Ein Blick in die 'Christian Dior: Designer of Dreams' Ausstellung in London

Die größte Ausstellung, die jemals in Großbritannien über das Modehaus Dior gezeigt wurde, eröffnete am Samstag, den 2. Februar, im V&A Museum. Sie zeigt mehr als 200 seltene Haute Couture Stücke von 1947 bis heute, darunter Couture-Kleider, die von Prinzessin Margaret und Jennifer Lawrence getragen wurden.

Die Ausstellung ‘Christian Dior: Designer of Dreams’ markiert auch die größte Modeausstellung des V&A seit ‘Alexander McQueen: Savage Beauty’ im Jahr 2015 und ist die erste Modeausstellung, die im neuen von Amanda Levete gestalteten Sainsbury Flügel des Museums gezeigt wird.

Die Ausstellung ist eine Überarbeitung von 'Christian Dior: Couturier du Rêve', organisiert vom Musée des Arts Décoratifs in Paris, mit einer neuen thematischen Reise, die 60 Prozent neue Inhalte und neue Abschnitte umfasst, darunter einen über Diors Faszination für die britische Kultur. Am Eingang gibt es eine Nachbildung der Fassade der Dior-Boutique in der Avenue Montaigne zu sehen, und den Tempel de l'Amour in Versailles im Bereich "Historismus" sowie einen Themenbereich mit Tausenden von Papierrosen.

Oriole Cullen, Kuratorin für Mode und Textilien am V&A, sagte in einer Mitteilung: "1947 veränderte Christian Dior mit seinem New Look das Gesicht der Mode, er definierte die weibliche Silhouette neu und die belebte die Pariser Modebranche der Nachkriegszeit wieder." Das V&A Museum würdigte Diors wichtigen Beitrag zur Designgeschichte schon früh in seiner Karriere und erwarb seine Skizzen und Kleidungsstücke bereits ab den 1950er Jahren.

Ein Blick in die 'Christian Dior: Designer of Dreams' Ausstellung in London

"Der Einfluss von Christian Diors Design war allgegenwärtig und half, eine Ära zu definieren. Auf ihre individuelle Art und Weise hat jeder der nachfolgenden künstlerischen Leiter des Hauses auf die Entwürfe von Dior Bezug genommen, diese neu interpretiert und so das Erbe des Gründers fortgesetzt, so dass das Haus Christian Dior heute noch an der Spitze der Mode steht. Mehr als siebzig Jahre nach ihrer Gründung feiert die V&A-Ausstellung den dauerhaften Einfluss des Hauses Dior und enthüllt neue Erkenntnisse über Diors Beziehung zu Großbritannien".

Ein Blick in die 'Christian Dior: Designer of Dreams' Ausstellung in London

Christian Dior: Designer of Dreams eröffnet im V&A

Die Ausstellung, die aus dem umfangreichen Dior-Archiv stammt, zeigt über 500 Objekte mit mehr als 200 Haute-Couture-Kleidungsstücken, darunter Accessoires, Modefotografien, Film, Vintage-Parfüm, Original-Make-up, Illustrationen, Zeitschriften und persönliche Besitztümer von Christian Dior in 11 Abschnitten, die die Geschichte und Wirkung eines der einflussreichsten Couturiers sowie der sechs künstlerischen Leiter, die ihm nachfolgten, nachzeichnen.

Ein Blick in die 'Christian Dior: Designer of Dreams' Ausstellung in London

Der Eingangsraum, 'The New Look', konzentriert sich auf Diors berühmtes tailliertes Kostüm (Bar Suit) aus seiner bahnbrechenden ersten Kollektion von 1947. Damals sorgte das Design für Aufsehen und revolutionierte die weibliche Silhouette mit Wespentaille und Vollrock, heute ist es weithin bekannt und hat im Laufe der Jahre nachfolgende Dior-Designer dazu gebracht, es neu zu erfinden.

Die Reise geht dann weiter zu 'The Dior Line', den zehn definierenden Looks, die zwischen 1947 und 1957 entstanden sind, während Christian Diors eigener Amtszeit im Haus. Als nächstes führt die Ausstellung zum Themenabschnitt 'Dior in Großbritannien', der Christian Diors persönliche Liebe zu England und die Liebe seiner britischen Kunden zu seiner Mode aufzeigt - darunter auch das romantische, cremefarbene Kleid mit goldenem Stroh und Perlmuttverzierungen, das Prinzessin Margaret zur Feier ihres 21. Geburtstags in dem berühmten offiziellen Geburtstagsportrait von Cecil Beaton trägt.

Ein Blick in die 'Christian Dior: Designer of Dreams' Ausstellung in London

Als nächstes folgt der Abschnitt ‘Historismus’ der den Einfluss historischer Kleidung und dekorativer Künste in den Entwürfen des Hauses Dior von 1947 bis heute untersucht und Diors Liebe zum 18. Jahrhundert sowie die von seiner Mutter Madeleine Dior getragene Belle Époque Mode umfasst.

