Puma erleidet Gewinneinbruch im ersten Quartal

Der Sportartikelhersteller Puma SE musste im ersten Quartal 2020 einen empfindlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Schuld seien die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie gewesen, teilte das Unternehmen aus Herzogenaurach am Donnerstag mit. Für das zweite Vierteljahr erwartet Puma noch schlechtere Zahlen, weil sich dann die vollen Auswirkungen der zeitweiligen Ladenschließungen in zahlreichen wichtigen Märkten in den Resultaten niederschlagen werden.

„Wir hatten mit einer großartigen Auftragslage, starken Abverkäufen und Rekordzahlen im Einzelhandel einen sehr guten Start in das Jahr 2020. Dann brach Ende Januar die Covid-19 Pandemie in China aus. Seitdem haben wir uns darauf konzentriert, den Schaden kurzfristig zu minimieren, ohne Pumas mittelfristige Wachstumsaussichten zu beeinträchtigen“, erklärte CEO Bjørn Gulden in einer Mitteilung. Das Unternehmen werde nun „drei Phasen durchlaufen“, ergänzte er: „die Krise überstehen, uns erholen und wieder wachsen“.

Der Konzernumsatz sinkt um rund ein Prozent

Im ersten Quartal belief sich der Konzernumsatz auf 1,30 Milliarden Euro. Damit lag er um 1,5 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Bereinigt um Wechselkursveränderungen sanken die Erlöse um 1,3 Prozent. Negative Folgen der Corona-Krise bekam das Unternehmen vor allem in Asien zu spüren: „China, Japan und Korea waren die am stärksten betroffenen Länder“, erklärte der Sportartikler. So sank der Umsatz in der Region Asien/Pazifik um 11,5 Prozent (währungsbereinigt -12,0 Prozent) auf 355,0 Millionen Euro.

Im Rest der Welt erzielte Puma leichte Zuwächse: Die Erlöse in der Region EMEA, die Europa, den Nahen Osten und Afrika umfasst, stiegen um 3,3 Prozent (währungsbereinigt +3,5 Prozent) auf 518,2 Millionen Euro, in Amerika legten sie um 2,4 Prozent (währungsbereinigt +3,1 Prozent) auf 426,6 Millionen Euro zu. In beiden Regionen beeinträchtigten die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und die daraufhin verhängten Schutzmaßnahmen erst ab Mitte März die Geschäfte. „Am Ende des Monats waren nahezu 80 Prozent unserer eigenen Einzelhandelsgeschäfte sowie der Geschäfte unserer Einzelhandelspartner geschlossen“, erklärte das Unternehmen. Für einen Lichtblick sorgte das eigene Onlinegeschäft, dessen Umsatz um mehr als vierzig Prozent stieg.

Der Nettogewinn bricht um knapp 62 Prozent ein

Obwohl sich der Umsatzrückgang im Auftaktquartal noch in Grenzen hielt, sackte der Gewinn ab. Das lag an einer niedrigeren Bruttomarge und deutlich höheren operativen Aufwendungen. „Der Anstieg war hauptsächlich auf Vertriebs- und Marketingkosten zur Unterstützung des ursprünglich erwarteten Umsatzwachstums zurückzuführen“, erläuterte Puma. Zudem hätten „höhere Kosten in unserem E-Commerce-Geschäft sowie höhere Kosten aufgrund einer gestiegenen Anzahl eigener Einzelhandelsgeschäfte“ das Ergebnis belastet. So sank der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50,1 Prozent auf 71,2 Millionen Euro. Das Konzernergebnis brach sogar um 61,6 Prozent ein und erreichte nur noch 36,2 Millionen Euro.

Auf konkrete Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr verzichtete das Unternehmen angesichts der noch unabsehbaren Auswirkungen der Corona-Krise. Puma warnte jedoch davor, dass „die finanzielle Entwicklung im zweiten Quartal schlechter ausfallen wird als im ersten Quartal“. Derzeit erziele das Unternehmen trotz des „sehr schnell“ wachsenden Onlinegeschäfts nur etwa die Hälfte seiner normalen Einnahmen. Zwar hätten sich die Geschäfte in Asien wieder verbessert, und auch in Europa konnten inzwischen zahlreiche Läden wieder öffnen, doch in Amerika sei der Vertrieb „noch immer fast vollständig geschlossen“, erklärte der Konzern.

„Das Jahr 2020 ist und wird auch weiterhin ein schwieriges Jahr bleiben", resümierte der Sportartikler. „Das Ziel für Puma besteht darin, zu überleben, sich zu erholen und dann wieder gestärkt und mit Wachstum aus der Krise hervorzugehen.“ Mittelfristig bleibt der Konzern aber zuversichtlich: „Das Management geht davon aus, dass sich alle Märkte bis Ende des Jahres erholen werden und 2021 wieder ein Jahr des Wachstums sein wird“, betonte Puma.

Foto: Robert Ashcroft/Puma

 

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