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Fashion Revolution Week 2023 lädt wieder zum Mitmachen ein

Von Simone Preuss

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Mode

Bild: Fashion Revolution Germany

Die Fashion Revolution Week fing im Jahr 2014 als Fashion Revolution Day an, um an den Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes in Dhaka, Bangladesch, am 24. April 2013 zu erinnern: Mehr als 1,100 Bekleidungsarbeiter:innen kamen ums Leben; mehr als 2,500 wurden verletzt, teils schwer.

Bald wurde klar, dass ein Tag nicht reichte, um die Missstände in der Modebranche zu beleuchten: geringe Löhne, unsichere Arbeitsplätze, Arbeiten im Akkord, geringe Margen und mehr führten dazu, dass Bekleidung über die Jahre billiger und nicht teurer wurde. Fast Fashion und Wegwerfmode haben dazu geführt, dass wir die Kleidung, die wir tragen, nicht mehr schätzen. Der Fashion Revolution Day wurde auf eine ganze Woche verlängert und fragt: „Who made my clothes?“

Fashion Revolution Week 2023: 22. bis 29. April

Deutschlandweit gibt es auch in diesem Jahr wieder viele Veranstaltungen, Ausstellungen, Schaufenstergestaltungen, Mahnwachen, Secondhand-Modenschauen, Diskussionsrunden und Demonstrationen, die teils schon vor dem 22. April anfingen. FashionUnited hat ein paar Höhepunkte zusammengestellt.

Fotoausstellung zu Produktionsbedingungen

Die Bilder der Fotografin Thekla Ehling werden in den acht Kölner Fair-Fashion-Stores 2ndish, Iglu, Wertstoff, Polyestershock, Shipsheip, Fairfitters, Atelier für Maß und Schnitt-Belinda Janke und Kleiderei zu sehen sein. Diese zeigen echte Arbeitsbedingungen im globalen Süden, die Ehling auf einem Protest von Textilarbeiter:innen 2017 zusammen mit der bengalischen Aktivistin und Fotografin Taslima Akhter aufnahm. Weitere Bilder wurden von der Frauenrechtsorganisation Femnet e.V. mit Bildern von Partner-Fotografinnen aus dem globalen Süden beigesteuert.

Teppiche aus Altkleidern

Auf dem Marktplatz in Halle findet am heutigen Montag von 14 bis 17 Uhr die Mitmachaktion „Let’s remember - was ist Textil?“ statt, bei der Interessierte aus Altkleidern neues Garn produzieren und es dann zu einem Riesenteppich verweben können.

In der Otto-Seeling Mittelschule in Fürth wird der ivorische Künstler Ange Arthur Koua am Mittwoch, dem 26. April 2023, von 16 bis 20 Uhr einen Begegnungsworkshop leiten, bei dem ein Wandteppich als partizipatives Kunstwerk entsteht. Die mitgebrachten alten Kleidungsstücke werden zerschnitten, neu angeordnet und mit Hilfe von Nadel und Faden sowie Klebstoff miteinander verbunden. Der so entstandene Wandteppich wird dann als Wanderausstellung an mehreren Orten in Fürth ausgestellt.

FRG x FRIran

Unter dem Motto „Empowerment entfachen“ setzt sich Fashion Revolution Germany für die Freiheit von Frauen im Iran ein. Iranische Designer:innen, die Kunsthandwerkerinnen fördern wollen, zeigen nachhaltige Produkte wie Modedesign, Accessoires und Wohnartikel zum Thema „Woman, Life, Freedom“ auf einer Ausstellung vom 20. bis 24. April 2023 in der Platte in Berlin (Memhardstraße 8).

Existenzlöhne

Im Bremer Berufsinformationszentrum (BIZ) am Ostertorsteinweg 101 gibt es noch bis Sonntag, dem 30. April, eine Ausstellung zum Thema „Existenzsichernde Löhne in der Modeindustrie“. Dort wird auch am heutigen Montag, dem 24. April, von 18:30 bis 20:30 Uhr der Film „The True Cost“ gezeigt. Dieser wirft einen kritischen Blick hinter die Kulissen des schnelllebigen Modegeschäfts und zeigt die negativen Folgen von Fast Fashion, aber auch, dass Kleidung unter Einhaltung ökologischer und sozialer Standards zu akzeptablen Preisen hergestellt werden kann. Nach der Filmvorstellung besteht die Gelegenheit zum Austausch mit Bremer Vertreter:innen der Kampagne für Saubere Kleidung.

Kleidertausch

Tauschen statt immer wieder neu kaufen - viele Menschen haben wahre Schätze in ihren Kleiderschränken, haben sie aber vergessen oder ihnen gefällt die Farbe oder der Stil nicht mehr. Warum nicht also mit jemandem tauschen und so die Garderobe aufmöbeln, ohne Geld auszugeben? In vielen Städten wie Berlin, Darmstadt und Nürnberg finden auch in diesem Jahr Tauschveranstaltungen für Bekleidung statt.

Dies sind nur einige Beispiele spannender Veranstaltungen, die im Rahmen der Fashion Revolution Week in diesem Jahr noch bis zum Samstag, dem 29. April, in Deutschland stattfinden. Um nichts zu verpassen, was in ihrer Stadt geplant ist, können Interessierte den Veranstaltungskalender der Fashion Revolution Deutschland-Website (future.fashion/kalender-2) besuchen.

Marken

Auch viele Marken und Einzelhändler:innen machen wieder mit und locken mit speziellen Aktionen. Das nachhaltige Kölner Label Armedangels etwa hat in den letzten fünf Jahren eine Spendenaktion durchgeführt, und insgesamt über 69.000 Euro an die National Garment Workers Federation in Bangladesch gespendet. In diesem Jahr hat es sich mit dem Künstler und Aktivisten Steffen Kraft zusammengetan, der bereits bestehende Fashion Revolution T-Shirts aus dem letzten Jahr redesignte und so an die Arbeiter:innen erinnert.

T-Shirt zur Fashion Revolution Week. Bild: Armedangels

„Normalerweise sieht man auf T-Shirts kein Motiv, das etwas mit der Produktion des T-Shirts selbst zu tun hat, geschweige denn die Näher:innen. Dieses Design setzt ein deutliches Zeichen, dass ein T-Shirt nicht nur ein Stück Stoff ist, sondern ein Produkt, das von Menschenhand hergestellt wird“, kommentiert Kraft.

Ähnlich gibt das nachhaltige Kölner Label Lanius zur Fashion Revolution Week mit seinen „Travel Journals“ Einblicke in die Produktion der Marke und teilt Eindrücke und Fotos seiner Bekleidungsfabriken in und um Porto in Portugal.

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