ASKET ersetzt „Made in“-Labels mit 100 Prozent Transparenz

Wer kennt es nicht - statt Fragen zu beantworten, nämlich wo ein Kleidungsstück hergestellt wurde, wirft das Etikett oft mehr Fragen auf. Denn statt alle Schritte zu beleuchten, richtet sich „Made in“ nur an das Land, in dem ein Kleidungsstück zusammengefügt wurde.

Damit will das schwedische Modeunternehmen ASKET jetzt aufhören und ersetzt nichtssagende „Made in“-Labels mit aussagekräftigen Etiketten, die jeden Schritt eines Kleidungsstück belegen, und so komplette Nachverfolgbarkeit und Transparenz garantieren. Bis jetzt wurde dies für ein Kleidungsstück des Stockholmer Slow Fashion-Labels erreicht und soll bis Ende des Jahres auf das gesamte Angebot ausgedehnt werden.

„Technisch werden Kleidungsstücke immer in einem einzigen Land hergestellt; praktisch ist das nie die ganze Geschichte. Also ersetzten wir die konventionellen „Made in“-Etiketten unserer Kleidungsstücke mit einem komplett neuen, das die gesamte Antwort zu #WhoMadeMyClothes genau dahin bringt, wo sie sein sollte - in unseren Kleidungsstücken“, sagt ASKET-Mitgründer August Bard Bringéus stolz.

ASKET ersetzt „Made in“-Labels mit 100 Prozent Transparenz

ASKET räumt mit „Made in“-Halbwahrheiten auf

Statt „Made in“ heißt es für ASKETs weißes Oxford-Baumwollhemd (85 Euro) etwa „Baumwolle in San Joaquin Valley, USA angebaut“, „Garn in Türkoglu, Türkei gesponnen“, „Stoff in Ronfe, Portugal gewebt und fertiggestellt“, „Perlmuttknöpfe aus Bergamo, Italien“, „Fäden in Rumänien gesponnen“, „zugeschnitten, genäht und gewaschen in Felgueiras, Portugal“. Und das sind erst die Schritte, die unmittelbar mit der Fertigung des Kleidungsstücks zu tun haben.

Wie sieht es aber mit Verpackung, Etiketten und Versand aus? „Plastiktüte in Vojens, Dänemark produziert“, „Plastikmaterialien der Tüten in Großbritannien produziert“, „aus Tallin, Estland verschickt“, „verpackt in in Felgueiras, Portugal“„Schussfaden und Kettfaden in Ronfe, Portugal vorbereitet“, „Garn des Etiketts mit Pflegehinweisen in Dongguan, China gesponnen“, „Stoff in Porto, Portugal getestet“, „Perlmutt aus Makkassar, Indonesien“ geht es auf dem höchst informativen Label weiter.

Von anderen (nicht weniger wichtigen) Details ganz zu schweigen: Hauptetikett (gewebt in Dongguan, China), Muster (gedruckt in Felgueiras, Portugal), Nähgarn (produziert in Indien), Lagerung (Tallinn, Estland)dem Messing der Sicherheitsnadel (produziert in Dongguan, China), und so weiter. Ahnungslosen Verbrauchern wird inzwischen ob der Fülle von Informationen fast schwindlig werden.

„Jedes Jahr ermutigt Fashion Revolution uns, nach mehr Informationen über die Kleidung, die wir tragen zu fragen und von den Marken zu verlangen, sie bereitzustellen. Das Problem bleibt aber - an diese Informationen ist nicht einfach heranzukommen - und wir müssen weiterfragen“, erklärt Bringéus.

„Also führen wir zum fünften Jahrestag des Einsturzes des Rana Plaza-Gebäudes und der #FashRev Bewegung einen neuen Standard ein. Wir haben ein neues Etikett entwickelt, das tatsächlich die gesamte Geschichte eines Kleidungsstücks erzählt - vom Baumwollanbau bis zum fertigen Artikel“, heißt es bei ASKET weiter.

„Wir verpflichten uns, [diese Geschichte] jedem einzelnen ASKET-Kleidungsstück beizufügen und damit jedes einzelne Stück, das wir herstellen, 100 Prozent nachverfolgbar und transparent zu machen. Wir hoffen, dass dies weitere Marken inspirieren wird, das gleiche zu tun, so dass die „Made in“-Ära enden und ein neuer Standard für Transparenz in der Herstellung beginnen kann, der uns zwingt, die wahren Kosten der Kleidung, die wir herstellen und kaufen, in Betracht zu ziehen.“

Amen, möchte man da sagen und hoffen, dass Verbraucher, die verstehen, wie viele Arbeitsschritte für die Herstellung eines einzelnen Kleidungsstücks benötigt werden und wie viele Länder und Kontinente eingebunden sind (in unserem Beispiel mindestens 11 Länder und 3 Kontinente) sich dreierlei überlegen: Ob sie es wirklich schnell wieder wegschmeißen wollen; ob es sich lohnt, Billigware zu kaufen; und ob weniger nicht mehr ist, also lieber fünf hochwertige Kleidungsstücke zu kaufen als 15 billige.

ASKET wurde 2015 als Online only-Männermodemarke von August Bard Bringéus und Jakob Dworsky in Stockholm gegründet. Statt um einen vollen Kleiderschrank geht es um eine verlässliche Grundausstattung, die ehrlich, transparent und mit sinnvollen Größen Passformen hergestellt wurde.

Fotos: ASKET-Website
 

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