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Fabienne Chapot kommt nach Deutschland: Was hat die Marke in den vergangenen 15 Jahren so stark gemacht?

Von Caitlyn Terra

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Mode

Vor wenigen Tagen kündigte das niederländische Label Fabienne Chapot an, im kommenden Jahr mit einem eigenen Vertriebs- und Marketingteam die Expansion in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu starten. Bereits im September konnte das Unternehmen, das einst als Accessoires-Label Fab. begann, sein fünfzehnjähriges Bestehen feiern. Inzwischen hat es sich zur Lifestyle-Marke Fabienne Chapot mit fast 1.000 Verkaufsstellen entwickelt.

FashionUnited hat mit der Gründerin Fabienne Chapot darüber gesprochen, was den Erfolg des Labels ausmacht – und lässt auch einige Einzelhändlerinnen zu Wort kommen, die die Kollektionen schon länger in den Niederlanden anbieten.

Obwohl sich Fabienne Chapot heute in einem ganz anderen Lebensabschnitt befindet als beim Start der Marke, die damals noch Fab. hieß, fühlen sich die fünfzehn Jahre für sie im Grunde doch sehr kurz an. „Einerseits ist viel passiert, aber andererseits geht das Leben auch sehr schnell“, sagt sie. Auch wenn sich einiges geändert hat, ist das Unternehmer noch lange nicht am Ende angekommen. Für Fabienne Chapot gibt es eindeutig noch viel zu entdecken – von zusätzlichen Produktkategorien bis hin zu neuen Märkten.

Die Stärken von Fabienne Chapot: Händlerinnen und die Gründerin erzählen

Angefangen hat alles vor fünfzehn Jahren mit der Accessoires-Marke Fab. Chapot hatte sich für die Universität statt einer Modeschule entschieden, aber ihr Wunsch, in die Modebranche zu gehen, bestand weiter. Sie beschloss, sich auf Accessoires zu konzentrieren – eine Kategorie, in der ihr der Einstieg leichter erschien, weil sie sich nicht nach Größenvorgaben richten musste. Die erste Kollektion war sofort erfolgreich, und Chapot investierte die Gewinne wieder in das Unternehmen. Sie erkannte, dass sie mit ihrer Firma große Fortschritte machen und beispielsweise auch Kleidung ins Sortiment aufnehmen könnte, aber dazu brauchte sie einen Investor. „Einen Trauminvestor“, sagt Chapot – jemanden, der nicht nur finanziell helfen würde, sondern auch das langfristige Ziel im Auge hatte und sie auf dem Weg dorthin unterstützen könnte. Sie fand ihn und konnte zudem verschiedene Berater und Fachleute aus der Branche gewinnen.

Es war an der Zeit, die nächsten Schritte zu machen: Der Name wurde von Fab. in Fabienne Chapot geändert, und die Marke wagte den Sprung ins Kleidungssegment. „Die Authentizität und persönliche Note verkörpert der Name Fabienne Chapot. Mein Name. Das machte es auch einfacher, zu erklären, warum die Marke so heißt“, erzählt sie lachend während eines Videoanrufs. „Es war ein schöner Schritt: Nicht nur, dass wir nun Kleidung gemacht haben, wir wurden auch professioneller, etwas mehr sophisticated. Das neue Logo und der neue Name haben das unterstrichen. Ich habe es keinen Moment bereut.“

Barbara van Leyen, Inhaberin und Einkäuferin von Tally Ho: „Wir haben Fab. verkauft – die Geldbörsen und die Taschen. Es hat sich sehr gut verkauft, aber nach ein paar Jahren haben wir uns auf die Suche nach etwas anderem gemacht. Irgendwann bekamen wir eine Einladung, uns Fabienne Chapot auf einer Messe anzuschauen. Als wir am Stand ankamen waren wir enorm begeistert, die Kollektion war ein echter Volltreffer! Wir haben sie sofort gekauft und führen sie seither immer im Laden. Die Kollektion unterscheidet sich von anderen Marken, weil sie so fröhlich und farbenfroh und gleichzeitig erwachsen und schick ist. Fabienne verwendet immer besonders schöne Stoffe, aber ich denke, die wahre Stärke ist, dass es ein positives und flexibles Unternehmen ist. Fabienne sucht immer nach einer Win-Win-Situation. Sie denkt groß, was eigentlich unniederländisch ist. Ich bewundere das sehr und hoffe, dass wir noch lange zusammenarbeiten werden.“

Aber nicht immer herrschte eitel Sonnenschein: „Aus falschen Entscheidungen lernt man, die richtigen zu treffen“, erklärt Chapot. Vor dem Eintritt in den Bekleidungsmarkt hatte das Unternehmen beispielsweise Produktionsprobleme in Indien. „Ich bin viel zu leichtfertig von einem Land in ein anderes gewechselt.“ Chapot gibt auch ehrlich zu, dass die DNA der Marke zwischenzeitlich verloren gegangen war.

