Dänemark beschließt Ende der Nerzzucht
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Die dänische Regierung hat beschlossen, die Nerzzucht im Land endgültig zu beenden und das Wohl der Tiere über die wirtschaftlichen Interessen der verbliebenen Betriebe zu stellen. Ab August 2027 gilt für den Amerikanischen Nerz ein Haltungs- und Zuchtverbot im Rahmen der EU-Verordnung über invasive gebietsfremde Arten. Obwohl Dänemark einst der weltweit größte Produzent von Nerzpelz war, verzichtet das Land bewusst darauf, eine Ausnahmegenehmigung bei der Europäischen Kommission zu beantragen.
Maßgebliche Gründe für diesen Schritt sind neben der gesunkenen wirtschaftlichen Bedeutung vor allem die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Diese belegen, dass das Wohl der Tiere in Käfigen nicht wesentlich verbessert werden kann. Bereits während der Covid-19-Pandemie brach die Industrie massiv ein, als nach Virusausbrüchen rund 17 Millionen Nerze getötet werden mussten und nur wenige Zuchtbetriebe die Arbeit danach wieder aufnahmen. Tierschutzorganisationen loben die Entscheidung als wegweisenden Schritt und fordern ein EU-weites Verbot der Pelztierzucht. In Dänemark gibt es jedoch weiterhin eine Handvoll Chinchillafarmen, die Pelz produzieren.
EU-weites Verbot der Pelztierzucht gefordert
„Einst der weltweit größte Pelzproduzent, verbannt Dänemark diese Industrie nun in die Vergangenheit und schließt sich den EU-Mitgliedstaaten an, die die Pelztierzucht wegen schwerwiegender Tierschutzbedenken beendet haben. Die Europäische Kommission muss dieses Signal ernst nehmen und ein EU-weites Verbot der Pelztierzucht auf den Weg bringen, wie es mehr als 1,5 Millionen Bürger:innen mit ihrer Unterschrift unter die Europäische Bürgerinitiative ‚Fur Free Europe‘ gefordert haben,“ kommentiert Dr. Joanna Swabe, Senior Director für Public Affairs bei Humane World for Animals Europe, in einer Mitteilung.
Der jüngste Schritt Dänemarks reiht sich in einen europaweiten Trend ein, da die Pelztierzucht bereits in zahlreichen Ländern verboten wurde und auch in der gesamten EU ein starker Rückgang zu verzeichnen ist. Zwischen 2014 und 2024 sanken die Zahlen der für ihr Fell getöteten Tiere in der EU um 86 Prozent und der Verkaufswert brach um 92 Prozent ein. Mit dem Auslaufen weiterer Übergangsfristen wird ein zusätzlicher Produktionsrückgang erwartet.
Auch die Modebranche wendet sich zunehmend von Pelzen ab und setzt stattdessen auf innovative, nachhaltige Alternativen. Zahlreiche führende Designer:innen und Luxusmarken verzichten mittlerweile vollständig auf echten Pelz, während bedeutende Modewochen wie die in Kopenhagen, London und New York das Material von ihren Laufstegen verbannt haben. Zudem verpflichten sich immer mehr namhafte Modemagazine wie Vogue, Elle, GQ, Harper’s Bazaar und Vanity Fair zu pelzfreien Richtlinien.