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Schenken mit Herz für Tiere - pelzfreie Modemarken

Von Simone Preuss

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Mode

Pünktlich zum Fest hat FashionUnited eine Liste von Modemarken und Einzelhändlern zusammengestellt, die sich jüngst entschieden haben, keinen Pelz mehr in ihren Kollektionen und Accessoires zu verwenden. Und dies ist notwendig, denn die Nicht-Kennzeichnung von Pelzartikeln bei Kleidung und Accessoires bereitet Probleme - Verbraucher können sich oft nicht sicher sein, ob der kuschelige Bommel an der Mütze nicht doch vielleicht echtes Fell ist und nicht wie angegeben Acryl. Nicht aufgelistet wurden Marken und Einzelhändler, die sich noch nicht komplett umgestellt haben, also etwa nur vereinzelte pelzfreie Linien herausgeben.

Stella McCartney ist die Vorreiterin; Michael Kors der jüngste Zugang

Das jüngste Unternehmen, das sich entschieden hat, pelzfrei zu werden, ist der US-Modekonzern Michael Kors, der erst vor wenigen Tagen bekanntgab, bis Ende 2018 keinen Echtpelz mehr verwenden zu wollen. „Die neue Firmenpolitik gilt sowohl für das Luxus-Modeunternehmen als auch für die erst kürzlich übernommene Jimmy Choo-Kollektion“, bestätigte Dan Mathews, Senior-Vizepräsident von Peta USA. „Für alle ‘pelztragenden’ Tiere ist das ein wundervolles Weihnachtsgeschenk. Es ist schön zu sehen, dass sich das Unternehmen von Pelz distanziert und wir freuen uns bereits darauf, in Zukunft auch in anderen Bereichen zusammenzuarbeiten.“

Die britische Designerin Stella McCartney wurde erst Anfang des Monats vom British Fashion Council bei den jährlichen Fashion Awards 2017 mit seinem Special Recognition Award for Innovation ausgezeichnet. McCartney setzt sich seit der Gründung ihres gleichnamigen Labels im Jahr 2001 für nachhaltige Mode ein, vor allem für den Verzicht auf die Verwendung von Leder und Pelz. Als lebenslange Vegetarierin tritt sie außerdem leidenschaftlich für Tierrechte ein, nutzt aber Wolle, Seide und andere tierische Stoffe in ihren Kollektionen.

Gucci & Yoox Net-a-Porter werden pelzfrei, Alexa Chung startet gleich so

Die Luxusmarke Gucci schockte nicht wenige Kunden und Brancheninterne im Oktober mit ihren Plänen, zur Öko-Marke werden zu wollen. Als erste Maßnahme will Gucci bereits ab der kommenden Kollektion für die Saison Frühjahr/Sommer 2018 komplett auf den Einsatz von Echtpelz verzichten. Zudem ist das Unternehmen der „Fur Free Alliance“ beigetreten, einem Zusammenschluss von Unternehmen, die ihre Produkte pelzfrei halten. Restbestände vergangener Kollektionen, in denen noch Echtpelz verarbeitet ist, sollen im Rahmen einer Auktion meistbietend versteigert und die Erlöse an Tierschutzorganisationen gespendet werden.

Große Wellen schlug auch die Entscheidung des Online-Modehändlers Yoox Net-a-Porter (YNAP) für eine pelzfreie Zukunft im Juni dieses Jahres: Künftig sollen keine Artikel oder Produkte, die über die Multimarken-Websites Net-a-Porter, Mr Porter, Yoox oder The Outnet verkauft werden, echten Pelz enthalten. Dies ist ein schwerer Schlag für den Luxus-Pelzhandel, ist die Yoox Net-a-Porter Group doch einer der weltweit führenden Online-Luxus-Modehändler, und ein Grund zur Freude für Pelzgegner.

“Yoox Net-a-Porters pelzfreie Politik ist ein großer Sieg für diejenigen, die sich der grausamen Behandlung von Tieren auf Pelzfarmen widersetzen”, kommentiere Claire Bass, Geschäftsführerin des Internationalen Tierschutzbundes UK gegenüber FashionUnited. “YNAP ist einer der weltweit führenden Onlinehändler für Luxusmode, so dass diese Entscheidung eine extrem starke Botschaft an die schwindende Zahl von Top-Designern wie Prada, Burberry, Gucci und Michael Kors sendet [Die letzten beiden haben sich inzwischen auch für eine pelzfreie Zukunft entschieden, Anm. d. R.], die immer noch Pelz verwenden. Dies ist eine riesige Tür des Einzelhandels, die der Pelzindustrie vor der Nase zugemacht wird, was auch die wachsende Überzeugung der Verbraucher widerspiegelt, dass Grausamkeit keinen Platz in der Mode hat.”