Kraftvolle Prints, eine große Portion Mut und nie trübsinnig: 15 Jahre Fabienne Chapot

Diese DNA von Fabienne Chapot ist genau das, worauf wir neugierig sind. Chapot weiß viel zu erzählen, wenn sie nach den Eigenschaften der Marke und ihrer Zielgruppe gefragt wird: „In unserer Marke steckt Positivität. Wir wollen Menschen auf eine besondere Weise erfreuen. Das Produkt muss bequem sein und einen noch schöner machen.“ Für Chapot machen zudem Offenheit und „ein Augenzwinkern“ die Marke aus. Ihr bekanntestes Merkmal sind die Drucke, die von zwei Kreativen von Hand gestaltet werden. „Man sieht, dass da Leben und Liebe drinsteckt.“ Was macht einen echten Fabienne-Chapot-Druck aus? „Manchmal ist es schwer zu erklären, was uns reizt, aber ein Druck hat immer etwas Positives. Er sollte nie trübsinnig wirken, so sind wir nicht.“

Tineke Sluiter, Besitzerin und Einkäuferin von Orangebag (verkauft die Marke seit Sommer 2017): „Fabienne Chapot ist eine wichtige Marke für Orangebag.nl, weil sie durch die herrlichen Drucke und den Einsatz der Farben visuell sehr stark ist. Das funktioniert online sehr gut. Es ist schön, wie Fabienne Chapot in kurzer Zeit einen ganz eigenen, wiedererkennbaren Stil entwickelt hat – einen Stil, der insbesondere starke, selbstständige Frauen anspricht, die es wagen, mit ihrem Outfit ein Statement zu setzen. Also die echte Orangebag-Frau.“

Trotz ihres unverwechselbaren Stils zieht die Marke nicht nur einen bestimmten Frauentyp oder eine eindeutige Zielgruppe an. Chapot sagt, dass es Frauen gebe, die die Marke jeden Tag trügen, aber auch Menschen, die mit einem Stück von Fabienne Chapot ihre Komfortzone verlassen würden. Auch an eine Altersgruppe ist die Marke nicht gebunden. „Ich weiß nicht, ob es bei den Persönlichkeiten, die die Marke kaufen, einen roten Faden gibt. Aber wenn ich ihn beschreiben sollte, denke ich, dass es unabhängige Frauen sind, die ihre eigenen Entscheidungen treffen und sich etwas trauen. Mut ist ein echter Kernwert unserer Marke.“ Ganz allgemein denkt Chapot an eine Frau, die sich nicht um Konventionen schert – „aber ich mag es auch sehr, wenn jemand eigentlich konventionell ist und sich trotzdem von einem unserer Artikel angezogen fühlt“.

Obwohl ihr Name Fabienne Chapot auf den Ladenschildern und den Etiketten in der Kleidung steht, betont die Unternehmerin, dass sie ohne ihr Team nichts erreichen könnte. „Ich bleibe dabei: Letztendlich macht man wirklich alles gemeinsam. Es ist so schön, wenn man sich gegenseitig stärkt“, sagt sie. „Man sollte auch gar nicht alles alleine machen wollen. Es wäre natürlich nicht klug, wenn im Unternehmen alles von mir abhängen würde.“

Sie und ihr Team arbeiten nun hart daran, die Marke in Deutschland so zu etablieren wie in den Niederlanden. „Das bedeutet, dass wir eigene Showrooms, den Großhandelsvertrieb und das Marketing aufbauen sowie einen eigenen Webshop und letztlich auch eigene Stores eröffnen.“ Zudem steht auch die Erweiterung des Sortiments um neue Kategorien ganz oben auf der Wunschliste. Auf Nachfrage erklärt Chapot, dass sie die Kollektion um Resort- und Bademode ergänzen möchte. Aber zuerst feierte sie das 15-jährige Jubiläum im September mit einer speziellen Capsule-Kollektion, die auf die herausragenden Stücke der Marke zurückblickt.

Anita Reinders, Einkäuferin bei Rinsma Modeplein: „Fabienne Chapot ist wirklich eine feste Größe und eine Bereicherung für unseren Store geworden. Seit dem Launch ihrer Modelinie mit den einzigartigen Prints hat sie es verstanden, viele Fans an sich zu binden. Wir sehen, dass die Artikel vor allem von selbstbewussten Frauen getragen werden, die sich feminin kleiden, aber starke Akzente mögen. Es ist bewundernswert, wie es Fabienne Chapot gelingt, sich innerhalb ihrer vertrauten Handschrift immer wieder zu erneuern und ihre Kollektion zu erweitern. Im Laufe der Jahre sind in unserem Laden viele Meter Fabienne Chapot hinzugekommen, und auch die Zielgruppe hat sich vergrößert. Das liegt unter anderem an der angenehmen Zusammenarbeit und dem Unternehmergeist von Fabienne Chapot. Während andere Marken begannen, Risiken zu vermeiden, hat Fabienne Chapot in der Corona-Zeit Chancen gesehen. Wir sind mit neuen Stilen und großen Lagerbeständen ein Risiko eingegangen, konnten aber dadurch mit Fabienne Chapot in der Corona-Zeit ein enormes Wachstum erzielen. Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und hoffen, sie in den kommenden Jahren fortzusetzen.“

Dieser übersetzte Beitrag erschien zuvor auf FashionUnited.nl.

Alle Fotos: Fabienne Chapot

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