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In Bildern: Barbie wird inklusiver

Von Simone Preuss

4. Feb. 2020

Kultur

60 Jahre und endlich kein bisschen leise, im Gegenteil, je älter Barbie, die große Dame der Puppen wird, desto mehr macht sie von sich reden. Ob durch Kollaborationen mit Modehäusern wie Moschino, Louboutin oder Designern wie Sophia Webster und Charlotte Olympia bis hin zu dem französischen Brillenlabel Thierry Lasry, Barbie hat die Welt der Mode so sehr beeinflusst wie die Welt der Mode die Kreationen für die 29 Zentimeter große Puppe, die immer mit der Zeit gehen. Auch der Trend der Inklusivität und Vielfalt hat Barbie beeinflusst: In ihrem 61. Jahr setzt nicht nur Barbie sondern auch ihr treuer Begleiter Ken auf mehr Vielfalt: für ihn heißt das Pferdeschwanz, Cornrows und Sommersprossen; für sie 9 Körpertypen, 35 Hauttöne und 94 Frisuren sowie eine Beinprothese und Vitiligo.

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Nicht schlecht für eine Figur der Popkultur, die oft wegen ihres stereotypen Aussehens kritisiert wurde, schließlich sind Mädchen und Frauen weltweit nicht alle blauäugig, schlank und blond. Deshalb gibt es Barbie jetzt auch kurvenreich, zierlich oder groß, mit Glatze, regenbogenfarbenem Haar, schwarzem oder weißem Afro oder mit Haaren im Punk-Look.

Barbie durchbricht Stereotype von Weiblichkeit

„Jede Barbie Fashionistas-Puppe hat ihren eigenen Look und Stil - von lässig-cool bis hin zu boho-bold, alle Moden sind von den neuesten Trends inspiriert. Barbie hat sich im Laufe der Jahre immer weiterentwickelt, um die Welt, die Mädchen heute sehen, besser widerzuspiegeln und mehr Vielfalt für endlose Möglichkeiten des Geschichtenerzählens zu schaffen“, heißt es bei Barbie-Hersteller Mattel.

Besonders erfreulich für Barbies treuen Begleiter Ken ist, dass die Zeiten der Plastikhaare vorbei zu sein scheinen - auch Ken gibt es jetzt endlich mit langen, kämmbaren Haaren! Zunächst nur in blond, aber wir hoffen auf mehr Haarfarben in der Zukunft. Warum Barbie selbst immer noch keine guten Kurzhaarschnitte aufweist und Kens kurze Haare starr bleiben, lässt allerdings verwundern, denn auch Männer mögen ihre Haare stylen. Ken mit Cornrows bleibt daher im Plastik-Look, ebenso Ken mit roten oder dunkelbraunen Haaren, im Preppy-Look oder als Boho-Hipster.

Verwunderlich auch, warum Ken-Puppen (Barbie-Puppen sowieso) immer nur mit Mädchen abgebildet werden, die mit ihnen spielen. Glaubt Hersteller Mattel selbst nach 60 Jahren immer noch, dass Puppen nur etwas für Mädchen sind? Es sieht so aus, als müsse der Spielzeughersteller nach Körperklischees als nächstes mit Rollenklischees aufräumen. Denn: “Wird ein Junge schief angeschaut, wenn er zu Barbie und Prinzessinnenschloss greift, wird er das künftig eher vermeiden. So werden Kinder frühzeitig in starre Rollen gedrängt”, warnt etwa die Zeitschrift Eltern in einer Untersuchung, wie sich Spielzeug auf die Entwicklung von Kindern auswirkt.

Ein Star der erweiterten Barbie-Kollektion ist nach wie vor Rollstuhl-Barbie, die es als Barbies Freundin „Share a Smile“ Becky bereits seit 1997 gibt und die ein sofortiger Hit wurde. Die neue Rollstuhl-Barbie bringt zudem ihre eigene Rampe mit, um etwa ins Barbie-Traumhaus zu gelangen - ein Designfehler, der bei Becky übersehen wurde und zu Enttäuschung bei Kindern und Kritik bei Erwachsenen führte.

Weitere Stars der Reihe sind die neue Barbie mit Prothese sowie Vitiligo-Barbie, die in einem Instagram-Post des Unternehmens im letzten Jahr alle „Like“-Rekorde brach. Zudem gibt es jetzt auch Puppen, die mehrere Stereotypen auf den Kopf stellen, etwa die schwarze, kurvenreiche Barbie mit lila Haaren, oder die braunäugige, kurvenreiche Barbie mit pinken Haaren, und sich damit dem Aussehen „richtiger“ Frauen annähern.

Geblieben sind allerdings die extrem kleinen Hände und Füße der Puppe, letztere zudem noch ewig in wadenbrechender Pumps-Stellung. Autsch! Hoffentlich braucht es keine weiteren 60 Jahre, bis Barbie endlich auf großem Fuß (und großer Hand!) leben kann.

Fotos: Mattel