Anfang Juni ließ die englische Moderatorin und It-Girl Alexa Chung schon bei der Einführung ihres gleichnamigen Modelabels Alexachung verlauten, dass ihre Kollektionen weder Angora, Pelz oder Exotenleder enthalten werden. Wenn das kein guter Start ist.

The Kooples, Armani & Hugo Boss lassen alle (Pelz-)Hüllen fallen

Bereits im September 2016 entschied sich der französische Modehändler The Kooples, pelzfrei zu werden und in all seinen Kollektionen auf die Verwendung von Pelz zu verzichten. Zudem spendete das Unternehmen 10.000 Euro an die Tierschutzorganisation PETA und deren Kampf gegen den Pelzhandel.

Die Fur Free Alliance konnte im März 2016 einen Erfolg verzeichnen, als sich das italienische Modehaus Armani entschied, in Zukunft auf die Verwendung von Echtpelz zu verzichten. Bereits ab der Herbst-Winter-Kollektion 2016 wurden keine Pelze mehr verwendet, auch kein Kaninchenfell. Das Unternehmen richtet seinen Fokus jetzt verstärkt auf Umwelt- und Tierschutzthemen.

Der Metzinger Modekonzern Hugo Boss gab bereits im Juli 2015 bekannt, zukünftig pelzfrei sein zu wollen, und zwar schon ab der Herbst/Winter-Kollektion 2016. Interessanterweise stützte sich die Entscheidung von Hugo Boss nicht nur auf Gespräche mit der Fur Free Alliance, sondern auch auf eine Kundenumfrage, die das Modeunternehmen durchführte, um mehr über die Erwartungen seiner Kunden zu erfahren. Außer Qualität und Nachhaltigkeit stand der Tierschutz ganz oben, so Bernd Keller, Marken- und Kreativchef für Sportswear bei Hugo Boss.

„Hugo Boss hat ein deutliches und vorbildliches Zeichen gegen das Töten von Pelztieren gesetzt und geht in der Modewelt als gutes Beispiel voran“, kommentierte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Jedes Modeunternehmen, das weiterhin Pelzprodukte verkauft, unterstützt eine Industrie, die für den Tod von Millionen von Tieren verantwortlich ist, welche auf brutale Weise gehalten und getötet werden - und das für ein überflüssiges Luxusprodukt.“

Aldi, Galeria Kaufhof & Co. schließen sich Vier-Pfoten-Kampagne an

Nicht nur Luxusunternehmen entscheiden sich gegen Pelz, sondern auch Bekleidungsanbieter am anderen Ende des Preisspektrums: Die Lebensmittel-Discounter Aldi Nord und Aldi Süd sowie die Kaufhauskette Galeria Kaufhof schlossen sich im März 2015 der Vier-Pfoten-Kampagne ‘Fur Free Retailer’ an und erklärten sich bereit, auf jegliche Produkte, die Pelz enthalten, zu verzichten.

Das bedeutet konkret 4.820 Aldi-Nord-Filialen in Deutschland, Belgien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Portugal und Spanien sowie 1.850 Aldi-Süd-Filialen in Deutschland. Auch die 450 Hofer-Filialen in Österreich, die mehr als 170 Aldi-Suisse-Filialen in der Schweiz und 100 Aldi-Filialen in Ungarn sowie 70 in Slowenien sagen nun „Nein“ zu Pelz. Ebenso stießen die vier jungen Modelabels Alma&Lovis, bleed, lovesign, Sionyx und Stork&Fox Anfang März zur Kampagne.

Wie man sieht, wächst die Liste der pelzfreien Modemarken und Einzelhändler und enthält inzwischen auch diejenigen, die sich noch vor ein paar Jahren standhaft weigerten, auf Pelz zu verzichten. Mehr Informationen zu allen teilnehmenden Unternehmen finden sich auf den jeweiligen Websiten der hier genannten Organisationen.

Fotos: Polarfuchs / Quartl via Wikipedia; Humane Society International; Fur Free Alliance; PETA; Fur Free Alliance
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