Das thematische Layout geht dann auf die Frage ein, wie "Reisen" und verschiedene Länder und Kulturen die verschiedenen Designer im Haus Dior inspiriert haben, wobei von John Galliano entworfene ägyptisch inspirierte Kleider in den Mittelpunkt gerückt werden.

Dies führt dann in den Teil, der als Garten gestaltet wurde, wo Glyzinien, Klematis, Maiglöckchen und Rosen die schönsten Dior-Kleider umgeben, um die Bedeutung von Blumen und Gärten als Inspirationsquelle für das Haus, von der Kleidung bis hin zum Duft, zu unterstreichen.

Ein Blick in die 'Christian Dior: Designer of Dreams' Ausstellung in London

Dior feiert neue Londoner Ausstellung

Der wohl mit Spannung erwartetste Raum muss der Raum "Designer für Dior" sein, in dem die Arbeit der folgenden sechs wichtigsten künstlerischen Leiter seit Christian Diors Tod 1957 - Yves Saint Laurent, Marc Bohan, Gianfranco Ferré, John Galliano, Raf Simons und Maria Grazia Chiuri - nebeneinander ausgestellt sind.

Ein Blick in die 'Christian Dior: Designer of Dreams' Ausstellung in London

Es zeigt, wie atemberaubend John Gallianos Entwürfe waren, voller fantastischer Geschichtenerzählungen, während Yves Saint Laurent wahrscheinlich als der zeitlos Schicke gelten kann, Raf Simons’ Stil minimalistischer und technischer ist und Gianfranco Ferré der Extravaganteste der Chefdesigner war. Dann ist da noch Diors dienstältester Kreativdirektor, Marc Bohan, der von 1960 bis 1989 das Ruder übernahm, wahrscheinlich einer der weniger bekannten Dior-Designer, aber er gab den Kollektionen wirklich einen zeitgemäßen Twist und bewahrte gleichzeitig den unverwechselbaren Dior-Stil. Schließlich folgt Maria Grazia Chiuris feministische Vision von Mode.

Anschließend betritt man das in Weiß gehaltene Themenfeld "The Ateliers"- dort werden hundert Kacheln aus den Dior Ateliers in einer atemberaubenden Installation im Stil eines "Kuriositätenkabinetts", das vom Boden bis zur Decke reicht, präsentiert, was sehr an den Stil des Statement Rooms in der McQueen-Ausstellung erinnert.

"Alles, was von Menschenhand geschaffen wird, drückt etwas aus - vor allem die Persönlichkeit des Schöpfers. Das Gleiche gilt für ein Kleid. Aber da so viele Leute daran arbeiten, ist die eigentliche Aufgabe, alle Hände, die schneiden, nähen, anprobieren und besticken, dazu zu bekommen, das auszudrücken, was ich gefühlt habe", sagte Christian Dior 1954.

Ein Blick in die 'Christian Dior: Designer of Dreams' Ausstellung in London

Der bunteste der Räume ist das "Diorama", das die Bandbreite des Hauses Dior untersucht, von Accessoires wie Modeschmuck, Hüten, Schuhen und Taschen über Miniaturkleider, Illustrationen, Archivlippenstifte und Parfüms bis hin zu Flaschen, die farblich gekennzeichnet sind, neben Zeitschriftenumschlägen von 1947 bis heute.

Der spektakulärste Abschnitt ist wohl der Ballsaal am Ende der Ausstellung, der die Fantasiewelt eines Balls inszeniert, indem er 70 Jahre formelle Abendgarderobe unter der siebenminütigen Projektion von Feuerwerk und Glitzer an Wänden und Decke zeigt. Der Ballsaal beherbergt auch Couture-Kleider, wie sie von Jennifer Lawrence zu den Oscars, Lupita Nyong'o und Elle Fanning beim Film Festival in Cannes und das mit Swarovski-Kristallen verzierte Kleid aus der J'Adore Kampagne 2008, das von Charlize Theron getragen wird.

Der letzte Eindruck der Ausstellung bringt das Haus Dior mit einem plissierten, pastellfarbenen Tüllkleid von Diors aktueller Kreativdirektorin Chiuri aus der Shanghai-Modenschau der Haute Couture-Kollektion des französischen Luxuslabels Frühjahr/Sommer 2018 auf den aktuellen Stand.

Ein Blick in die 'Christian Dior: Designer of Dreams' Ausstellung in London

Die Ausstellung “Christian Dior: Designer of Dreams” läuft vom 2. Februar bis 14. Juli 2019 im V&A Museum in London.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ.

Bilder: mit freundlicher Genehmigung des V&A, Fotograf: Adrien Dirand

 

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