schulungen und Unterstützung, die die Farmerinnen von CottonConnect- und SEWA-Experten vor Ort erhalten, erfolgen in der Form von Kursen, Training auf den Feldern und Lerngruppen. Dabei geht es um Wissen über die für die jeweilige Fläche besten Anbautechniken, die Nutzung unterschiedlicher Bewässerungssysteme, der Wahl des richtigen Saatguts, Aussaat, Böden, Wasser und Pflanzenschutz, bis hin zu Ernte, Qualität der Fasern sowie Sortierung und Lagerung der geernteten Baumwolle und mehr.

Foto: Primark