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Manomama geht mit „FCKAFD“-Jeans viral

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Mit diesem Mock-Up machte Manomama auf sich aufmerksam. Credits: Manomama
Von Regina Henkel

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Eigentlich wollte Magnus Trinkwalder vom Augsburger Textilunternehmen Manomama auf LinkedIn nur ein Zeichen setzen: gegen Rechtsextremismus, für gesellschaftliche Haltung und die Verantwortung von Unternehmen. Dafür montierte er digital den Schriftzug „FCKAFD“ auf eine Jeans aus der hauseigenen Kollektion. Mit der Resonanz hatte er nicht gerechnet.

„Ich bin in den folgenden Stunden völlig überrollt worden mit Nachrichten“, sagt Trinkwalder. Zahlreiche Leser:innen des POsts wollten wissen, ob und wo die Jeans erhältlich sei. Für Manomama war schnell klar: Das Modell soll tatsächlich produziert werden. Innerhalb weniger Stunden stand das Konzept. Weil die gesamte Lieferkette der Jeans - vom Denim bis zum Nähgarn - in Deutschland angesiedelt ist und die Produktion in Augsburg erfolgt, kann das Projekt kurzfristig umgesetzt werden. „Wir haben mit unserem Bandweber gesprochen, wie schnell er das FCKAFD-Band herstellen kann, und der hat uns sofort grünes Licht gegeben“, erklärt Trinkwalder.

Bis Ende Mai sammelt das Unternehmen Vorbestellungen über manomama.de/fckafd. Ab einer Stückzahl von 200 Jeans soll produziert werden. Bereits 24 Stunden nach dem Start lagen 170 Bestellungen vor.

Nachhaltig, regional und sozial ausgerichtet

Gegründet wurde Manomama 2010 von Sina Trinkwalder, der Mutter von Magnus Trinkwalder. Die Idee: zu zeigen, dass Textilproduktion in Deutschland wirtschaftlich möglich ist. Seitdem steht das Augsburger Unternehmen für nachhaltige Mode, regionale Fertigung und soziale Verantwortung. Beschäftigt werden gezielt Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt nur schwer Chancen erhalten, darunter auch Geflüchtete, gegen die rechte Gruppierungen Stimmung machen. Rund 60 Mitarbeitende arbeiten derzeit für Manomama in Augsburg.

Neben Einkaufstaschen aus Bio-Baumwolle für große Handelsketten und verschiedenen Upcyclingprojekten bildet die Denimproduktion das Herzstück der Manomama-Produktion. Die „Augsburgdenim“-Linie umfasst jeweils vier Jeansmodelle für Damen und Herren sowie Overshirts, Hoodies, T-Shirts und Accessoires. Verkauft werden die Produkte im eigenen Laden in der Augsburger Innenstadt sowie über den Online-Shop des Unternehmens.

Mit politischen Stellungnahmen hält sich das Unternehmen seit Jahren nicht zurück. Die öffentliche Positionierung gegen Rechts führt immer wieder zu Anfeindungen, sagt Magnus Trinkwalder, „bis hin zu Hassbriefen und Morddrohungen“. Einschüchtern lassen wolle er sich davon nicht. „Wir repräsentieren den Mittelstand. Wir müssen uns klar positionieren, denn wir tun nichts anderes, als Menschen eine Chance zu geben, die es im Leben schwerer haben als andere.“

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