René Lezard: Acht Fragen an den künftigen Mehrheitseigentümer

Der türkische Textilproduzent Cemsel Tekstil kommt seiner Übernahme von René Lezard AG näher. Am Montag hat die Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung genehmigt, die in der ersten Jahreshälfte 2019 stattfinden soll. Damit ebnet sie den Einstieg von Cemsel Tekstil, das die Mehrheit am Schwarzacher Modeunternehmen übernehmen will.

Das Istanbuler Unternehmen Cemsel Tekstil ist seit 30 Jahren in der Bekleidungsbranche aktiv und produziert für Brands wie Marc O ́Polo, Stefanel, oder Benetton. Der Eigentümer von Cemsel Tekstil, Yasar Esgin, ist auch Geschäftsführer der Marke More & More GmbH und besitzt seit 2018 die Mehrheit an dem Starnberger Unternehmen. Auch bei René Lezard will Cemsel Tekstil im kommenden Jahr Mehrheitsaktionär werden und einen Vertreter in den Aufsichtsrat entsenden. FashionUnited stellte dem neuen Investor einige Fragen zur Zukunft von René Lezard .

Wie hoch wird Ihre Beteiligung bei René Lezard sein?

Nach der Kapitalerhöhung streben wir eine Beteiligung von 60 Prozent an. Dafür müssen die Altaktionäre auf das Bezugsrecht für neue Aktien verzichten.

Warum glauben Sie in diesen schwierigen Zeiten an ein mittelständisches deutsches Modeunternehmen wie René Lezard?

René Lezard hat eine starke Heritage und Markenbekanntheit im Premium-Bereich für Damen- und Herrenmode. Die Brand steht für zeitlose, relevante Mode, mit zuverlässiger Qualität und Passform und wird vom Handel als solider Partner gesehen.

Wie bringen Sie sich als künftiger Mehrheitsaktionär ein?

Als strategischer Investor bringt Cemsel für René Lezard Mode AG moderne und effiziente Beschaffungsstrukturen ein, um mit den hochwertigsten Produzenten ein marktgerechtes Produkt zu entwickeln.

Gerade Flexibilität und Schnelligkeit werden in der schwierigen Marktsituation wichtige Argumente gegenüber dem Handel sein, um erfolgreich in die Zukunft zu gehen.

René Lezard: Acht Fragen an den künftigen Mehrheitseigentümer

Die Produktion der Kollektion von René Lezard soll zukünftig nicht mehr in Schwarzach stattfinden. Wann wird die erste Kollektion auf den Markt kommen bei der Cemsel die gesamte Beschaffung verantwortet hat?

Die René Lezard Mode AG wird alle Marken- und Produkt relevanten Aufgaben weiterhin am Standort Schwarzach mit den erfahrenen Fachleuten (Design, Produktentwicklung, Schnittabteilung, Technik) leisten. Cemsel wird mit hochwertigsten internationalen Produzenten die Realisation der Produktion gewährleisten und finanzieren. Der Prozess wird mit der Sommer 2020 Kollektion vollumfänglich umgestellt sein.

Wie wollen Sie die Qualität in Zukunft garantieren?

Wir werden für alle Produkte von René Lezard die Premium-Qualität garantieren, beste Rohwaren verwenden und intensive technische Begleitung gewährleisten.

Welche Zukunftspläne haben Sie für René Lezard? In welche Länder wollen Sie expandieren?

Wir sehen für René Lezard große Potentiale, sowohl im Inland, als auch im Export innerhalb Europas, nach Osteuropa und Russland.

René Lezard: Acht Fragen an den künftigen Mehrheitseigentümer

Wird es Synergien zwischen René Lezard und More & More geben, die Sie gerne ausschöpfen möchten?

Beide Marken sehen wir vollkommen unabhängig. Unternehmerisch werden wir Synergien in den Bereichen Logistik, IT und Administration prüfen.

Wollen Sie auch die Expertise von Frau Isabella Hierl bei Ihren anderen Mode-Engagements nutzen? Wie zum Beispiel bei More & More?

Cemsel freut sich eine erfahrene Führungskraft aus der Bekleidungsbranche für René Lezard zu haben und wird die Stärken von Frau Isabella Hierl für die Strukturierung im strategischen Prozess und das Ausschöpfen von Wachstums-Potentialen nutzen.

Yasar Esgin hat die Fragen von FashionUnited schriftlich beantwortet.

Fotos: René Lezard Prefall 2019
 

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