Debenhams muss 50 Filialen schließen

Die britische Kaufhauskette Debenhams wird in den nächsten fünf Jahren rund 50 Filialen schließen, um Verluste aufzufangen, die im letzten Weihnachtsgeschäft begannen: Durch Schnee waren Käufer den Geschäften ferngeblieben und Debenhams verzeichnete Einbußen von 12 Millionen Pfund (rund 13,5 Millionen Euro).

Das Unternehmen kommentierte bis jetzt weder, welche Filialen schließen würden beziehungsweise in welchem Zeitrahmen und ob Mitarbeiter bereits informiert seien; ein Sprecher sagte aber, die “am wenigsten wirtschaftlichen” Geschäfte würden zuerst geschlossen.

Potenziell sind 4.000 Arbeitsplätze des Unternehmes gefährdet, das insgesamt 27.000 Mitarbeiter in 165 Kaufhäusern weltweit beschäftigt. In Deutschland gibt es bis jetzt keine Filiale, wohl aber einen Onlineshop.

"2018 war ein schwieriges Jahr für den Einzelhandel und unsere Leistung spiegelt das wider. Wir unternehmen entscheidende Schritte, um Debenhams in einem Markt zu stärken, der unberechenbar und herausfordernd bleibt. In Zusammenarbeit mit unserer neuen Finanzchefin Rachel Osborne und dem Vorstand bin ich fest entschlossen, eine strenge Kosten- und Kapitaldisziplin einzuhalten und Investitionen zu priorisieren, um ein profitables Wachstum zu erzielen. Gleichzeitig treffen wir schwierige Entscheidungen in Filialen, in denen sich die finanzielle Leistung im Laufe der Zeit wahrscheinlich verschlechtern wird", kommentierte Geschäftsführer Sergio Bucher das Gesamtergebnis des Geschäftsjahres.

Debenhams steht nicht alleine da - auch andere britische Einzelhandelsunternehmen haben mit einem herausfordernen Heimatmarkt zu kämpfen: die Kaufhauskette BHS, die aufgeben musste; der Kaufhauskonzern House of Fraser, der derzeit nach Investoren sucht; Einzelhändler Marks and Spencer, der bis 2022 mehr als 100 Filialen schließen muss, und auch die Kaufhauskette John Lewis leidet unter geringen Umsätzen.

Bleibt zu hoffen, dass entweder der Heimatmarkt anzieht oder vielversprechende Auslandsmärkte wie etwa Indien, China und Nahost die heimischen Verluste ausgleichen können. Oder Kaufhausketten die Zeichen der Zeit zu deuten wissen und entweder in eine Aktualisierung ihres stationären Einkaufserlebnisses investieren oder ihren Schwerpunkt auf das Onlineerlebnis verlegen, um mit der Konkurrenz mithalten zu können.

Foto: Debenhams
 

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