Tom Tailor optimistisch: Finanzierungsverhandlungen „kurz vor dem Abschluss“

Der Hamburger Bekleidungskonzern Tom Tailor Holding SE ist zuversichtlich, dass im seit Monaten andauernde Ringen um eine langfristige Finanzierung der Durchbruch gelungen ist. Das Unternehmen stehe „kurz vor dem Abschluss einer Einigung mit den Konsortialbanken und dem Mehrheitsaktionär Fosun über die Kernpunkte der neuen Finanzierungsstruktur und der damit verbundenen Beiträge der jeweiligen Parteien“, verkündete Tom Tailor am Montagabend in einer Ad-hoc-Mitteilung.

Nach den „konstruktiven Gesprächen der vergangenen Wochen“ gehe der Vorstand davon aus, dass „in Kürze eine entsprechende Eckpunktevereinbarung (Term Sheet) mit den Konsortialbanken abgeschlossen“ werde, heißt es dort. Eine Vertragsdokumentation für die neue Kreditvereinbarung, die bis Ende September 2022 laufen soll, werde nach gegenwärtigem Stand „spätestens Ende Oktober“ vorliegen, teilte das Unternehmen mit. Schon am Montag hätten die Konsortialbanken ihre laufende Brückenfinanzierung bis Ende kommenden Monats ausgedehnt, gleichzeitig habe auch der chinesische Mischkonzern Fosun, der seit dem Sommer die Mehrheit an Tom Tailor hält, sein Darlehen entsprechend verlängert.

Tom Tailor verhandelt seit Monaten mit den Banken und dem Mehrheitseigentümer Fosun

Der Bekleidungskonzern verhandelt bereits seit dem Frühjahr mit den Banken und Fosun über eine langfristige Finanzierung. Konfliktpunkte waren unter anderem der Umfang des Finanzierungsbeitrags von Fosun, die Anpassung der finanziellen Kennzahlen und das Schicksal der immer noch zum Konzern gehörenden Marke Bonita. Die verlustträchtige Tochter sollte eigentlich längst verkauft sein. Im März hatte Tom Tailor verkündet, dass die niederländische Unternehmensgruppe Victory & Dreams International Holding BV Bonita übernehmen werde. Doch dazu kam es nicht, weil die Konsortialbanken der Transaktion ihre Zustimmung verweigerten.

So belasten die roten Zahlen von Bonita weiterhin die Konzernbilanz. Die Kernmarke Tom Tailor entwickelte sich hingegen solide und konnte trotz schwieriger Marktbedingungen Umsatzzuwächse erzielen. Konkrete Resultate hat der Konzern allerdings aufgrund der laufenden Finanzierungsverhandlungen schon länger nicht mehr vorgelegt. So steht der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2018 weiterhin aus, auch für die folgenden Quartale veröffentlichte der Konzern bislang nur vorläufige Eckdaten. Die entsprechenden Geschäftsberichte würden „mit der Finalisierung der Finanzierungsvereinbarung“ erstellt und publiziert, bekräftigte das Unternehmen am Montag.

Foto: Tom Tailor

 

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