Under Armour: Kurssturz nach düsteren Aussichten

Der US-amerikanische Sportartikelhersteller Under Armour Inc. hatte am Dienstag wieder einmal ernüchternde Nachrichten zu verkünden. Neben durchwachsenen vorläufigen Resultaten für das Geschäftsjahr 2019 legte das Unternehmen seine Prognosen für das laufende Jahr vor. Die verheißen nichts Gutes: Das Management rechnet mit einem Umsatzrückgang und einem deutlich niedrigeren Gewinn. Entsprechend enttäuscht reagierten die Anleger: Die Aktien des Unternehmens verloren vorübergehend knapp 17 Prozent ihres Wertes.

2019 kam Under Armour den vorliegenden Zahlen zufolge auf einen Umsatz in Höhe von 5,27 Milliarden US-Dollar (4,83 Milliarden Euro). Das entsprach einer Steigerung um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Wechselkursveränderungen wuchsen die Erlöse um 2,5 Prozent. Über dem Jahresdurchschnitt lag die Entwicklung im vierten Quartal, in dem der Umsatz um 3,7 Prozent (währungsbereinigt +4,1 Prozent) auf 1,44 Milliarden US-Dollar zulegte. Dazu trug auch ein kleines Plus in Nordamerika (+1,9 Prozent) bei. Dort waren die Erlöse in den vorherigen Quartalen beständig gesunken.

Zuwächse im Ausland lassen den Jahresumsatz um rund zwei Prozent steigen

Im gesamten Geschäftsjahr lag der Umsatz in Nordamerika trotz des Aufwärtstrends im Schlussquartal mit 3,66 Milliarden US-Dollar um 2,1 Prozent (währungsbereinigt -1,9 Prozent) unter dem Vorjahresniveau. Zulegen konnte Under Armour in den übrigen Marktregionen: Im Raum EMEA, der Europa, den Nahen Osten und Afrika umfasst, stiegen die Erlöse um 5,1 Prozent (währungsbereinigt +8,7 Prozent) auf 621,1 Millionen US-Dollar, in der asiatisch-pazifischen Region um 14,2 Prozent (währungsbereinigt +17,8 Prozent) auf 636,3 Millionen US-Dollar und in Lateinamerika um 2,8 Prozent (währungsbereinigt +5,8 Prozent) auf 196,1 Millionen US-Dollar. Die Connected-Fitness-Sparte kam auf einen weltweiten Umsatz in Höhe von 136,4 Millionen US-Dollar (+13,3 Prozent)

Der Sportartikler macht 2019 wieder Gewinn – aber weniger als erwartet

Immerhin schaffte es das Unternehmen, in die Gewinnzone zurückzukehren. Aufgrund von Sparmaßnahmen und Veränderungen in der Preispolitik erwirtschaftete Under Armour einen operativen Gewinn von 236,8 Millionen US-Dollar. 2018 hatte der Sportartikler noch einen Betriebsverlust in Höhe von 25,0 Millionen US-Dollar verbuchen müssen. Seinerzeit hatten allerdings Restrukturierungskosten im Volumen von 183,1 Millionen US-Dollar das Ergebnis belastet.

Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 92,1 Millionen US-Dollar (84,5 Millionen Euro), nachdem im Vorjahr ein Fehlbetrag in Höhe von 46,3 Millionen US-Dollar angefallen war. Der verwässerte Gewinn pro Aktie belief sich auf 0,20 US-Dollar. Allerdings verfehlte das Ergebnis die Erwartungen der Analysten, nachdem Under Armour im vierten Quartal überraschenderweise rote Zahlen geschrieben hatte.

Under Armour erwartet für 2020 Rückgänge beim Umsatz und Ergebnis

Enttäuschend fiel auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2020 aus. Das Unternehmen rechnet nämlich mit einem Umsatzrückgang um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz. Erwartet werden weiter schrumpfende Erlöse in Nordamerika, aber auch Belastungen durch den Ausbruch des Coronavirus in China. Die voraussichtlichen Umsatzeinbußen bezifferte der Sportartikler vorläufig auf fünfzig bis sechzig Millionen US-Dollar.

Auch beim Ergebnis rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Rückgang gegenüber 2019: So prognostiziert es lediglich einen operativen Gewinn in Höhe von 105 bis 125 Millionen US-Dollar und einen verwässerten Gewinn pro Aktie zwischen 0,10 und 0,13 US-Dollar. Gleichzeitig verkündete Under Armour, über ein weiteres Restrukturierungsprogramm nachzudenken. Dieses könnte im Laufe des Jahres zu Vorsteuerbelastungen im Gesamtvolumen von 325 bis 425 Millionen US-Dollar führen. Eine Entscheidung über das Maßnahmenpaket und dessen möglichen Umfang soll noch vor dem Ende des ersten Quartals getroffen werden.

Foto: Under Armour Facebook-Page

 

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