Frequenzbringer Valentinstag: österreichischer Einzelhandel erwartet 200 Millionen Euro Umsatz
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Der Valentinstag 2026 markiert einen Wendepunkt für den österreichischen Einzelhandel: Während die letzten Jahre von einer gewissen Kaufzurückhaltung geprägt waren, signalisiert der Sprung der Pro-Kopf-Ausgaben auf 85 Euro (ein sattes Plus von rund 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr) eine neue Dynamik. Dies fand der aktuelle „Consumer Check“ des österreichischen Handelsverbands in Kooperation mit Reppublika Research heraus.
Mode & Accessoires sind die „stillen Heldinnen“
Mehr als zwei Drittel der Österreicher:innen (68 Prozent) planen in diesem Jahr, jemanden zum Valentinstag zu beschenken. Obwohl Blumen und Schokolade traditionell die Listen anführen, zeigt der Blick auf die Details ein spannendes Bild für den Mode- und Accessoire-Handel: Modische Accessoires (9 Prozent) und Kosmetik/Körperpflege (10 Prozent) sichern sich feste Plätze in den Top 10.
Besonders interessant: Der Trend geht weg vom rein Materiellen hin zum „Erlebnis-Schenken“. Hier liegt die Chance für den Mode-Einzelhandel: Das „Date-Night-Outfit“ oder hochwertige Lingerie werden oft im Vorfeld gekauft, tauchen aber in der direkten Statistik der Geschenke gar nicht auf. Hier ist ein starker Mitnahmeeffekt zu sehen.
Stationärer Handel schlägt online
Eine Sternstunde für den stationären Modehandel ist die Tatsache, dass der Valentinstag traditionell ein „Last-Minute- & Haptik-Event“ ist; nur ein Viertel der Geschenke wird online bestellt.
Kund:innen suchen die Beratung und das physische Erlebnis; ein edles Seidentuch oder ein hochwertiges Parfüm will man vor dem Kauf spüren oder riechen. Zudem ziehen Feiertage wie der Valentinstag eine Flut gefälschter Ware an, die nicht ungefährlich ist; ein Grund mehr, vorher genau im Laden zu prüfen, was man kauft.
Der Fachhandel in Top-Regionen wie Salzburg und Oberösterreich (Spitzenreiter mit 98 Euro Ausgaben) sollte hier mit kuratierten „Valentine’s Edits“ und In-Store-Events aufwarten.
Zielgruppen-Mapping: Wer kauft was?
Die Daten von Reppublika Research liefern einen klaren Marketingansatz: Ein Großteil der Männer (70 Prozent) kauft Blumen oder Pflanzen als Geschenke. Hier kann der Mode-Einzelhandel durch Cross-Selling ansetzen: Wer Blumen kauft, braucht oft noch ein „Add-on“; Accessoires im Kassenbereich sind hier ein Umsatzhebel.
Frauen hingegen schenken Süßes (32 Prozent verglichen mit nur 14 Prozent der Männer). Sie tendieren auch dazu, öfter Kleinigkeiten zu schenken. Hier kann der Einzelhandel mit Geschenksets im Beauty-Bereich oder kleinen Lederwaren punkten.
Fazit für den Einzelhandel
Mit einem prognostizierten Gesamtumsatz von 200 Millionen Euro ist der 14. Februar längst kein „reiner Blumentag“ mehr sondern ist ein Frequenzbringer für die gesamte Lifestyle-Industrie. In einem wirtschaftlich fordernden Umfeld ist dieser emotionale Kaufimpuls der nötige Rückenwind für das erste Quartal. Einzelhändler:innen, die jetzt die Brücke zwischen klassischen Geschenken wie Blumen und Schokolade und bleibenden Werten wie Mode, Schmuck und Accessoires schlagen, werden die 85 Euro Durchschnittsbudget für sich gewinnen.
„Ob Blumen, Süßigkeiten oder persönliche Aufmerksamkeiten, viele Menschen nutzen den Tag der Liebe ganz bewusst, um Nähe und Wertschätzung zu zeigen. Auch heuer werden die Geschenke für den Valentinstag bevorzugt im stationären Handel gekauft. Insgesamt erwarten wir einen Valentinstags-Umsatz von rund 200 Millionen Euro“ fasst Rainer Will, Geschäftsführer des freiwilligen, überparteilichen und unabhängigen Handelsverbands, zusammen.