Norwegen will alle Pelzfarmen schließen

Die neue Minderheitsregierung Norwegens startet mit einem Paukenschlag: Bis 2025 sollen alle Pelzfarmen des Landes geschlossen werden. Norwegen ist nach Finnland der größte Produzent von Fuchspelz; derzeit gibt es im Land rund 300 Pelzfarmen, in denen pro Jahr über 800.000 Tiere gezüchtet und getötet werden - die meisten Nerze und rund 110.000 Füchse, so die Tierschutzorganisation PETA. Damit wird Norwegen das 14. europäische Land, in dem diese Praxis verboten ist.

Die Entscheidung, die schon seit Jahren aussteht, wurde endlich auf Drängen der liberalen Partei Venstre geschlossen, die zusammen mit der konservativen Høyre und der rechtspopulistischen FrP die Minderheitsregierung bildet. Norwegische Tierrechtsgruppen kämpfen bereits seit Jahren gegen ein Verbot von Pelzfarmen; erst 2016 zog es 13.000 Tierrechtler zu diesem Thema auf die Straßen von Oslo bei einer von der norwegischen Tierrechtsorganisation NOAH organisierten größte Anti-Pelzdemonstration Europas.

„Tatsächlich war diese Entscheidung schon seit einigen Jahren im Gespräch, jedoch wurde immer wieder den Beteuerungen der Pelzindustrie Glauben geschenkt, es würde sich bei den dokumentierten Betrieben lediglich um 'schwarze Schafe' handeln und das Verbesserungen möglich wären“, kommentierte Andrzej Pazgan, Koordinator für Osteuropa bei PETA Deutschland, im Interview mit FAZ.NET.

Während Tierschützer in Norwegen und auf der ganzen Welt die Entscheidung feiern, sind die norwegischen Betreiber der Pelzfarmen entsetzt, steht doch ihre Existenz auf dem Spiel. Der Pelzzüchterverband sagte, die Produzenten seien „erschüttert bis ins Mark“. Die Auswirkungen auf den Pelzverkauf in Norwegen sind derzeit noch unklar und bleiben abzuwarten.

Angesichts von einer zunehmenden Anzahl von Marken und Einzelhändlern, die sich für eine pelzfreie Zukunft entschieden haben, erwägen weitere Länder wie Belgien, Deutschland und Luxemburg, Pelzfarmen ebenfalls zu verbieten.

Foto: HSI
 

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